Bemerkenswert - Less Reporting - Resümee

WertePost – Bemerkenswert – Less Reporting – Resümee 6

Bemerkenswert - Less Reporting - Resümee

 

 

Bemerkenswert – Less Reporting – Resümee 6

 

Less reporting, more accounting –

Weniger Berichtswesen, mehr Buchführung

 

 

SDGs in Ebenen Ökonomie, Soziales, Biosphäre

2030 und die 17 SDG

Es gibt inzwischen weltweit Tausende von Sustainability Initiativen, Sustainability Managern und Abertausende von Nachhaltigkeitsforschern. Im Vermessen der Welt sind wir auf einem beachtlichen Niveau angelangt. Alle Beteiligten suchen nach einem System, das unsere Probleme löst. Einige der 17 Ziele widersprechen anderen oder zehren deren Wirkung auf. Sie sind eher allgemeiner Natur. Neben der Inkonsistenz der 17 Ziele stellten wir fest, dass entscheidende Dinge fehlen wie zum Beispiel Kommunikation und Governance. Es sind am Ende 4-5 Ziele, (Aufstellung 17 SDG Refinement) die unseres Erachtens Unternehmensrelevanz haben.

Ressourcen

Ressourcen Erschöpfung

Wie viele Ressourcen haben wir (Aufstellung Rohstoffe 2022 und ihre Vorkommen!)und wie lange werden diese reichen? Bodenschätze liefern Rohstoffe, die Grundlage unseres Wirtschaftens und des Wachstums sind. Wem gehören sie? Wer hat das Recht, diese zu entnehmen und fördern? Wir benötigen dringend neue Antworten auf diese Fragen, als wir sie uns bislang gaben.

2021 erschien der Dasgupta Review: “The Economics of Biodiversity”. Dasgupta arbeitete mit seinem Team im Rahmen der Royal Society heraus, dass der Mensch in menschliche Ökonomien eingebettet ist; auch in die Natur oder ihr Erdsystem. Rohstoffe sind ökonomisch betrachtet Assets der Natur. Der Mensch ist demnach ein Asset Manager. Bislang ein schlechter, wenn wir die Folgen unseres Handelns für die Natur betrachten.

Klimaaspekte Temperaturanstieg 1880-2020

Klima Rettung? –  Sind wir noch zu retten?

Indem wir meinen, die Welt retten zu können, liegen wir falsch. Wir merken gar nicht, dass dies ein unmögliches Unterfangen ist. Wenn vielleicht etwas zu retten ist, dann sind wir Menschen es. Nur durch unser Verhalten und unseren Umgang mit der Natur und unseren Ressourcen ist noch etwas zu retten.

Die vergangenen Jahrzehnte haben in Bezug auf die Klimafrage und die ökologischen Fragen gezeigt, dass Kapitalismus, Politik und Unternehmen keine sich selbst regulierenden Systeme sind. Berichterstattungen enden oftmals mit Exceltabellen und schönen Grafiken einer Welt, die wir gerne hätten.

Der jüngste IPCC-Report 8.2021 und die oben benannte Studie des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) zum Thema Climate Change 2022 und Kipppunkte belegen dies auf alarmierende Weise. „Wir tanzen auf einem Vulkan“. Die Lese dieser Berichte kann, auch wenn wir um die Grundproblematik und Tendenzen dieser Entwicklungen bereits seit mehr als 50 Jahren wissen, zur Ohnmacht führen. Es wird allerhöchste Eisenbahn, grundsätzlich etwas zu ändern. Mit schnellen Veränderungen in einer warmen und komfortablen Welt haben es die Menschen es anscheinend schwer.

Es ist sinnvoll, dass die Aufwendungen, die zur Vermeidung von Treibhausgasen eingesetzt werden, auch in der Buchhaltung in der G+V transparent ausgewiesen werden. So erhalten wir einen Spiegel der tatsächlichen Aktivitäten eines Unternehmens, dass sich für den Klimawandel einsetzt.

 

 

EU-Taxonomie und ESG

Wir messen inzwischen zu viel, nutzen wenig sinnvolle Strukturen und setzen falsche Priorisierungen. Die ESG-Messungen waren bislang unvollständig, nicht präzise, folgten keinem internationalen Standard zur Vergleichbarkeit und waren damit irreführend. Ungeachtet dessen verfügen wir über einen ganzen Zoo von Nachhaltigkeitsstandards. Die drohende Regulierung macht die ESG-Messung und EU-Taxonomie schwerfällig, verwirrend und belastend für Unternehmen. Die EU-Taxonomie enthält Grenzwerte. Ob diese in dem gewählten Setting dem Anspruch genügen, dem Klimawandel vorbeugen oder ihn zu stoppen, ist noch zu beweisen. Die EU-Taxonomie ist sehr technisch und behandelt derzeit nur die Environmental Aspects. Soziale und Governance Aspekte fehlen. Gewinnerzielung scheint immer noch über dem Planetensterben zu stehen.

Bemerkenswert – Less Reporting – Resümee

Teil 6 von 6

Teil 1: AGENDA 2030 UND DIE SDGs

Teil 2: RESSOURCEN

Teil 3: KLIMAASPEKTE

Teil 4: AKTIVA, ABSCHREIBUNG, LANGLEBIGKEIT

Teil 5: EU-TAXONOMIE UND ESG – ÖKOLOGISCH, UMSETZBAR, WIRKSAM?

Unverständlich

bleibt die Aufnahme von Gas und Atomstrom in die EU-Taxonomie. In der Form, wie die durch die Auswahl aus den sechs Kategorien ist eine Vergleichbarkeit nicht herstellbar. Die Vorgabe, dass Unternehmen damit zusätzlich den anderen Umweltziele keinen erheblichen Schaden zufügen darf, ist wachsweich formuliert und hilft so nicht weiter. Es gibt sicherlich Unternehmen, die gewichtige ökologische Baustellen in mehr als einer Kategorie haben. Da diese Kategorien in der Regel voneinander abhängen in ihrer Wirkung, scheint die Taxonomie fragwürdig.

Die KPIs und Schwellenwerte von etwa 50.000 Unternehmen durch die EU-Behörden zu prüfen, erscheint von der fachlichen Machbarkeit her fraglich. Darum werden große Beratungsfirmen oder Ausgründungen derer diesen Job erledigen (und eine Menge Geld damit verdienen, was den Unternehmen in Krisenzeiten einfach fehlen wird), sich durch den Dschungel dieser Verordnungen zu schlagen.

 

Glaubwürdigkeit

Das Festlegen eines umsetzbaren Standards für alle Firmen EU weit fehlt. Wir benötigen unabhängige, staatlich geprüfte Audits und Zertifizierungen, die soziale und ökologische Missbräuche in den Berichten wie Unternehmen offenlegen.

Weder Gas noch Atomkraft genügen den Ansprüchen ökologisch vertretbarer Energiegewinnung und sind alles andere als nachhaltig. Ein weiteres Beispiel, wie sich nationalpolitische Interessen vor globale Umweltziele durchsetzen.

Diese Aufzählung ist weder vollzählig noch umfassend.

 

Ein neuer Weg

Vielleicht ist es Zeit, einen anderen Weg einzuschlagen und einen stringenteren Ansatz zu fahren. ‚Less is more‘ gilt nicht nur für die Ästhetik. Die Schwellenwerte müssen auf wissenschaftlichem Boden und im Einklang mit den Grenzen der Natur/Ressourcen stehen. Die Frage bleibt offen, wer sie festlegt, und wer kontrolliert, ob sie wirksam sind. Dies vor allem international. Die Bemessung der ESG-Ziele und EU-Taxonomie müssen also von diesen abhängen.

De-Tox: wir brauchen mehr scharfe Gesetze gegen den Einsatz klimaschädlicher und toxischer Stoffe, auch in Bezug auf ESG-Gesichtspunkte.

Wir sollten ein verpflichtendes Transparenzregister der Unternehmen für die Ergebnisse der EU-Taxonomie Berichterstattung einführen. Vorab müssten Kriterien und Messwerte vorgegeben werden die allgemeingültig und valide sind.

