Bemerkenswert - Less Reporting - Resümee

WertePost – Bemerkenswert – Less Reporting – Resümee 6

Bemerkenswert - Less Reporting - Resümee

 

 

Bemerkenswert – Less Reporting – Resümee 6

 

Less reporting, more accounting –

Weniger Berichtswesen, mehr Buchführung

 

 

SDGs in Ebenen Ökonomie, Soziales, Biosphäre

2030 und die 17 SDG

Es gibt inzwischen weltweit Tausende von Sustainability Initiativen, Sustainability Managern und Abertausende von Nachhaltigkeitsforschern. Im Vermessen der Welt sind wir auf einem beachtlichen Niveau angelangt. Alle Beteiligten suchen nach einem System, das unsere Probleme löst. Einige der 17 Ziele widersprechen anderen oder zehren deren Wirkung auf. Sie sind eher allgemeiner Natur. Neben der Inkonsistenz der 17 Ziele stellten wir fest, dass entscheidende Dinge fehlen wie zum Beispiel Kommunikation und Governance. Es sind am Ende 4-5 Ziele, (Aufstellung 17 SDG Refinement) die unseres Erachtens Unternehmensrelevanz haben.

Ressourcen

Ressourcen Erschöpfung

Wie viele Ressourcen haben wir (Aufstellung Rohstoffe 2022 und ihre Vorkommen!)und wie lange werden diese reichen? Bodenschätze liefern Rohstoffe, die Grundlage unseres Wirtschaftens und des Wachstums sind. Wem gehören sie? Wer hat das Recht, diese zu entnehmen und fördern? Wir benötigen dringend neue Antworten auf diese Fragen, als wir sie uns bislang gaben.

2021 erschien der Dasgupta Review: “The Economics of Biodiversity”. Dasgupta arbeitete mit seinem Team im Rahmen der Royal Society heraus, dass der Mensch in menschliche Ökonomien eingebettet ist; auch in die Natur oder ihr Erdsystem. Rohstoffe sind ökonomisch betrachtet Assets der Natur. Der Mensch ist demnach ein Asset Manager. Bislang ein schlechter, wenn wir die Folgen unseres Handelns für die Natur betrachten.

Klimaaspekte Temperaturanstieg 1880-2020

Klima Rettung? –  Sind wir noch zu retten?

Indem wir meinen, die Welt retten zu können, liegen wir falsch. Wir merken gar nicht, dass dies ein unmögliches Unterfangen ist. Wenn vielleicht etwas zu retten ist, dann sind wir Menschen es. Nur durch unser Verhalten und unseren Umgang mit der Natur und unseren Ressourcen ist noch etwas zu retten.

Die vergangenen Jahrzehnte haben in Bezug auf die Klimafrage und die ökologischen Fragen gezeigt, dass Kapitalismus, Politik und Unternehmen keine sich selbst regulierenden Systeme sind. Berichterstattungen enden oftmals mit Exceltabellen und schönen Grafiken einer Welt, die wir gerne hätten.

Der jüngste IPCC-Report 8.2021 und die oben benannte Studie des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) zum Thema Climate Change 2022 und Kipppunkte belegen dies auf alarmierende Weise. „Wir tanzen auf einem Vulkan“. Die Lese dieser Berichte kann, auch wenn wir um die Grundproblematik und Tendenzen dieser Entwicklungen bereits seit mehr als 50 Jahren wissen, zur Ohnmacht führen. Es wird allerhöchste Eisenbahn, grundsätzlich etwas zu ändern. Mit schnellen Veränderungen in einer warmen und komfortablen Welt haben es die Menschen es anscheinend schwer.

Es ist sinnvoll, dass die Aufwendungen, die zur Vermeidung von Treibhausgasen eingesetzt werden, auch in der Buchhaltung in der G+V transparent ausgewiesen werden. So erhalten wir einen Spiegel der tatsächlichen Aktivitäten eines Unternehmens, dass sich für den Klimawandel einsetzt.

