Wertesensorium – Zukunftsunternehmen
Mit Werten in Kontakt treten? Wie nutzen sie ihnen und ihrem Unternehmen? Die Betrachtung durch ein Wertesensorium führt uns zu Werten, die ein modernes und zukunftsorientiertes Unternehmen auszeichnen. Bei Mittelständler:innen sind viele dieser Werte im täglichen Gebrauch. Teilweise mögen sie etwas abgenutzt oder in Vergessenheit geraten sein. Das liegt vielleicht daran, dass die Werte mit der Zeit im Bewusstsein des Menschen an Lebendigkeit verlieren. Das heißt, wenn die Werte nicht gelebt werden.
Dazu ist die Bilanz ein umfängliches Werkzeug. Periodisch wird immer wieder neu durch das Bilanzieren Bewusstsein geschaffen. Welche Werte sollen bilanziert werden? Eine stimmige Konstellation von Werten ist ebenfalls von hoher Bedeutung. Wir stellen in der Folge in den Blogs Wert um Wert dar.
Wir haben 42 Werte identifiziert und beschrieben, welche für ein Unternehmen als Grundlage herangezogen werden können. Jedes Unternehmen entscheidet eigenständig über die für sie relevanten Werte. Diese können folgend in die Bilanz hineingearbeitet werden. Die 42 Werte wurden in 3 Ebenen aufgegliedert. Diese Zuordnung ist metaphorisch zu verstehen. So können wir uns die verschiedenen Ebenen, in denen die Werte existieren, besser einprägen und uns orientieren. Wertesensorium entwickeln: Bilanzen entstammen einem mathematischen Refugium.
Sie gehören zu dem Führungsinstrumentarium, um wirtschaftliche Prozesse und Entscheidungen in Unternehmen oder Organisationen zu erfassen, zu beziffern und zu dokumentieren. Das bedeutet konkret zugleich für einen Zeitraum und als Statusfeststellung den ökonomischen Zustand abzubilden – Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) und Bilanz. Mit der Bilanz kann also die Werthaltigkeit eines Unternehmens festgestellt werden. In der Vergangenheit beschränkten wir uns beim Bilanzieren auf vorwiegend finanzielle Aspekte. Darum ist es wichtig für ein Unternehmen, ein Wertesensorium zu entwickeln.

Werte haben zunächst eine andere Natur. Wir ordnen sie gewöhnlich der Philosophie zu, so als hätten sie nicht viel mit der harten wirtschaftlichen Realität zu tun; Das ist einseitig. Werte entstammen ihrem Wesen nach dem Geistigen, sind also zunächst unsichtbar. Darum benötigen diese initial eine ihnen entsprechende Vorgehensweise, um den f
olgenreichen materiellen Niederschlag im Sichtbaren und deren jeweiligen Stati in den Bilanzen erfassen zu können. Dabei steht das Thema Wirksamkeit als Mittler zwischen der Entstehung eines Wertes (Beginn, geistig) und dessen Bilanzierung im Unternehmen (Ende, materiell). Werte sind geistige Entitäten, die uns Menschen zur Verfügung stehen; sie können sich an diesen orientieren. Wichtig ist zu erkennen, dass einzelne Werte für sich gesehen nicht solch eine Kraft entfalten können wie Konstellationen oder Kompositionen von mehreren Werten.
Die Bedeutung von Werten für moderne Unternehmen
In einer sich ständig wandelnden Geschäftswelt ist die Auseinandersetzung mit Werten nicht nur ein philosophisches Unterfangen, sondern eine strategische Notwendigkeit. Ein Unternehmen, das die richtigen Werte erkennt, lebt und bilanziert, stärkt nicht nur seine Identität, sondern auch seine Zukunftsfähigkeit. Das Konzept eines Wertesensoriums bietet hier einen innovativen Ansatz, um Werte bewusst zu machen, zu pflegen und in den unternehmerischen Alltag zu integrieren.Doch was genau bedeutet ein Wertesensorium, und wie können Unternehmen davon profitieren?