 

Anders Bilanzieren – Less Reporting, more accounting

Im Sinne einer holistischen Bilanzierung müssen ökologische Werte in Aufwand, Ertrag und Aktiva in Bezug auf den Umgang mit diesen Fragen in Euros abgebildet werden. Das gehört in die Bilanz und nicht in eine Berichterstattung. So können Anleger und Kunden genau sehen, wie das Geld im Unternehmen verwendet wir, um dem Klimawandel und Umgang mit der Natur in der Bilanz abgebildet wurde. Mit anderen Worten: Das Unternehmen kann genau aufzeigen, wie viel Aufwand ein Unternehmen betreibt, um ökologischen Standards zu entsprechen.

 

Ökologie und Ökonomie in ein gesundes Verhältnis bringen

Unsere Möglichkeiten, Ökologie und Ökonomie in ein gerechtes Verhältnis zu setzen, sind mit unseren heutigen Bilanzen noch lange nicht ausgeschöpft. Hier wären Möglichkeiten der Vergleichbarkeit gegeben, indem die Kontenpläne um die Werte der Ökologie erweitert würden. Auch könnte die Aktivierung von verwendeten Ressourcen das Bewusstsein der Unternehmer in Bezug auf Endlichkeit schärfen. Damit behielte der Unternehmer die Verantwortung für die von ihm in den Produkten eingesetzten Ressourcen. Er würde sich anstrengen, seine Rohstoffe wieder zurückzuerlangen, anstatt sie den Konsumenten zum Wegwerfen zu überlassen. Wenn die EU oder die nationale Steuerverwaltung taxonomie-konforme Bilanzen steuerlich besserstellen, würden Anreize geschaffen werden, die den Aufwand für die Berichterstattung in ein anderes Licht stellen.

 

Ein neue Nachhaltigkeit

In der Tat haben wir bislang einen wenig wirkungsvollen Begriff von Nachhaltigkeit. Unsere Begriffe von Nachhaltigkeit sind vielfältig, verwässert und nicht wirksam genug in Bezug auf die Lösung brennender ökologischer Aufgaben. Vielleicht sollten wir einen neuen Begriff finden und nochmals anfangen mit diesem unsere Klingen zu schärfen. Denn die letzten 12 – 50 Jahre haben gezeigt, dass wir ihn überladen und damit auch für die breite Bevölkerung unverständlich und unglaubwürdig haben werden lassen. Auf zu neuen Taten.

Less Reporting Resümee

Rainer Monnet, monnet-Unternehmensentwicklung, Dezember 2022

WertePost – Klimaaspekte 2022

Klimaaspekte

 

 

Mehr Klimaaspekte

Less reporting – more accounting, weniger Berichtswesen, mehr Buchführung – Teil 3:

In den fünf Teilen dieser Serie von WertePosts gehen wir der Frage nach, inwieweit unsere derzeitigen Reporting Werkzeuge tauglich sind, die notwendigen Schritte für unsere Zukunftsfähigkeit (Sustainability) zu erzielen. In Teil 1 untersuchen wir, ob die Agenda 2030 für Unternehmen wirksam ist. Teil 2 behandelt die Frage nach den Ressourcen und der Frage nach der Endlichkeit. Teil 3 wirft einen Blick auf die Klimafragen und -reporting. Teil 4 bringt einen neuen Ideenansatz, die Nachhaltigkeit im Umgang mit unseren Ressourcen mit einem anderen Umgang mit Aktiva und AfA zu lösen. Teil 5 beleuchtet ESG und die EU-Taxonomie und deren Schwächen. Den Abschluss bildet ein Resümee.

 

Spurengase

Klimawandel, ein gigantisches Thema, das gefühlt kaum in eine Bilanz passt. Wir haben uns als Staatengemeinschaft auf die Deckelung 1,5 beziehungsweise 2 Grad Erderwärmung verständigt (COP Pariser Klimaabkommen). 1. Manko und Schlupfloch: Dies allerdings ohne feste Vereinbarungen und Verträge für die einzelnen Staaten. Zur Erinnerung, CO2 ist ein Spurengas, das mengenmäßig am stärksten auftretendes Treibhausgas. Es hinterlässt in unserer Atmosphäre gefährliche Spuren. Doppelter Wortsinn, zweischneidiges Schwert. Und dies bereits seit vielen Jahrtausenden. CO2 kontrolliert in der Atmosphäre die Strahlungsbilanz. Es wirkt wie ein natürlicher ‚Thermostat‘ für unseren Planeten.

Wir Menschen haben die letzten 100 Jahre zu viel Treibhausgas in den Orbit entlassen. Die globale Erderwärmung ist darauf zurückzuführen. Grundsätzliche Frage: Warum ist es nicht unser Ziel, die Atmosphäre gar nicht mehr zu erwärmen? Die Haltung etwas so abstrakt Bedrohliches wie CO2 einzusparen, wirkt pädagogisch gesehen anscheinend nicht oder wenig. Es wird von der breiten Erdenbevölkerung nicht in gewünschtem Maße ernst genommen oder befolgt. Gleiches gilt für den Wasserstand und Temperatur der Meere.

CO2 ein reaktives Molekül. Es löst die Silikate in der Erde und entzieht sie der Atmosphäre als feste Kohlenstoffverbindung (Carbonate). Das ist der natürliche und langlebige Kohlenstoffzyklus. Dieser natürliche Prozess wird durch die Erderwärmung deutlich beschleunigt. Würde kein CO2 ausgestoßen, würde unsere Biosphäre sterben. Einer der Aufgaben der Menschheit ist es zukünftig, diesen CO2 Prozess in der Balance zu halten.

Der CO2 Zertifikate Handel auf der Basis des „Greenhouse Gas Protokolls“ (GHG) hat gezeigt, dass eine Menge an CO2 an der Börse zu einem monetären Wert werden kann. Das große Zählen hat begonnen und ERP-Player, angefangen von der SAP, Salesforce, Oracle, Microsoft versuchen der CO2 Ermittlung in ihren Systemen Herr zu werden. Für die Öko-Bilanz existiert die Norm ISO 140144. (Seit 2009)

Quantifizierbare Werte wie CO2 oder SO4 in Unternehmen sollten mengenmäßig erfasst werden. Wir erreichen es als Staatengemeinschaft kollektive verbindliche Gesetze zu erlassen. Der Anfang war Klimaschutzabkommen von Kyoto und später Paris.

Eine alles entscheidende Rolle könnte das Methan spielen. Stichwort Permafrostböden. Dr. Cyril Brunner, „Methan, das zweitwichtigste Treibhausgas.“. Wer bei Methan zuerst an Erdgas denkt, liegt nicht falsch. In der Schweiz fallen jedoch 80 Prozent der Methanemissionen auf die Nutztierhaltung zurück.
Methan ist ein starkes Treibhausgas. Es trägt heute etwa 0.54 Grad Celsius zur Erwärmung bei, wird aber in der Atmosphäre bereits nach 20 Jahren um über 80 Prozent abgebaut. Über 20 Jahre heizt Methan etwa 81-​mal stärker als dieselbe Menge CO2. Der Anteil von CO2 an der Erwärmung beträgt heute ungefähr 0.87 Grad.1 Das Gas hält seine wärmende Wirkung hingegen während Tausenden Jahren aufrecht. Vergleicht man über 100 Jahre, wärmt Methan etwa 29-​mal stärker als CO2.

 

Klimaaspekte GHG Treibhausgase

Bildquelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Treibhausgas#/media/Datei:Major_greenhouse_gas_trends.png

 

Klimaaspekte – Kipppunkte

Durch die nahezu unkontrollierbaren Prozesse im Orbit, haben wir es laut dem Potsdamer Institut für Klimaforschung (PIK) mit einer Anzahl von verschiedenartigen Kipppunkten[1] zu tun. Das Klima ist ein Komplexphänomen. Drei der neun wissenschaftlich beschriebenen Kipppunkte belegen dies. Die Schmelze des Grönlandeises und die beiden „Umwälzpumpen“.

