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ein Kabinett der Mittelmässigkeit

Glosse · Politische Satire · 2026

Ein Kabinett der Mittelmäßigkeit – eine Personalposse

Ein Kabinett der Mittelmäßigkeit?

Eine Glosse über diverse Gesundheitsminister und einen Kanzler mit letztem Akt einer Personalie

Wir befinden uns im politischen Escape Room der Republik: Jens Spahn stolpert von Skandal zu Skandal, Nina Warken verwaltet das Nichts mit bemerkenswerter Unsichtbarkeit, und Friedrich Merz beweist, dass man auch mit SMS und Mittelmaß ein Kabinett ruinieren kann. Der Rausschmiss von Verkehrsminister Schnieder? Der tragikomische Schlussakkord einer Führung, die Angst vor Kompetenz hat – und am Ende sich selbst entlässt.

ACT I: Jens Spahn – Der Mann, der alles kann. Nur nicht Minister.

Es gibt Politiker, die hinterlassen Spuren. Jens Spahn hinterlässt vor allem Rechnungen.

Maskenaffäre? Milliarden für Masken, die teurer waren als Berliner Altbauten und manchmal ähnlich undicht. Testbetrug? Ein System, das Betrug so einfach machte, dass selbst der ADAC neidisch wurde. Impfchaos? AstraZeneca erst bestellt, dann gestoppt, dann wieder erlaubt – und am Ende wusste niemand mehr, ob er geimpft, verwirrt oder beides war.

Und dann die Villa in Dahlem: Während das Land über Wohnungsnot klagt, kauft Spahn Luxusimmobilien und verklagt die Presse, die darüber berichtet.

Er war Kanzleramtschef. Der Mann, der als Minister scheiterte, koordinierte die Regierung.

ACT II: Nina Warken – Ministerin für Zumutungen und das große Schweigen

Nina Warken, die Frau, die das Gesundheitsministerium mit der Energie einer Standby-Lampe führt. Ihre Gesundheitsreform? Sie selbst nennt sie eine „Zumutung“. Das ist, als würde ein Koch sein Menü als „Magenverstimmung“ anpreisen.

Transparenz? Bürgeranfragen werden ins E-Mail-Nirwana verschoben, Presseanfragen mit Schweigen beantwortet. Wer wissen will, welche Lobbys an welchen Paragrafen mitschrieben, sucht vergebens.

Fachliche Eignung? Die Opposition spricht von „komplett fachfremd“, die eigene Partei schweigt betreten.

Warkens Kommunikation ist so leidenschaftlich wie ein Wetterbericht im November. Wer sie bei „Maybrit Illner“ gesehen hat, weiß: Politik kann auch lauwarm sein.

ACT III: Friedrich Merz – Der Chef, der keine Konkurrenz duldet

Und über allem schwebt Friedrich Merz, der Mann, der Personalpolitik für ein Gesellschaftsspiel hält: „Reise nach Jerusalem“, nur dass am Ende immer die Falschen sitzen bleiben.

Sein Kabinett? „Wirkliche Schwergewichte entsendet die CDU damit nicht ins Kabinett Merz.“ Das ist die höfliche Variante von: Hauptsache, keiner stiehlt dem Chef die Show – auch wenn die Show längst vorbei ist.

Minister werden per SMS entlassen oder erfahren es über Dritte. Persönliche Gespräche? Zu riskant, könnte ja jemand widersprechen. „Wieder einmal knirscht es bei Merz‘ Management“, schreiben die Zeitungen. Man könnte auch sagen: Es hat nie aufgehört zu knirschen.

Die Güntzler-Affäre? Verkehrsminister für einen Tag, dann Rückzug per Textnachricht. Das Kabinett als Durchlauferhitzer für Lebensläufe.

ACT IV: Patrick Schnieder – Der Rausschmiss mit Applaus (von der falschen Seite)

Und dann war da noch Patrick Schnieder. Verkehrsminister mit „sehr viel Geld zur Verfügung – und erreichte wenig“. Das klingt wie ein Grabstein. Oder eine Leistungsbeurteilung. Im Fall Schnieder war es beides.

Kanzler Merz verkündete Schnieders Entlassung – laut genug, dass die Medien zuhörten. Dann sollte er doch nicht gehen. Dann wieder doch. Die Republik verfolgte das Hin und Her mit jener Mischung aus Entsetzen und Belustigung, die man sonst nur aus Reality-TV kennt.

Fritz Güntzler, designierter Nachfolger, sagte zu – und dann per Textnachricht wieder ab. Per Textnachricht! Das Kanzleramt hatte vorher selbst per SMS entlassen. Karma, manchmal bist du ein Genie.

Die Medien sprachen von einem „verpatzten Rauswurf“ und einer „Personalposse“. „Nach dem verpatzten Rauswurf ist auch Friedrich Merz beschädigt.“ Nicht durch die Opposition. Nicht durch äußere Feinde. Durch das eigene Kabinett. Durch den eigenen Führungsstil.

Führung, die sich selbst abschafft

Spahn zeigt, wie man Skandale überlebt, wenn man nur dreist genug ist. Warken beweist, dass man ein Ministerium auch durch Abwesenheit führen kann. Und Merz? Der hat bewiesen, dass man mit Mittelmaß und SMS ein Kabinett so nachhaltig beschädigen kann, dass am Ende niemand mehr weiß, wer eigentlich noch regiert.

Der Rausschmiss von Schnieder ist der tragikomische Schlussakt: „Abgang mit Applaus“ – aber von der Opposition.

Das Kabinett des Mittelmaßes ist vollständig. Der Applaus bleibt aus.

Und die SMS-Rechnung geht, wie immer, ans Volk.

Wer so Personal auswählt, braucht keine Opposition – das erledigt das Kabinett selbst. Nur wann bemerkt es das Volk?