Die Antwort liegt in der Verbindung von Wirtschaftlichkeit und Philosophie. Werte, die oft als immaterielle Größen wahrgenommen werden, können durch gezieltes Bilanzieren greifbar gemacht werden – ein Prozess, der nicht nur das Bewusstsein stärkt, sondern auch die Grundlage für nachhaltigen Erfolg bildet.
Was ist ein Wertesensorium?
Ein Wertesensorium ist im Kern ein Werkzeug, das Unternehmen dabei hilft, ihre Werte zu identifizieren, zu priorisieren und messbar zu machen. Im Gegensatz zu klassischen Bilanzen, die primär auf finanzielle Kennzahlen fokussiert sind, erweitert das Wertesensorium den Blick auf die immateriellen, aber ebenso wichtigen Elemente eines Unternehmens: Kultur, Ethik, Innovation und soziale Verantwortung.
Die 42 identifizierten Werte, die in drei metaphorische Ebenen unterteilt wurden, bieten eine Orientierungshilfe, um diese immateriellen Aspekte gezielt zu betrachten. Unternehmen können diese Werte individuell auswählen und an ihre Bedürfnisse anpassen. Das Ziel ist nicht nur, einzelne Werte zu stärken, sondern harmonische Konstellationen zu schaffen, die eine nachhaltige Wirkung auf die Unternehmenskultur und die wirtschaftliche Leistung haben.
Werte in die Unternehmenspraxis integrieren
Die Integration von Werten in das tägliche Unternehmensgeschehen erfordert Bewusstsein und Engagement. Die zentrale Frage lautet: Welche Werte wollen wir leben und wie können wir sie messen? Hier hilft die Praxis des Bilanzierens. Ähnlich wie bei finanziellen Bilanzen können auch Werte regelmäßig analysiert und bewertet werden. Dies schafft nicht nur Transparenz, sondern sorgt auch dafür, dass Werte an Bedeutung gewinnen und nicht in Vergessenheit geraten.
Ein Beispiel: Ein Unternehmen, das Nachhaltigkeit als einen zentralen Wert definiert, könnte Maßnahmen zur Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks in seine Wertbilanz aufnehmen. Diese Maßnahmen können dann messbar gemacht werden, etwa durch die Analyse von CO₂-Emissionen oder durch die Bewertung von nachhaltigen Lieferketten.Wirksamkeit spielt hierbei eine Schlüsselrolle. Werte sind keine statischen Konzepte, sondern entfalten ihre Kraft erst, wenn sie aktiv gelebt und in konkrete Maßnahmen umgesetzt werden. Eine nachhaltige Unternehmensstrategie baut daher auf einer Kombination aus individuellen Werten und stimmigen Kompositionen auf.
Der Nutzen eines Wertesensoriums für Unternehmen
Ein Unternehmen, das sich intensiv mit seinen Werten auseinandersetzt, profitiert auf mehreren Ebenen:
- Stärkung der Unternehmenskultur: Ein klares Werteverständnis schafft Identifikation und Motivation bei Mitarbeiter:innen.
- Verbesserung der Außenwirkung: Kunden und Partner nehmen Unternehmen, die Werte aktiv leben, als glaubwürdiger wahr.
- Langfristige Orientierung: Werte bieten eine stabile Grundlage für Entscheidungen und helfen, in unsicheren Zeiten Kurs zu halten.
- Innovationsförderung: Werte wie Kreativität und Offenheit fördern neue Ideen und Ansätze.
Darüber hinaus unterstützt ein Wertesensorium dabei, den wirtschaftlichen Erfolg langfristig zu sichern. Denn Unternehmen, die ihre Werte bewusst gestalten, können sich besser an gesellschaftliche und marktbedingte Veränderungen anpassen.
Resümee: Werte als Fundament für die Zukunft
Die Entwicklung eines Wertesensoriums ist ein entscheidender Schritt für Unternehmen, die zukunftsorientiert handeln möchten. Werte sind nicht nur immaterielle Größen, sondern haben eine konkrete Auswirkung auf den Erfolg und die Stabilität eines Unternehmens. Indem Werte identifiziert, bewusst gemacht und bilanziert werden, entsteht eine harmonische Verbindung zwischen Philosophie und Wirtschaft.