Der Jetstream ist für den Kalt- und Warmluftaustausch in der Atmosphäre zuständig. Der Golfstrom AMOC (Atlantic Meridional Overturning Circulation) bewegt mit seiner Umwälzzirkulation das Ozeanwasser und sorgt für den Temperaturausgleich von extrem kalten wie warmen Wassermassen. Diese Kipppunkte drohen aufgrund der selbstverschuldeten Erderwärmung außer Kontrolle zu geraten.

Der jüngste IPCC-Report 8.2021 (state of the climate report 2021, insgesamt 4000 Seiten[2], ipcc report 2022 summary pdf)und die oben benannte Studie des Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK)[3] zum Thema climate change 2022 und Kipppunkte belegen dies auf alarmierende Weise.

Die Lese dieser Berichte kann, auch wenn wir um die Grundproblematik und Tendenzen dieser Entwicklungen bereits seit mehr als 50 Jahren wissen, zur Ohnmacht führen. Es wird allerhöchste Eisenbahn, grundsätzlich etwas zu ändern. Mit schnellen Transformationen in einer warmen und komfortablen Welt haben es die Menschen es anscheinend schwer.

 

 

 

 

Kippunkte

Bildquelle: https://www.protect-the-planet.de/event/2021-rahmstorf-kipppunkte/

 

Klimaaspekte – Zwei polare Szenarien

Es sind polare Szenarien denkbar und sicherlich viele andere darüber hinaus. Das erste ist simpel wie verheerend. Wir leben so weiter und sehen zu, was passiert. Die nahezu unweigerliche Folge wird ein Kollaps unserer Ökosysteme.[4] Wie genau er aussehen wird und wann er eintreten wird, ist nicht genau bestimmbar. Dass er kommen wird, ist sehr wahrscheinlich.

Das zweite Szenario ist vielgestaltiger, immens aufwendig und extrem schwierig in der Durchführung. Wir lösen das Problem. Wir lernen mit hoher Geschwindigkeit anders mit dem Energieverbrauch und unseren natürlichen Ressourcen hauszuhalten. Damit meinen wir in erster Linie auf der Systemebene. Ebenso benötigen wir technische exponentiell gesteigerte Effizenzlösungen. Wir benötigen hochkreative, kooperative interdisziplinäre Schmieden für neue Ideen und Umsetzungen. Forschung allein reicht nicht aus. Das ist nur der Anfang einer langen Aufzählung.

 

Drei Beispiele: Auf der individuellen Ebene sollten wir mehr Mäßigung lernen. Beim Verbrauch sparen wir zukünftig in besser definierten Grenzen.

Wir Menschen benötigen klare Leitplanken, wie zum Beispiel eine monatlich zur Verfügung stehende Menge an Strom und Wärmeenergie. Werden diese Mengen an Energiekosten überschritten, müssen die Kosten exponentiell steigen. Zumindest so lange, bis wir über Technologien verfügen, die unseren Ressourceneinsatz effektiver und klimaneutraler gewährleisten.

Hauseigentümer werden zu Investitionen mit viel kürzeren Fristen gesetzlich gezwungen werden. Bei Nichteinhaltung drohen empfindliche Strafen. Günstige Darlehen haben bislang wenig Wirkung gezeigt. Obschon sie sinnvoll sind. Jährlich wird nur etwa 1% des Immobilienbestandes in Deutschland saniert. Das ist definitiv zu wenig. Und es ist zu langsam.

Staaten, welche den globalen Klimazielen nicht folgen oder sie einhalten, werden vom internationalen Gerichtshof zu empfindlichen Strafen verurteilt. Der Druck der anderen Staaten auf die Verweigerer muss ungeheuer steigen. Wir wissen, dass China, Indien, Brasilien, Russland und einige andere Staaten den überwiegenden Anteil am Ausstoß der Treibhausgase haben. Die reichen Staaten fördern in Zukunft massiv die ärmeren mit Investitionen oder Klimatechnologien.

COP 27: Etwa 30.000 Menschen fliegen jährlich aus aller Welt an einen Ort und reden über das Klima. Vielleicht mit den besten Absichten. Allerdings was haben die 27 COP [5] bislang erreicht? Zumeist nicht eingehaltene Absichtserklärungen. Bei Treffen wie COP werden die Nationen zukünftig daran gemessen, was sie erreichen. Und nicht, was sie versprechen. Wenn die Ziele nicht erreicht werden, kann es kein COP mehr geben. Sanktionen müssen erfolgen.

Klimaziele sind uE nicht in Frage zu stellen. Sie sind sinnvoll wie notwendig. Sie stellen Schritte zur Reduzierung der Erderwärmung dar. Ob dies reicht, wird unter Beweis zu stellen sein. Bislang steigen die Treibhausgasemissionen weiter an. Auch die Erderwärmung liegt über den angepeilten 1,5 Grad. Klima ist leider kein lokales Problem. Es lässt sich nicht lokal lösen. Ein lokaler Beitrag kann geleistet werden. Positiv ist, dass die CO2 Reduzierung in den letzten 30 Jahren in vielen Ländern um etwa 10% gelungen ist.

Allerdings steigen die CO2 Werte wieder an.[6] Zu hinterfragen ist, ob die Fokussierung auf CO2-Reduktion, die endgültige Lösung für unsere hochkomplexen ökologischen Probleme ist. Auch weil der Faktor Zeit nicht konsequent berücksichtigt wird. Gaia, unser Ökosystem Erde, samt der inflexiblen Menschheit und der Atmosphäre zeigt komplexes, nicht-lineares Verhalten. Darum kann die CO2 Reduzierung nur ein Baustein der Lösung sein.

Alle Bemühungen durch Nachhaltigkeitsreportings dem Problem zu Leibe zu rücken, dürfen bislang als wenig wirkungsvoll angesehen werden. Reporting scheint in der bisher praktizierten Weise eher willkürlich. Es gibt zu viele historisch gewachsene Systeme und Standards [7], die keine Vergleichbarkeit zulassen und die unterm Strich nicht ausweisen, dass die Erderwärmung respektive CO2 tatsächlich reduziert werden konnte.

Wir wissen inzwischen immer besser, wie und was wir messen und scheinen an den Daten zu ersticken. Nachhaltigkeitsreportings von großen Unternehmen umfassen inzwischen mehr als 300 Seiten. Die Vermessung von ppm Einheiten CO2 in ökonomischen Systemen wie der Bilanz sind auf Produktebene wie für Lieferketten sehr aufwendig. Der Weltmarktführer SAP hat 2020 mit dem Produkt climate21 einen ersten Versuch unternommen. Allerdings ist dies eine hoch aufwendige analytischen Anwendung, die im Reporting endet.

Auf jeden Fall ist sinnvoll, dass die Aufwendungen, die zur Vermeidung von Treibhausgasen eingesetzt werden, auch in der Buchhaltung in der G+V erfasst werden. So erhalten wir einen Spiegel der tatsächlichen Aktivitäten eines Unternehmens, dass sich für den Klimawandel einsetzt. Selbstverständlich bleibt die Verpflichtung der Erfassung und des Nachweises der chemisch-physikalischen Stellgrößen für den Klimawandel.

Eine Frage ist auch, wie wir den Klimawandel in Zukunft mehr in der Bilanz und Buchführung verankern können. Dazu werden wir im letzten WertePost weiteres ausführen.

 

CO2 historischRainer Monnet

monnet – UE

 

[1] http://www.pik-potsdam.de/~stefan/Publications/Kipppunkte%20im%20Klimasystem%20-%20Update%202019.pdf

[2] https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg1/#SPM

[3] https://www.nature.com/articles/s41558-021-01097-4.epdf, https://www.pik-potsdam.de/de/produkte/infothek/kippelemente, https://www.pik-potsdam.de/de/aktuelles/nachrichten/10-neue-erkenntnisse-der-klimawissenschaft-2021

[4] Ugo Bardi, Der Seneca Effekt, Warum Systeme kollabieren und wie wir damit umgehen können, oekom 2015

[5] https://www.tagesschau.de/eilmeldung/klimakonferenz-cop27-eu-abschlusserklarung-klimawandel-101.html

[6] https://carbonmonitor.org

[7] https://wertebilanz.com/nachhaltigkeitstandards/

 

Toxik

WertePost – Toxik 2025

Toxik

 

Toxik

 

Gifte – Toxine – in Produkten und Prozessen existieren reichhaltig. Dies nennen wir der Einfachheit halber Toxik. Unternehmen und Menschen zählen zu den Verursachern menschengemachter Toxik. Die Natur verfügt über natürliche Gifte, natürliche Toxik.