Unternehmen, die ihre Werte aktiv leben, schaffen Vertrauen, stärken ihre Position am Markt und fördern eine nachhaltige Entwicklung. In einer Zeit, in der gesellschaftliche und ökologische Verantwortung immer wichtiger werden, ist ein Wertesensorium nicht nur ein Werkzeug, sondern eine Notwendigkeit für den Erfolg von morgen.Nutzen Sie die Chance, Ihre Werte zu entdecken und aktiv in Ihren Unternehmensalltag zu integrieren – für eine stabile, nachhaltige und erfolgreiche Zukunft. Welche Werte wollen Sie leben?
Werte und ihre Ordnung – im Detail
Werte I. OrdnungFreiheit · Gleichheit · Humanität · Mut · Weisheit · Würde · Mäßigung
Freiheit
Freiheit zählt zu den höchsten Idealen einer zivilisierten Gesellschaft. Autonomie und Selbstbestimmung sind Errungenschaften einer freiheitlichen Grund- und Werteordnung. Die Fähigkeit, sich ohne Zwang zwischen Alternativen zu entscheiden und die Meinung Andersdenkender zu tolerieren, prägt den Wert. Freiheit hat ein starkes individuelles Gepräge und einen geistigen Ursprung. Der Quell der Freiheit liegt im Denken – der Mensch ist zunächst im Denken ein freies Wesen. Eigenständigkeit und Eigenverantwortlichkeit benötigen Freiräume.
„Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen, was sie nicht hören wollen.“ — George Orwell
Gleichheit
Nicht alle Menschen sind gleich, doch in demokratischen Verfassungen räumen wir allen Bürgern gleiche Rechte ein. Identität und Individualität machen jeden Menschen einzigartig. Gleichheit der Einzelnen setzt Gerechtigkeit voraus. Im Rechtsleben ist das grundlegende Gerechtigkeits-Ideal die Gleichheit vor dem Gesetz.
„Das Gleiche lässt uns in Ruhe, aber der Widerspruch ist es, der uns produktiv macht.“ — Johann Wolfgang von Goethe
Humanität
Zur Menschlichkeit zählen Güte, Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft und Mitgefühl. Würde ist eine Grundvoraussetzung der Humanität. Die UN-Charta der Menschenrechte und UN-Nachhaltigkeitsziele haben zur Anreicherung dieses Wertes beigetragen. Mit Humanität ist ebenfalls die Andersartigkeit verbunden. Völkerverständigung gelingt nicht ohne das Versprechen für die Menschlichkeit – sowohl als Seins-Zustand und Handlungsmaxime als auch mit der Schwäche zu Verfehlungen verbunden. Die Vorstellung, wie Humanität zu definieren sei, fällt in jedem Land unterschiedlich aus.
„Humanität besteht darin, dass niemals ein Mensch einem Zweck geopfert wird.“ — Albert Schweitzer
Mut
Mut und Tapferkeit werden als derzeitige Favoriten gewürdigt. Zusammen mit der Mäßigung waren beide den Griechen als Kardinaltugenden wohlbekannt. Heute sind sie von großer und existenzieller Bedeutung. Wer Mut oder Wagemut zeigt, traut sich in Gefahrenzonen, in unkalkulierbare Situationen oder aus der zivilisatorischen Komfortzone. Mut ist nicht angeboren, sondern erlernbar. Tapferkeit ist eine der vier platonischen Kardinaltugenden und erklärt sich mit Standhaftigkeit – sich dem Furchtbaren trotz Furcht entgegenzustellen, um des guten Willens willen.
„Zwischen Hochmut und Demut steht ein drittes, dem das Leben gehört, und das ist der Mut.“ — Theodor Fontane
Weisheit
Die Weisheit hat viele Facetten: irdische und kosmische Weisheit oder die Liebe. Neben die universale, kosmische Weisheit stellt sich die Lebensweisheit. Das Streben nach ihr ist für den sich entwickelnden Menschen von großem Wert. Weisheit beschränkt den Menschen nicht auf physische Verhältnisse; die geistige Welt wird als Bestandteil der Wirklichkeit gesehen. Das menschliche Denken ist das Bindeglied und Erkenntnisorgan. Weisheit fasst Erfahrung, Praxis und Wissen zusammen.
„Die Weisheit eines Menschen misst man nicht nach seinen Erfahrungen, sondern nach seiner Fähigkeit, Erfahrungen zu machen.“ — George Bernard Shaw
Würde
Würde hat Dimensionen: eine rein innerliche, eine auf andere Menschen gerichtete und eine die Menschheit betreffende. Die Achtung vor der Natur, der Erde und dem Kosmos gehört zu einem würdevollen Umgang. Würde entstammt der mittelhochdeutschen Form „wierde“ und bedeutet Wert. Jeder Mensch besitzt einen individuellen Kern – das „Ich“ – der der Ort der persönlichen Würde ist. Diese Einzigartigkeit bedarf des Schutzes, der Unabhängigkeit und der Achtung.
„Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ — Art. 1 Grundgesetz
Mäßigung
Die Mäßigung beinhaltet bereits im Wort das Maß. Maßhalten und Haushalten mit notwendigen seelischen Kräften gilt auch für den Konsum des Einzelnen. Eine innere Waage zu entwickeln, die die „Mitte finden“ aufzeigt, ist hilfreich. Weder das Zuwenig noch das Zuviel zu erlangen ist ratsam. Nachhaltigkeit und Maßhalten zeugen Gesundheit. Das Gefühl für das Maß der Dinge scheinen die Menschen weitestgehend verloren zu haben. Sich zu mäßigen bedingt einen Wesenskern – eine Instanz im Menschen, der die Realität der Außenwelt mit der Innenwelt in Beziehung zu setzen weiß.
„Mäßigung ist eine verhängnisvolle Sache, denn nichts ist so erfolgreich wie der Exzess.“ — Oscar Wilde
Werte II. OrdnungAltruismus · Freude · Erkenntnis · Kreativität · Motivation · Gerechtigkeit · Authentizität
Altruismus + Allgemeinwohl
Altruismus heißt zunächst, auf andere Rücksicht zu nehmen – bereit zu sein, für andere etwas zu leisten oder zu einer Leistung beizutragen, um einen Gemeinschaftssinn zu entwickeln. Der Grad der Intensität reicht vom egoistisch nutzbringenden Handeln für die Gemeinschaft bis zur Bereitschaft der Aufopferung für die Menschheit. Fürsorglichkeit drückt eine menschliche Geste aus, die mit Interesse und Bewusstsein auf den anderen Menschen schaut. Altruismus findet sich auch im Verhalten von Tieren und Pflanzen; Selbstlosigkeit und Nächstenliebe sind meist in der religiösen Domäne beheimatet.
Die Forschung zeigt: Menschen, die sozial besser vernetzt sind – zur Familie, zu Freunden, zur Gemeinschaft – sind glücklicher, körperlich gesünder und leben länger als Menschen mit weniger guten Beziehungen.
„Glücklich ist der Mann, der sein Leben lang für jemanden arbeiten darf, den er liebt.“ — Leo Tolstoi
Freude + Aufmerksamkeit
Freude und Aufmerksamkeit bilden eine fruchtbare Konjunktion. Freude ist ein geistiger Funke, der jedem Menschen mit der Geburt geschenkt wird. Sie kommt von innen und ist ein ansteckender positiver Virus – eher eine Grundhaltung. Begeisterung ist fokussiert auf eine Sache, ein Projekt oder einen Prozess. Freude an der Arbeit und der Zusammenarbeit zu entwickeln gehört zu den schönsten Erlebnissen, die ein Mensch erleben kann.