Eine aufschlussreiche Aufstellung der toxischen Stoffe findet sich beim Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz: Verordnung zum Schutz vor Gefahrenstoffen.  Berufsgenossenschaften weisen zum Arbeitsschutz ebenfalls auf diese hin.

Im EU-Recht finden wir ferner ein Meer von Verordnungen und Richtlinien. Letzthin hat die UNO das global harmonisierte System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien (GHS) beschlossen. Es dient zur Einstufung von Chemikalien.

Wir benötigen ein Chemie- und ein Jurastudium, um das alles im Detail zu verstehen. Ein öffentliches, für den Bürger verständliches und nachvollziehbares Strafregister, ähnlich wie ein Bußgeldkatalog im Straßenverkehr, ist nicht auffindbar.

Wir verbieten die Produktion und den Umgang mit toxischen Stoffen per Gesetz, Richtlinien und Verordnungen. Daraus folgt zwingend für Unternehmen, diese Stoffe aus ihrer Produktion herauszuhalten.

Missachtung muss unter Höchststrafen gestellt werden. Die Reaktionen von Natur und Mensch auf toxische Stoffe sind meist nicht reversibel, können nicht mehr rückgängig gemacht werden. Tod für den Menschen oder Sterben in der Natur können eine Folge sein.

Gilt für Mensch und Wirtschaft auch, was wir für die Verwendung von toxischen Stoffen oben beschrieben haben?

Toxika in sozialen und wirtschaftlichen Prozessen

Diese finden wir ebenfalls in Vielzahl. Drei Beispiele:

 

Waffenhandel

Einsatz von Rüstungsgütern riskiert Menschenleben. Es kann neben abschreckender Wirkung für den Feind tödliche Folgen auf beiden Seiten nach sich ziehen.

 

Atomenergie

Produktion von Atomstrom verursacht ein Jahrtausend anhaltendes Strahlenrisiko durch Atomkraftwerke und angereichertes Plutonium. Fukushima, Tschernobyl und Harrisburg haben mehr als deutlich die akuten Gefahren aufgezeigt. Uran-235 hat eine Halbwertszeit von 703’800’000 Jahren.

Uran 238 hat eine Halbwertszeit von 4,468 Milliarden Jahren. Nur durch Fukushima hat die Kanzlerin Merkel mitsamt der Regierung reagiert. Auch wenn einige Versprechungen später nicht eingehalten wurden, wie die Laufzeiten der deutschen Kraftwerke.

Die anderen o. g. Bereiche sind hochtoxisch und bedürfen einer klareren Gesetzgebung. Beide verstoßen in zu vielen Punkten gegen das deutsche Grundgesetz und internationales Recht (UN-Charta und die 17 SDGs) . Die konsequente Ahndung fehlt. Wir haben Gerichtsbarkeiten wie den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag.

Grotesk ist, dass die neue EU-Taxonomie Atomenergie als nachhaltig einstuft. Wirklich nachhaltig ist nur die Halbwertzeit der Strahlentoxik.

 

Finanzwirtschaft

Spekulationen, Derivate, Termingeschäfte, aller Handel (Wettcharakter) auf steigende oder fallende Kurse rächt sich. Faktoren zur Auslösung von globalen Wirtschaftskrisen. (2007)

Toxische Stoffe für Natur, Mensch und Wirtschaft sind durch die Gesetzgebung der Staaten und international ausdrücklich zu verbieten. Zuwiderhandlungen werden mit Höchststrafen geahndet.

In der Wertebilanzierung findet die Produktion von toxischen Stoffen durch die jeweiligen Produzenten Niederschlag. Gefahrengüter werden und bleiben so lange aktiviert, bis sie natürlich oder durch menschlich in die Wege geleitete (chemische) Prozesse in den Kreislauf zurück integriert sind. Das Unternehmen haftet vollumfänglich. Nicht die Gesellschaft respektive der Staat. Für die bekannten Gefahren sind Rückstellungen zu bilden.

monnet UE

Provokation der Zukunftsfähigkeit

WertePost – Provokation unserer Zukunftsfähigkeit

Provokation unserer Zukunftsfähigkeit

Menschengemachte Krisen und Katastrophen nehmen immer erschreckendere Dimensionen an. Der jüngste IPCC Report 8.2021 (insgesamt 4000 Seiten!), dessen „Summary für policymakers“: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg1/#SPM und die letzte Woche erschienene Studie des Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) https://www.nature.com/articles/s41558-021-01097-4.epdf belegen dies auf dramatische Weise. Hinzu kam der Dasgupta Review: The Economics of Biodiversity: https://www.gov.uk/government/publications/the-economics-of-biodiversity-the-dasgupta-review-government-response

COP26 diente hauptsächlich einem come together. Dringend notwendige verbindliche Vereinbarungen der Haupt Emittenten für die Klimaerwärmung wurden nicht erzielt. Die Lese dieser Berichte kann, auch wenn wir um die Grundproblematik und Tendenzen dieser Entwicklungen bereits seit mehr als 30 Jahren wissen, zu Schnappatmung und Ohnmachtsanfällen führen. Das „Ende vom Klima“ gerät in Sichtweite. Wie finden wir aus diesem Dilemma?

Warum anderes Bilanzieren eine so wichtige Rolle bei der Erreichung unserer Nachhaltigkeitsziele spielt, ist Thema dieses Beitrags.

 

Science versus Economy?

Die Sprache der Wissenschaft spricht nicht die Sprache der Wirtschaft und der Unternehmen. Inzwischen vermessen abertausende Wissenschaftler weltweit die Ökologie, inklusive Erfolg oder Misserfolg unserer Nachhaltigkeitsbemühungen. Das unternehmerische Verständnis der wissenschaftlichen Feststellungen ist von den notwendigen Umsetzungen jedoch weit entfernt. Wie sonst erklären wir uns die bislang ungenügend wirksamen Bemühungen, Nachhaltigkeit im Unternehmen zu etablieren und nachweisbar zu dokumentieren?

Es schließt sich eine grundlegende Frage an: Sind die bislang erprobten Methoden wirklich geeignet, unsere erdrückende Problemlage zu verändern, geschweige denn zu lösen?

Reporting-Systeme wie Corporate Social Responsibility (CSR), Gemeinwohlökonomie (GWÖ)[1], Integrated Reporting (IR)[2] und Global Reporting Initiative (GRI)[3] oder in Teilen die Sustainable Development Goals[4](SDG) werden allenfalls als Anhang in der Bilanz dargestellt. Ob das bislang hinreichend etwas verändert hat, wurde mir noch von keinem Unternehmen positiv beantwortet. Ich möchte nicht generell in Abrede stellen, dass große Anstrengungen im Bereich der Ökologie unternommen werden. Reports sind eben darauf angelegt, zu be- und umschreiben.

Bilanzieren dagegen beginnt mit der Erfassung von Realitäten in Euro und Cent in Form von Buchungen. Das, was ein Unternehmen tatsächlich erzielt und investiert, findet in der Bilanz seinen Niederschlag. Genau das lässt sich messen und auch ins Verhältnis setzen. Allerdings passt unsere bisherige Art zu bilanzieren nicht in das neue Denken und Handeln, dessen es bedarf. Mit den Gedanken und Rezepten der Vergangenheit kommen wir im Angesicht der Aufgabenstellung sicher nicht mehr weiter. Die Unternehmen sind wirksamste Transformationsfelder. Hier liegt ein großer Hebel zur raschen Veränderung.