Die Aufmerksamkeit scheint aus dem Fokus geraten zu sein. Das Bindeglied zwischen Achtsamkeit und Konzentration ist die Aufmerksamkeit, die auf einer höheren Ebene steht. Ein aufmerksamer Mensch wendet sich anderen und der Welt mit Interesse zu – ein proaktiver Vorgang ohne Erwartung einer Gegenleistung. Aufmerksamkeit ist eng mit unserem Bewusstsein verbunden.
„Wir streben mehr danach, Schmerz zu vermeiden als Freude zu gewinnen.“ — Sigmund Freud
Erkenntnis + Entwicklung
Die Erkenntnisfähigkeit ist die Basis allen Forschens und Begreifens der Welt und allen Lebens. Die Entwicklung – vor allem die Möglichkeit zur Entfaltung der menschlichen und unternehmerischen Potentiale – ist essentiell. Erkenntnis ist ein freies Erzeugnis des Menschengeistes, das wir als ich-begabte Wesen hervorbringen können – allerdings mit Anstrengung. Die Aufgabe der Erkenntnis ist nicht, etwas Vorhandenes in begrifflicher Form zu wiederholen, sondern Neues zu schaffen und zu finden. Zusammen mit der physisch-sinnlichen Welt ergibt sie die Wirklichkeit.
Entwicklungen tragen einen geistigen Ursprung in sich. Je besser dieser verstanden wird, desto wirksamer werden notwendige Veränderungen. Geraten Bildungs- und Entwicklungsprozesse ins Stocken, können sich Lähmung und Erstarrung einstellen. Innovationen, Patente und eine sich stets weiterentwickelnde lernende Organisation sind die Früchte funktionierender Unternehmensentwicklung.
„Denken ist die schwerste Arbeit, die es gibt. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum sich so wenige Leute damit beschäftigen.“ — Henry Ford
„Nichts ist so beständig wie der Wandel.“ — Heraklit von Ephesus
Kreativität + Begeisterung
Die Erweckung kreativer Fähigkeiten und deren Förderung trifft den Zentralnerv jedes Unternehmens und treibt dessen ständige Erneuerung und Weiterentwicklung an. Kreativität wohnt in jedem Mitarbeiter als sein Potential und seine Ressource. Mitarbeiter zur Kreativität zu erwecken ist eine bereichernde Aufgabe. Potentiale zu fördern bedeutet auch, einen Freiraum für Autonomie zu schaffen.
Zusammen mit der Kreativität wächst die Begeisterung – für Aufgaben und das Zusammenarbeiten an gemeinsamen Aufgaben. Beide Werte lassen sich weder dirigieren noch verordnen noch erkaufen. Kreativität ist der Mitspieler des Wissens, ständig sich bewegend, suchend, künstlerisch findend. Die Hirnforschung belegt diese Wirkung.
„Die Kreativität des Menschen ist das wahre Kapital.“ — Joseph Beuys
Motivation + Charisma
Werden wir bewegt oder bringen wir uns selber in Bewegung? Motive sind emotionale oder mentale Beweggründe oder Antriebe für unseren Willen zur Erreichung von Zielen. Vermehrt rückt die intrinsische Motivation ins Zentrum des Bewusstseins der Führungskräfte. Die reine Schaffensfreude aus eigenem Antrieb – Intrinsik – ist ein hehres Ziel, das individuell errungen werden muss.
Das Charisma hat große Nähe zur Berufung. Die innere Werkbank der Motivation kann als das Charisma bezeichnet werden. Übereinstimmung mit sich selbst finden, Selbstbewusstsein entwickeln, sich selbst und andere achten und führen, ohne zu knechten, können Charisma charakterisieren.