 

Mut zum Quantensprung im Bewusstsein – Zuversicht zu großen Innovationen

Auch wenn die neuesten Forschungsergebnisse zum reflexartigen Handeln aufrufen, benötigen wir ebenso dringend „ökologische“ Innovationen wie wirksamere neue Methoden der Nachhaltigkeitsverfolgung. In einer Welt voller komplexer Systeme und Herausforderungen gleicht das einem Quantensprung. Wir verfügen immerhin über (vielleicht verschütt gegangene) geistige Fähigkeiten. Sie haben schließlich unser reiches historisches Kultur- und Geistesleben hervorgebracht.

Wir brauchen einen (Wieder-)Anschluss an das Geistige – das Reich der Ideen. Kreativität und Ideenreichtum sind eine Folge dieses Sich-Anschließens. Jeder Erfinder oder Künstler weiß darum. Große Veränderungen oder (Er-)Findungen in der Menschheitsgeschichte sind und waren inspiriert; von wenigen, einzelnen, einer oder einem. Viele Zeitgenossen können es sich kaum vorstellen, dass wir Zero Grad Erderwärmung erreichen können. Wir neigen dazu, vom Bestehenden auf das Morgen zu schließen.

Wir kommen nun zu der bewusstseinsverändernden Kulturtechnik: der neuen Bilanzierung als Ort der Nachhaltigkeit. Die alte Bilanz spart die großen Zukunftsthemen Nachhaltigkeit im Speziellen und Werte im Besonderen aus. Unsere Kultur beruht aber eben auch auf Ressourcen, natürlichen und geistigen Quellen, auf denen wir unsere Gesellschaft, Wissenschaft und Innovationen bauen und weiterentwickeln.

Eine Wirtschaft und eine Gesellschaft von Morgen benötigen dringend eine verantwortlichere Abbildung unserer natürlichen, humanen und sozialen Werte und Ressourcen: Fähigkeiten, Wissen, Innovationen, Patentwerte, Rohstoffe oder Kooperation werden integraler Bestandteil der Wertebilanz. Mit der Wertebilanz werden Zukunftsfähigkeit, nachhaltiger Umgang mit unseren Ressourcen und Prosperität besser messbar.  Wir benötigen ein System, das Ökologie, Ökonomie und Zukunftsfähigkeit zusammenführt.

Klassische Bilanzen weisen bekanntermaßen große Lücken und Defizite auf. Bestandteil der Wertebilanz ist eine rohstoffgetreue Nachhaltigkeitsbuchhaltung. Herkömmlich buchen wir Rohstoffe als Verbrauchsmaterial in der Gewinn- und Verlustrechnung. Welch eine Haltung gegenüber der Natur und ihren Ressourcen spricht sich hier aus? Nach dem Jahresabschluss geht zum Beispiel das Wissen über die Ressource „Kupfer“ und dessen Wert nahezu verloren.

Uns sollte klar sein, dass der einzig sinnvolle Verantwortliche für die Ressource Kupfer und dessen Verbleib das herstellende Unternehmen ist. Weder die Lieferanten noch die Konsumierenden können verantwortlich für das Produkt sein. Im Bilde gesprochen geben die Produzierenden die Ressource mit einem unsichtbaren Band an die Konsumierenden weiter. Sie leihen es förmlich aus. Desgleichen gilt für die Lieferketten mit ihren Erzeugnissen und halbfertigen Gütern.

Der Ort, in den wir die Ressource buchen, ist demnach falsch. Ressourcen sind der Natur nach Aktiva und damit Vermögen oder vermögensbildend. Nehmen wir das Beispiel eines Herstellers von mobilen Endgeräten. Dort wird Kupfer verwendet. In dem Moment, da es in der Produktion verbaut wird, geht es in den Besitz und damit die Verantwortung des Unternehmens über. Mit anderen Worten wird die Ressource Kupfer zum Anlagevermögen des Unternehmens.

Damit ist etwas Wundersames in der Bilanzierung geschaffen. Der „Ort“ der Nachhaltigkeit. Jetzt können Zugang (Recycling, Renaturierung) wie Abgang (Schwund, Verlust und Abschreibung) des Kupfers klarer dokumentiert werden. Deswegen beinhaltet die Bilanzierung von morgen eine wirklichkeitsgetreue Abbildung von Werten und Ressourcen.

Zukunftsfähigkeit Werte Ebenen für Unternehmen

Werte als humane Transformationsbeschleuniger

Für Kreativität als Wert gibt es keine Mehrzahl, sie kann von jedem Einzelnen von uns entdeckt werden. Potentiale zu fördern bedeutet auch, einen Freiraum für Autonomie zu schaffen. Zusammen mit der Kreativität wächst die Begeisterung: für persönliche Aufgaben und ein Zusammenarbeiten an gemeinsamen Zielen. Werte lassen sich weder dirigieren, verordnen noch erkaufen. Als geistige Entitäten haben Werte sich uns teilweise wegen Missbrauchs oder Vergessen entzogen. Sie existieren und warten auf uns. Befreit von Politik, rechts, links, Gier und Macht.

Sie können unsere Helfer werden, wenn wir sie zu unseren „Freunden“ machen. Sie geben uns Maß und Mitte, Orientierung, Ausrichtung auf Ziele, die wir erreichen können. Sie schaffen modern gesprochen ein „Framework“, einen Rahmen, an dem wir arbeiten können. Auch Werte unterliegen in ihrer jeweiligen Konstellation dem Wandel. Diese stellen in gewisser Weise unsere Klaviatur dar. Es gibt hohe, reiche Werte wie Freiheit und Würde. Freude, Wissen, Kreativität aber auch Sicherheit, Gesundheit und Wohlergehen gehören zu den Werten, die wir im Alltag umsetzen können.

 

Neue Bilanzform – die Wertebilanz

Die klassische Bilanz ist den dynamischen Anforderungen der Weltmärkte in Bezug auf Agilität, Nachhaltigkeit, Risiko, Begeisterung, Motivation, Identifikation, Wertentstehung in ihrer heutigen Form nicht mehr gewachsen. Gleichsam sind Werte wie Brenngläser für Wandel und Neues. Doch was ist mit den bisher nicht erfassten unternehmerischen Leistungen? Das Handelsgesetzbuch schreibt vor, korrekt, vollständig und wirklichkeitsgetreu zu bilanzieren. Doch wie sieht die Realität aus? Wir können sie sichtbarer werden lassen. Damit wird sie buchbar, klar und nachvollziehbar.

All das benötigt ein werthaltiges und verlässliches System, das auf der einen Seite Freiheitsgrade für Entwicklung in sich trägt, auf der anderen Seite einen klaren Rahmen bietet. Was ist nachhaltig und was hat Bestand? Die Bilanzierung und doppelte Buchführung wurde bereits vor mehr als fünfhundert Jahren durch den italienischen Mathematiker Luca Pacioli erfunden. Er legte auch die Gesetzmäßigkeit des goldenen Schnittes nieder. Maß, Verhältnismäßigkeit und Ästhetik sind eine gute mathematische Grundlage für unser Wirtschaften.

 

Werte nachhaltiger bilanzieren

Unternehmen, die lernen, mehr Werte zu bilanzieren, zeigen offensiv, was sie sozial, kulturell, ökologisch und nachhaltig leisten, auch für das Allgemeinwohl. Das Messen von Werten dient auch der erhöhten Übersichtlichkeit von Prozessen und Entscheidungen im Unternehmen. Die gewöhnliche Bilanz wird um wesentliche Gesichtspunkte ergänzt und auf ein höheres Niveau gehoben. Die Wertebilanz spiegelt die ökonomischen Verhältnisse realistischer und adäquat der unternehmerischen Wirklichkeit. Zu dieser Wirklichkeit gehört die Wertschöpfung, die Entstehung und das Wachsen von Werten eben. Am Ende steht eine Bilanz, die sich qualitativ sehen lassen kann.

 

https://tinyurl.com/f57a7a36

https://tinyurl.com/2eft7muj

https://www.ebook.de/de/product/40971004/rainer_monnet_wertebilanz.html

[1] https://web.ecogood.org

[2] https://integratedreporting.org

[3] https://www.globalreporting.org/standards

[4] https://sdgs.un.org/goals

Ressourcenbilanzierung

WertePost – Ressourcenbilanzierung 2025

Ressourcenbilanzierung

 

 

Ressourcenbilanzierung – neu gedacht

 

Etabliertes System

Bestandteil der Wertebilanz ist eine rohstoffgetreue Nachhaltigkeitsbuchhaltung. Sie ergänzt unternehmerische Perspektiven in ihrer Bilanz um neue Werte, Wirkungen und Ressourcen. Wir haben ein Jahrhunderte bewährtes System, dessen Möglichkeiten bei weitem nicht ausgeschöpft sind. Es wird in eindimensionaler Weise, vorwiegend finanzielle Aspekte berücksichtigend, verwendet: die doppelte Buchführung und Bilanzierung.

 

Blick auf die Quellen

Die Komplexität unserer Welt erfordert, dass wir einen konkreten Blick auf die Quellen unseres Lebens (engl. source) und damit auch unseres Wohlstandes werfen. Wir werden sonst nicht verstehen, warum wir eine neue Form der Bilanzierung benötigen. Am Beispiel der Elemente (chemikalische) und Rohstoffe wird dies deutlich. Rohstoffe sind Gaben der Natur, weitestgehend endlich. Auch unsere Kultur beruht auf menschlichen Ressourcen, geistigen Quellen, auf denen wir unsere Gesellschaft, Wissenschaft und Innovationen bauen und weiterentwickeln.

Wir benötigen ein System, das Ökologie, Ökonomie und Zukunftsfähigkeit zusammenführt. Schwellen der Nutzung und Grenzen des Verbrauchs sollen darin klar und sichtbar werden. Ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen benötigt effiziente Prozesse, Intelligenz und ein neues Bewusstsein. Uns wurde vielleicht ein Gedanke glaubhaft gemacht, dass ein Mangel an Ressourcen herrsche. Viele sind diesem Gedanken erlegen und können sich nicht mehr vorstellen, dass es eher der Mangel an intelligentem Umgang mit den Ressourcen ist, der die Erde zugrunde richtet.

Warum sollte Mutter Natur nicht genug für die Menschheit zur Verfügung haben? Achtung vor den Ressourcen zu erlangen, gelingt durch Arbeit an der Aufmerksamkeit und dem Erlernen von Ressourcenverantwortung. Durch die sachgemäße Behandlung unserer Naturgüter im Unternehmen entsteht ein neuer Verantwortungsbegriff und eine entsprechende Haltung. So werden mit der Wertebilanz Zukunftsfähigkeit, nachhaltiger Umgang mit unseren Ressourcen und Prosperität messbar. Verbrauch, Gebrauch, Vernichtung und Renaturierung natürlicher Ressourcen werden an der richtigen Stelle gebucht und aufgenommen.

 

Verantwortung durch Ressourcenbilanzierung

Diese neue Art der Verantwortung für die verwendeten Rohstoffe führt dazu, dass diese im produzierenden Unternehmen verbleiben; kontrollier- und messbar mit der Buchführung und Bilanz. Das Entnehmen und die Rückgewinnung von Ressourcen bedarf der Ausgewogenheit. Dafür verschaffen wir uns mit Messen und Analysen als integraler Bestandteil der Bilanz das notwendige Bewusstsein. Maßhalten erlernen wir durch den schonenden Umgang mit den Rohstoffen und das Wissen der Grenzen dieser. Intelligente Verschwendung funktioniert, wenn wir die Prinzipien der Circular Economy ernst nehmen, auch mit dem Erfassen der Ressourcen und der Effizienz der Prozesse.

Die Bilanzierung von morgen beinhaltet eine wirklichkeitsgetreue Abbildung von Werten UND Ressourcen. Herkömmlich buchen wir Rohstoffe als Verbrauchsmaterial in der GuV. Was ist das für eine Haltung gegenüber der Natur und den Ressourcen? Nach dem Jahresabschluss ist das Wissen über die Ressource „Kupfer“ und dessen Wert nahezu verloren, da die Buchungen in der GuV durch den Jahresabschluss aus der Bilanz gehalten werden. Das entspricht der über Jahrzehnte gelebten Wegwerfmentalität.

Wer ist verantwortlich für das Kupfer und wem gehört es? Dem Lieferanten, dem produzierenden Unternehmen oder dem Kunden? Uns sollte klar sein, dass der einzig sinnvolle Verantwortliche für die Ressource Kupfer und dessen Verbleib das herstellende Unternehmen ist und dies auch bleiben sollte. Deshalb benötigt es einen anderen Ort als die GuV. Weder der Lieferant noch die Konsumierenden können verantwortlich für das Produkt sein. Im Bilde gesprochen gibt der Produzent die Ressource mit einem unsichtbaren Band an die Konsumierenden. Er leiht es förmlich aus. Der Ort, in den wir die Ressource buchen, ist falsch.

 

Aktivierung von Ressourcen – Ressourcenbilanzierung

Ressourcen sind Aktiva und damit unternehmerisches Vermögen. Mit anderen Worten: Die verwendete Ressource Kupfer wird Anlagevermögen des Unternehmens. Damit ist etwas Wundersames in der Bilanzierung geschaffen. Der „Ort“ der Nachhaltigkeit! Jetzt können Zugang (Recycling) und Abgang (Schwund, Verlust und Abschreibung) des Kupfers klar dokumentiert werden. Holt der Produzent das Kupfer vom Konsumierenden nicht zurück, verliert das Unternehmen an Wert.

Das könnte auch steuerlich relevant werden. Unternehmen, die sich um den Erhalt einer Ressource kümmern, können das in € und Cent belegen. Das könnte sich langfristig steuerlich positiv auswirken. Damit kämen wir weg von einer Pauschal- hin zu einer Realbesteuerung. Verbrauch, Gebrauch, Vernichtung und Renaturierung natürlicher Ressourcen werden zukünftig an der richtigen Stelle gebucht – und das zeigt Wirkung.

 

Wertebilanz – Werte nachhaltig bilanzieren für eine zukunftsfähige Ökonomie

Lindemanns Bibliothek – Fachbuch

ISBN 978-3-96308-110-1 · 29,80 Euro

Wertebilanz - Das buch

Ressourcen sind das neue Kapital – neue Werte buchen

WertePost – Ressourcen sind das neue Kapital 2020

Ressourcen sind das neue Kapital – neue Werte buchen

 

Ressourcen sind das neue Kapital

Natürlich waren Ressourcen in der Vergangenheit bereits die Grundlage für unser Wirtschaften. Das Kapital, vielmehr unser Begriff davon, hat sich in fast ausschließlich geldliche Aspekte verirrt. „Geld regiert die Welt – Imperat in toto regina pecunia mundo.“ [1] ist reduziert, jedoch bringt es der Spruch auf den Punkt. Geld und Kapital sind Ausdruck und Bestandteil eines Bewertungs- und Wertschöpfungsprozesses. Geld sollte Mittel zum Zweck sein; und nicht zum Selbstzweck als Ware gehandelt werden. Virtuelles Kapital versus reales Geld war 2018 im Verhältnis circa 85:15. [2] Darum sind Ressourcen das neue Kapital.

Kapital ist Ermöglicher für menschliches und unternehmerisches Handeln. Getrieben von ausschließlichen Gewinnerzielungsabsichten des Kapitalismus führt unternehmerisches Handeln zur Ausgrenzung von lebenserhaltenden und überlebenswichtigen Faktoren. Da sich das Kapital und auch die Geldströme von den eigentlichen Ressourcen abgelöst haben, wollen wir zurückkehren zu den ursprünglichen Grundlagen des Lebens und ihren Quellen.