„Wenn die Seele eine bestimmte Klarheit der Wahrnehmung erlangt hat, gewinnt sie ein Wissen und eine Lebensmotivation jenseits aller Selbstsucht.“ — Ralph Waldo Emerson
Gerechtigkeit + Verantwortung
Im Rechtsleben sind Gerechtigkeit, Regeln und Gesetze nötig, um Gerechtigkeit zu garantieren. Dies ist eine Angelegenheit des Staates und demokratischer Prozesse. Im Idealfall können so Gerechtigkeit und Freiheit des Einzelnen und der Gemeinschaft sichergestellt werden. Menschen mit einem Sinn für Gerechtigkeit handeln aus innerer Überzeugung. Gerechtigkeit hat einen starken Bezug zur Gleichheit.
Verantwortung hat auch gesellschaftliche Dimensionen. Der Staat trägt die Verantwortung für die Bürger und deren Sicherheit und Rechte. Selbstverantwortung bedeutet, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen, mit Unsicherheiten und Widersprüchen umzugehen, Probleme zu lösen und an der Gestaltung einer demokratischen und kulturell vielfältigen Gesellschaft mitzuwirken.
„Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun.“ — Molière
Authentizität + Integrität
Authentizität bedeutet im guten Sinne, sich selbst der Nächste sein zu können. Seine persönlichen Ambitionen gemeinsam gesteckten Zielen zuzuordnen und eine Aufgabe zu erfüllen – alles im freiheitlichen Sinne und Rahmen. Das führt zu einer starken Unternehmenskultur wie zu individuellen Freiräumen zur Potentialentfaltung. Als authentisch gilt ein Mensch, der in sich verankert ist oder in sich ruht. Sich seiner selbst bewusst zu sein und Freiheit im Denken zu erlangen sind die charakteristischen Wesensmerkmale eines authentischen Zeitgenossen. Wer authentisch ist, spielt keine „Rolle“ und gaukelt sich oder anderen nichts vor.
Integrität ist die Fähigkeit des Menschen, sich einem Ziel oder einem Unternehmensleitbild so zu verschreiben, dass die eigenen Ziele mit den damit verbundenen Unternehmenszielen harmonieren oder teils verschmelzen. Wenn Mitarbeiter dabei authentisch bleiben, ist eine Melodie angelegt und die gemeinsame Musik kann erklingen. Loyalität gegenüber dem Unternehmen und den Kollegen kann wachsen. Integrität bedeutet auch, keine bewusst produzierten Fehler oder Zuwiderhandlungen gegen die Firma oder Organisation zu unternehmen.
„Das Große ist nicht dies oder das zu sein, sondern man selbst zu sein.“ — Søren Kierkegaard
Werte III. OrdnungZufriedenheit · Zukunftsfähigkeit · Wirtschaftlichkeit · Unternehmenskultur · Attraktivität · Effizienz · Führung · Nachhaltigkeit · Gesundheit · Grundsicherung · Transparenz
Für- und Vorsorge + Zufriedenheit
Investieren in kulturelle Wertebildung bedeutet, Zufriedenheit zu fördern. Es ist ein offenes Geheimnis bei guten Dienstleistern, dass Freundlichkeit sich bezahlt macht. Der zufriedene, freundlich und qualifiziert beratene Kunde kommt gerne wieder. Das Wort Zufriedenheit nicht zu verwechseln mit Glück oder Wohlbefinden – interessanterweise ist darin ein zweites Wort enthalten: Frieden. Zufriedenheit ist das Ergebnis eines Prozesses – genau besehen spiegelt sich Zufriedenheit in Augenblicken oder einer Reihe von Augenblicken.
Die Fragilität unseres Wirtschaftssystems tritt durch jede weitere Krise schonungsloser zutage. In einer solidarischen und humanen Wirtschaft stehen die Menschen mit ihren Bedürfnissen (materiell, sozial und kulturell) im Mittelpunkt. Natur- und Wirtschaftsprozesse müssen ganz neu ergriffen und nachhaltig gestaltet werden. Das Geld hat diesem menschen- und naturwürdigen Prozess zu dienen und nicht umgekehrt.