In neueren wissenschaftlichen Abhandlungen finden sich verschiedene Kapitalarten beschrieben:

 

Kapitalarten

  • Humankapital.          Human capital (Menschliches Wissen, Können, Erfahrung, …)
  • Naturkapital              Natural capital (Umwelt und Naturgüter, …)
  • Sozialkapital              Social capital (Fähigkeit zu kooperieren und zusammen zu arbeiten, …)
  • Kulturkapital             Culture capital (Bildung, Erziehung, Kultur, …)
  • Wissenskapital          Immaterielle Werte (Patente, Wissenschaft, Wissen, …)
  • Haltungskapital        Purpose capital (Sinnorientierung, Verantwortlichkeit, Engagement)
  • Finanzkapital            Financial capital (Geld und Vermögen, …)

Wenn wir zukünftig von Ressourcen sprechen, dann strukturieren wir diese in die Bereiche:

 

 

Ressourcen – Ressourcen sind das neue Kapital

  • Natürliche Ressourcen – Rohstoffe, Naturgüter, …
  • Menschliche Ressourcen  – geistiges Potential, wissenschaftliche Erkenntnisse, Patente
  • Soziale Ressourcen – unternehmerische gesellschaftliche Gesamtverantwortung, Kooperation und Zusammenarbeit, Arbeitskraft, …
  • Kulturelle Ressourcen – Bildung, Erziehung, Kultur, …

Aller Grund die Dominanz des Kapitals zu schwächen und andere oder neue Prioritäten zu setzen. Eine Abkehr von der Monetarisierung ist nicht beabsichtigt. Im Gegenteil sollten wir uns Gedanken machen, Ressourcen richtig zu bewerten oder ihnen einen anderen Stellenwert zu verleihen: auch in der Bilanz. Werte in ihrer Entstehung zu beobachten und diesen Prozessen einen monetären Wert zuzuschreiben, ist die neue Buchhaltung und diese müssen wir entwickeln und in den Unternehmen einführen.

Der Begriff Ressource, vom englischen „source“ gleich Quelle, drückt wunderbar aus, worum es geht. Eine Quelle entspringt dem Ursprünglichen und ist wie ein Geschenk der Natur oder des Geistes. Volkswirtschaftlich beginnt Kapitalbildung durch Arbeit. Dies wenn natürliche Ressourcen durch die menschliche Tätigkeit verändert oder veredelt werden. Dadurch erhält es seinen initialen (Geld-)Wert. Die Organisation und Arbeitsteilung ist eine höhere Form der durchgeistigten Arbeit. Sie schafft neue Werte; und damit auch Geldwerte. Die Organisation der Arbeit bedeutet Emanzipation des Menschen von der Natur. Diese hatte teils verheerende Auswirkungen durch die Industrialisierung.

 

 

Ressourcenreichtum

Ressourcen sollten in ausreichender Menge für die Menschheit zur Verfügung stehen. Unsere Nutzung der Ressourcen war nicht in verträglicher und nachhaltiger Weise. Wir ver- und gebrauchen unsere natürlichen Grundlagen so, als seien sie unendlich zur Verfügung. Die Begriffe Ökonomie und Ökologie haben zwar die gleiche Wurzel: oikos [3]. Der Zusammenhang dieser Begriffe hat sich unserem modernen Wirtschaften und Handeln entkoppelt. Natur sollte ausschließlich nicht Generierer zur Kapitalbildung sein. Alexander von Humboldt forderte uns auf, „die Erscheinung der körperlichen Dinge in ihrem Zusammenhange, die Natur als durch innere Kräfte bewegtes und belebtes Ganzes“ [4] zu erkennen. Dies allein sollte uns ermuntern, nach ganzheitlichen Methoden der Wertbestimmung und des Verbuchens in der Bilanz zu forschen.

 

 

Messen und Bewerten

Wir verfügen inzwischen über eine große Anzahl von wissenschaftlichen Messmethoden und Standards. Diese in der Wertebilanz, sozial, ökologisch-nachhaltig und kulturell zu repräsentieren, ist es an der Zeit. Was uns fehlt ist der Wille, dies auch offen und genau in der Buchhaltung abzubilden. Ressourcen wollen wir anders als herkömmlich unter ausschließlich Kapitalgesichtspunkten oder erstmalig in der Wertebilanz repräsentieren. Ressourcen werden benötigt, damit Unternehmen ihre Produkte, Waren herstellen oder Dienstleistungen erbringen können.

 

Fazit

Der Abbau oder Verbrauch von natürlichen Ressourcen setzt Werte frei. Es wäre eine neue Blickrichtung, diese in ihrem Verzehr zum Beispiel bilanziell betriebswirtschaftlich anders zu bewerten oder zu verbuchen. Es gibt derzeit keine Abschreibung [5] (AfA) für natürliche Ressourcen. Sofern diese wiederzuverwenden sind, wie beim Recycling oder dem „Cradle to Cradle Prinzip“ [6] der Ökoeffektivität [7], gelten andere Maßstäbe. Unsere Ressourcen verlangen einen anderen Umgang mit ihnen. Die Externalisierung von Kosten kann durch eine bewusst neu eingeführte Wertebilanz eingeschränkt werden.

 

 

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monnet – Unternehmensentwicklung

CO2 Preise, Steuern und Emissionshandel

WertePost – CO2 Preise, Steuern und Emissionshandel

CO2 Preise, Steuern und Emissionshandel

 

 

CO2 Preise, Steuern und Emissionshandel

Wir haben in Deutschland eine immer größer werdende Anzahl von etwa 20 Steuerarten. Die neueste vielleicht auf uns zukommende wird eine CO2 Steuer sein? Der Bürger versteht schon lange nicht mehr, für was und wen er Steuern zahlt. Steuern auf den Flugtreibstoff Kerosin in Zeiten des Klimawandels werden EU-weit nicht erhoben, außer in den Niederlanden. Mehrfachbesteuerung über die Mehrwertsteuer hinaus durch zahlreiche verdeckte Verbrauchssteuern sind nicht nachvollziehbar. Stehen die Art und Weise, wie der Staat Steuern erhebt und wofür er diese Mittel ausgibt in einem gesunden Verhältnis? Die Umsatzsteuer wird prozentual unterschiedlich z.B. 7% für Kartoffeln und Garnelen und 19% für Süßkartoffeln und Hummer erhoben. Dies ist beileibe nicht nachvollziehbar.¹

Unverständlich für Unternehmer und Bürger bleibt, wofür diese Steuern gezahlt werden. Es ist ebenso nicht transparent, wohin die Unternehmenssteuergelder fließen. In den vergangenen Jahrzehnten wurde wiederholt die Umsatzsteuer erhöht. Dies hatte zur Folge, dass diese Mehrkosten an die Konsumenten weitergereicht wurden und über die Mehrwertsteuer wiederum zugelangt wurde. Ein anderes Beispiel ist der Solidaritätszuschlag. Er wird seit der Wende erhoben. Der ursprüngliche Zweck liegt nicht mehr vor. Zu Beginn sollten damit die Kosten der Wiedervereinigung und der Umbau der ehemaligen DDR finanziert werden.

 

 

CO2 Steuern und die Unternehmen

Dass Unternehmer bei der drohenden CO2 Steuer oder über einen möglichen Emissionshandel stöhnen, scheint verständlich. Der Grundgedanke des Emissionshandels scheint gut. Er beruht auf dem Prinzip Selbstorganisation der Unternehmer und der Gesellschaft. Das Konzept basiert auf unternehmerische ökologische-ökonomische Ausgleiche. Es gibt Unternehmen, die z.B. mehr CO2 produzieren und welche, die es weniger tun. Damit tritt eine schwer zu lösende Aufgabe auf den Plan. Wer bestimmt die Grenzwerte und wie hoch werden die Schwellen gesetzt? Wer organisiert den Handel und wer verdient daran? Selbstverständlich ist, dass Luft und CO2  nicht national zu fassen sind. Ein Zertifikate Handel müsste global definiert und umgesetzt werden.

Die Bürger werden vielleicht erst klagen, wenn die Folgen dieser möglichen neuen Steuer ihren Geldbeutel leeren. Verstehen werden die auslösenden Faktoren eher wenige. Steuern könnte mehr mit dem Verb steuern in Beziehung gebracht werden. Richtung weisen, weniger reglementieren könnte ein Motto sein. Was müsste anders geregelt werden? Was wären Voraussetzungen für eine Veränderung? Steuern sollten wir neu definieren und anders regeln. Dabei könnten die unterschiedlichen Sichtweisen des Staates, der Unternehmen und der Bürger eine bedeutende Rolle spielen. Was müsste geschehen, dass Bürger wie Unternehmen gerne Steuern zahlen?