„Ich habe einen ganz einfachen Geschmack: Ich bin immer mit dem Besten zufrieden.“ — Oscar Wilde
Zukunftsfähigkeit und Potentiale
Zukunftsfähigkeit erweist sich in der Erfüllung von nachhaltigen Prinzipien des Wirtschaftens auf allen Ebenen: sozial, kulturell, wirtschaftlich wie ökologisch. Der Blick ist zukunftsgewandt und prospektiv; der Horizont dafür ist eher mittel- und langfristig. Unternehmergeist und Zukunftsfähigkeit bedingen einander. Potentiale und Wissen sind elementare Bausteine der Zukunftsfähigkeit.
Ein modernes Unternehmen nimmt die Kunden und Mitarbeiter mit auf die Entdeckungsreise: Neues erforschen und daraus Angebote und Produkte schaffen, gestalten, erweitern oder verbessern. Innovation und Wissensaufbau fördern bedeutet, wirklich freie Zeit und kreativen Raum zur Verfügung zu stellen und Zukunftsfähigkeit und Potentiale freizusetzen.
„Ohne Abweichung von der Norm ist Fortschritt nicht möglich.“ — Frank Zappa
Wirtschaftlichkeit und Purpose
Wirtschaftlichkeit geht über reine Buchführung, betriebswirtschaftliche Auswertung und Finanzen hinaus. Sie ist mit dem Begriff Effektivität verbunden. Umsichtiges unternehmerisches Handeln lässt sich nicht auf „Geiz ist geil!“ oder „Profitmaximierung um jeden Preis“ reduzieren.
Eine moderne Wirtschaftlichkeitsbetrachtung berücksichtigt auch soziale, ökologische und damit nachhaltige Faktoren – als Voraussetzung nachhaltigen Erfolgs. Die Augenblicksökonomie schnellen Profits wird ersetzt durch die Nachhaltigkeitsökonomie erfolgreichen Überlebens.
„Aller Anfang ist schwer, am schwersten der Anfang der Wirtschaft.“ — Johann Wolfgang von Goethe
„Was man zur Effektivität braucht, ist eine durch Übung gewonnene Kompetenz.“ — Peter F. Drucker
Unternehmenskultur und Kooperation
Unternehmenskultur ist kein starres Konstrukt. Sie ist lebendig und wird von Mitarbeitenden und Führungskräften geschaffen, gestaltet und vor allem gelebt. Jedes Unternehmen schafft sich seine eigene Kultur – darum existieren so viele Kulturen, wie es Unternehmen gibt.
Kooperation ist integraler Bestandteil der Unternehmensphilosophie. Dominiert das Prinzip der Konkurrenz oder der Kooperation unter den Mitarbeitenden und der Führung? Eine konstruktive Zusammenarbeit trägt Früchte und das strahlt nach innen wie nach außen.
„Ein Unternehmen, das sich entwickelt, braucht auf seinem Standpunkt stehen, aber man sollte nicht darauf sitzen.“ — Erich Kästner
Attraktivität und Identifikation
Wer Attraktivität als „Likes“ in sozialen Medien versteht, dem entzieht sich die Bedeutung dieses Wortes. Attraktivität hat etwas mit Strahlkraft und Begeisterung nach innen wie außen zu tun. Unternehmensführung und Belegschaft müssen sich im Schulterschluss mit „ihrem“ Unternehmen identifizieren können. Ein gutes Betriebsklima nährt sich durch gegenseitige Anerkennung, Positivität und Kommunikation.
„Es steht also fest, dass alles, was gut ist, dadurch gut ist, dass es eine Einheit bildet.“ — Dante Alighieri
Effizienz und Effektivität
Effizient, prozessual richtig zu handeln, hat Effektivität – die richtigen Handlungen auszuführen – zur Folge. Sie ist nicht gleichbedeutend mit maximaler Ausbeutung der Mitarbeiter oder der Kunden. Eine relativ neue Spielart ist die Agilität – sie bringt Schwung ins Unternehmen und fordert andere Praktiken im Umgang mit Mitarbeitern und in Führungsfragen.
Es lohnt sich, die Werte Effizienz und Effektivität genauer zu analysieren und deren Eingang in die Wertebilanz zu prüfen – bis hin zu einer detaillierten Verbuchung auf Leistungsbasis durch Wirkungsbuchungen.