Ein paradoxer Gedanke? Der Grundgedanke der Finanzierung der allgemeinen Gesellschaftsaufgaben und des Gemeinwesens durch Steuern träte mehr in den Vordergrund.²  In diesem Sinne haben Unternehmer nicht prinzipiell etwas gegen Steuern, genauso wenig wie mündige und verantwortungsbewusste Bürger.

Mit der Wertebilanz kann die Erfassung von ökologischen, sozialen und kulturellen Werten neue Grundlagen für eine ressourcengerechte Besteuerung liefern. Differenziert gebucht, ließen sich aus Bilanz und GuV steuerlich relevante Werte extrahieren, die eine realökonomische Grundlage hätten.³ Dies würde voraussetzen, dass der Staat selber ebenfalls (Werte) bilanziert. So kann die Verwendung und die Wirkung des Mitteleinsatzes aus Steuerausgaben genau verfolgt und besser analysiert werden. Sowohl von Bürgern als auch von Unternehmen. Die mehrfache Besteuerung mit ihrer Kaskadenwirkung könnte so eingedämmt werden. Das Steuersystem und die Verwaltung würden sich gesundschrumpfen.

Wertvolle Rohstoffe, vor allem wiederverwertbare sind als Ressourcen, im Sinne als Vermögenswerte eines Unternehmens anzusehen und auch als solche zu buchen. Damit ist die Verantwortung für die Ressource eindeutig dokumentiert, nämlich im produzierenden Unternehmen. Die Verantwortung für unsere Ressourcen lässt sich so nicht mehr versteckt, durch den Verkauf der Erzeugnisse an den Verbraucher, abdrücken.

Der Verbrauch der Ressource wird dokumentiert, wie auch die Aufwendungen der Wiederherstellung/Recycling. Bei der Produktion von Waren entstehen Spurengase wie CO2 oder toxische Substanzen. Hier gilt es die Vermeidung oder Minderung, die Verwandlung in weniger schädliche Substanzen, die Auslassung oder die Eliminierung durch geeignete Verfahren zu dokumentieren und den Werteverzehr oder den -zuwachs zu buchen.

Damit wären wir bei der Frage, was schädlich für den Menschen und die Gesellschaft ist. Billige Produkte führen in der Regel dazu, dass die eigentlichen Kosten beim Staat und dann beim Bürger landen oder zu Lasten der Natur gehen. Ein Plastikbecher z.B. wird aus mehreren hundert Chemikalien hergestellt. Er kann weniger gut oder gar nicht recycelt werden wie einer, der nur aus wenigen Werkstoffen hergestellt wurde. Das Beispiel macht eine weitere Aufgabe deutlich.

Der Staat hat die Verantwortung, gewisse Produktionsverfahren und Werkstoffe, die dem Gemeinwohl und der Natur schaden, per Gesetz zu verbieten. Das muss keinesfalls in eine Sackgasse führen: es würde Einiges bewirken. Ingenieure sind dafür bekannt, dass sie erfinderisch sind und Neues kreieren oder Ersatzlösungen konzipieren. So würden Unternehmen, die sich der Kreislaufwirtschaft und der Ökologieeffektivität verpflichtet sehen, automatisch weniger Steuern zahlen, da sie zu ihrem Vermögen in Verantwortung stehen.

Dies wird messbar am Wert der verwandten Ressourcen. Mit anderen Worten, ein Unternehmen, das Verantwortung für die Ressource übernimmt und sie erhält, würde auch weniger vom Staat zur Kasse gebeten. Der Verzehr der Ressource müsste nur besteuert werden. Die steuerliche Einsparung kann in die Aufwendungen zur Erhaltung der Ressource reinvestiert werden. Unternehmen, die ihre Ressourcen verbrauchen, müssten zusätzliche Steuern dafür zahlen. Die Rücknahmeverpflichtung der Hersteller für ihre Produkte wird seit mindestens drei Jahrzehnten diskutiert. Wenn Vermeidung der Produktion von Schadstoffen oder unternehmerisch nachhaltige Verantwortung vom Staat honoriert wird, wird dies weitreichende und positive Effekte für unsere Umwelt haben.4.

 

Steuern und Digitales

Zurück zum Thema Steuern. Die Forderung nach einer Digitalsteuer macht einiges deutlich. Die Digitalisierung und die damit verbundene Wertschöpfung hat dazu geführt, dass Konzerne wie Google und Facebook sich nicht herkunftsnational, sondern fremdnational besteuern lassen. Dies indem sie die Umsätze und damit Gewinne in Nationen wie Irland verlegen. Hier gelten andere Steuergesetzgebungen und vor allem geringere Steuern als im Herkunftsland. Das sind Auswüchse der Globalisierung. Der hier gelebte priorisierte Unternehmenswert ist „most profit“ und unternehmerischer Egoismus.

Fragen werden hier laut wie: Ergibt es Sinn und ist es zielführend, globale Steuern einzuführen? Können international erzielte Erlöse überhaupt eine nationale Angelegenheit sein? Wo liegt die tatsächliche Wertschöpfung von Digitalprodukten? Hier wird es immer flüchtiger und mit althergebrachten Methoden und Steuersystemen kommt die Weltgemeinschaft nicht weiter. Ein Gedanke wäre den Ver- und Gebrauch von Digitalprodukten dort zu besteuern, wo er tatsächlich in Anspruch genommen wird. Dies würde bedeuten, dass die Erhebung der Mehrwert- und die Umsatzsteuer anders gehandhabt werden müssten.

 

Fazit

Unternehmen, die bislang eher den Profit und die Verschwendung von Ressourcen als Maxime ihres Unternehmens sahen, werden sich umorientieren müssen. Dies, wenn die oben grob beschriebenen neuen Steuergrundsätze eingeführt würden. Dann werden Waren, die über Gebühr Ressourcen verschwenden, so teuer, dass Unternehmen Gefahr laufen, unwirtschaftlich zu arbeiten.

Dies bedeutet auch ein neues Verständnis des Begriffs des Vermögens. Roh- und Hilfsstoffe werden als Ressource in das Anlagevermögen der Wertebilanz genommen und bleibt so im Besitz des Unternehmens. Das bedeutet für Unternehmen, Verantwortung zu übernehmen für die verwandten Materialien, Produkte und Ressourcen. Diese Orientierung wird zu weiteren Aufwendungen für die Unternehmen führen, all diese Prozesse, die der Nachhaltigkeit geschuldet sind, zu bilanzieren.

Der Aufwand lohnt sich, da alle Beteiligten nachvollziehen können, wie die Werte wachsen oder vergehen. Und warum und wieviel Steuern dafür fällig werden. Bei der Gelegenheit kann auch hinterfragt werden, ob die Mehrwertsteuer tatsächlich Mehrwerte besteuert. Oder ist sie tatsächlich eine Konsumsteuer? Wir sind uns einig: wir können vieles messen, aber nicht alles. Was wir messen können, gehört in die Bücher der Unternehmen. Wir haben es schwer den abstrakten scheinenden Begriff oder den Wert der Ökologie zu messen.

Allerdings können wir das, was wir zum Beispiel für den Schutz, den Aufbau oder die Renaturierung von Ressourcen einsetzen und ausgeben, in der GuV exakter und stichhaltiger erfassen. Auf dieser Grundlage könnte der Staat dies besser nachvollziehen und damit realer besteuern. Differenziert dieses nach erweiterten Faktoren und Kategorien und der Bewertung dieser. Neuland für die Bilanzierung von Unternehmensprozessen im digitalen und globalen Zeitalter – nachhaltig, ökologisch, sozial und kulturell.

Das inzwischen verabschiedete Klimaschutzprogramm 2030 ist ein weiterer kleiner unbeholfener Schritt auf ausgetretenen Pfaden: Eine neue Haltung zu finden und wirksame Gesetze zu beschliessen, die unsere Natur schützen, würdigen und die partikularen Eigeninteressen der Menschen mässigen. 5

 

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monnet – Unternehmensentwicklung