„Wir müssen das, was wir denken, auch sagen. Wir müssen das, was wir sagen, auch tun. Und wir müssen das, was wir tun, dann auch sein.“ — Alfred Herrhausen
Führung und Mitarbeiter
Führung verstehen wir als die Fähigkeit, in einem Unternehmen Prozesse verantwortlich zu konzipieren und erfolgreich umzusetzen. Führung, basierend auf eindeutigen Werten und orientiert an strategischen Zielen, beeinflusst maßgeblich den Unternehmenserfolg.
Fürsorge für Mitarbeiter ist im konventionellen Unternehmensverständnis sicher gewöhnungsbedürftig. Zur Fürsorge gehören auch Gesundheitsvorsorge, Altersvorsorge, Coaching, gerechte Verteilung der Arbeit und Unternehmensbeteiligung.
„Behandle die Menschen so, als wären sie, was sie sein sollten, und du hilfst ihnen zu werden, was sie sein können.“ — Johann Wolfgang von Goethe
Nachhaltigkeit und Resilienz
Die UNO griff das Thema bereits 1968 auf: „Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.“ Die Nachhaltigkeit ist auch im deutschen Grundgesetz in Artikel 20a verankert.
Eine korrespondierende Fähigkeit ist die Resilienz. Sie ermächtigt, Krisen und Bedrohungen zu bewältigen. Die Natur ist im Urzustand Meister der Resilienz – sie ist darauf angelegt, das Gleichgewicht der Kräfte wiederherzustellen.
„Natürlich interessiert mich die Zukunft. Ich will schließlich den Rest meines Lebens darin verbringen.“ — Mark Twain
Gesundheit
In der Ottawa-Charta der WHO lesen wir: „Gesundheit wird von Menschen in ihrer alltäglichen Umwelt geschaffen und gelebt … Sie entsteht dadurch, dass man sich um sich selber und für andere sorgt.“ Für ein Unternehmen kann dies eine Verbesserung der Arbeitsorganisation und die Förderung aktiver Mitarbeiterbeteiligung bedeuten.
Der Return on Investment für Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung wird in internationalen Studien mit dem Verhältnis 1:3 beziffert. Gesundheit ist kein starrer Zustand – sie beinhaltet körperliches, seelisches und geistiges Wohlbefinden.
„Wir wollen unser Mitgefühl für unsere Freunde zeigen, nicht durch Klage, sondern durch Fürsorge.“ — Epikur
Grundsicherung + Einkommen
Grundsicherung sollte im Falle von längerer Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Erwerbslosigkeit oder im Rentenalter die Grundbedürfnisse des Menschen absichern. Ob die tatsächlich notwendigen Bedürfnisse von den staatlich geregelten Zuwendungen erfüllt werden können, ist sehr umstritten.
Es ist eine originäre Aufgabe des Wirtschaftslebens, die Verantwortung und Organisation der Verteilung der Arbeit und der erwirtschafteten Mittel innezuhaben. Der Staat sollte lediglich Regeln und Gesetze dafür vorgeben.
„Einkommen ist ein Bürgerrecht, Vollbeschäftigung eine Illusion. Also müssen wir Arbeit und Einkommen trennen.“ — Götz Werner
Transparenz + Kommunikation
Transparenz und Kommunikation führen in einer Organisation zu klaren Verhältnissen zwischen allen Beteiligten. Kommunikation schafft dabei die Grundlage für Transparenz. Wie innerhalb eines Unternehmens kommuniziert wird, hat unmittelbare Auswirkungen auf das soziale Klima und damit auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit der Mitarbeiter.
Je besser ein Unternehmen kommuniziert, desto mehr haben die Mitarbeiter die Möglichkeit, sich mit dem Unternehmen zu identifizieren und sich zu engagieren.
„Wir schätzen die Menschen, die frisch und offen ihre Meinung sagen – vorausgesetzt, sie meinen dasselbe wie wir.“ — Mark Twain