 

 

EU-Taxonomie und ESG

Wir messen inzwischen zu viel, nutzen wenig sinnvolle Strukturen und setzen falsche Priorisierungen. Die ESG-Messungen waren bislang unvollständig, nicht präzise, folgten keinem internationalen Standard zur Vergleichbarkeit und waren damit irreführend. Ungeachtet dessen verfügen wir über einen ganzen Zoo von Nachhaltigkeitsstandards. Die drohende Regulierung macht die ESG-Messung und EU-Taxonomie schwerfällig, verwirrend und belastend für Unternehmen. Die EU-Taxonomie enthält Grenzwerte. Ob diese in dem gewählten Setting dem Anspruch genügen, dem Klimawandel vorbeugen oder ihn zu stoppen, ist noch zu beweisen. Die EU-Taxonomie ist sehr technisch und behandelt derzeit nur die Environmental Aspects. Soziale und Governance Aspekte fehlen. Gewinnerzielung scheint immer noch über dem Planetensterben zu stehen.

Bemerkenswert – Less Reporting – Resümee

Teil 6 von 6

Teil 1: AGENDA 2030 UND DIE SDGs

Teil 2: RESSOURCEN

Teil 3: KLIMAASPEKTE

Teil 4: AKTIVA, ABSCHREIBUNG, LANGLEBIGKEIT

Teil 5: EU-TAXONOMIE UND ESG – ÖKOLOGISCH, UMSETZBAR, WIRKSAM?

Unverständlich

bleibt die Aufnahme von Gas und Atomstrom in die EU-Taxonomie. In der Form, wie die durch die Auswahl aus den sechs Kategorien ist eine Vergleichbarkeit nicht herstellbar. Die Vorgabe, dass Unternehmen damit zusätzlich den anderen Umweltziele keinen erheblichen Schaden zufügen darf, ist wachsweich formuliert und hilft so nicht weiter. Es gibt sicherlich Unternehmen, die gewichtige ökologische Baustellen in mehr als einer Kategorie haben. Da diese Kategorien in der Regel voneinander abhängen in ihrer Wirkung, scheint die Taxonomie fragwürdig.

Die KPIs und Schwellenwerte von etwa 50.000 Unternehmen durch die EU-Behörden zu prüfen, erscheint von der fachlichen Machbarkeit her fraglich. Darum werden große Beratungsfirmen oder Ausgründungen derer diesen Job erledigen (und eine Menge Geld damit verdienen, was den Unternehmen in Krisenzeiten einfach fehlen wird), sich durch den Dschungel dieser Verordnungen zu schlagen.

 

Glaubwürdigkeit

Das Festlegen eines umsetzbaren Standards für alle Firmen EU weit fehlt. Wir benötigen unabhängige, staatlich geprüfte Audits und Zertifizierungen, die soziale und ökologische Missbräuche in den Berichten wie Unternehmen offenlegen.

Weder Gas noch Atomkraft genügen den Ansprüchen ökologisch vertretbarer Energiegewinnung und sind alles andere als nachhaltig. Ein weiteres Beispiel, wie sich nationalpolitische Interessen vor globale Umweltziele durchsetzen.

Diese Aufzählung ist weder vollzählig noch umfassend.

 

Ein neuer Weg

Vielleicht ist es Zeit, einen anderen Weg einzuschlagen und einen stringenteren Ansatz zu fahren. ‚Less is more‘ gilt nicht nur für die Ästhetik. Die Schwellenwerte müssen auf wissenschaftlichem Boden und im Einklang mit den Grenzen der Natur/Ressourcen stehen. Die Frage bleibt offen, wer sie festlegt, und wer kontrolliert, ob sie wirksam sind. Dies vor allem international. Die Bemessung der ESG-Ziele und EU-Taxonomie müssen also von diesen abhängen.

De-Tox: wir brauchen mehr scharfe Gesetze gegen den Einsatz klimaschädlicher und toxischer Stoffe, auch in Bezug auf ESG-Gesichtspunkte.

Wir sollten ein verpflichtendes Transparenzregister der Unternehmen für die Ergebnisse der EU-Taxonomie Berichterstattung einführen. Vorab müssten Kriterien und Messwerte vorgegeben werden die allgemeingültig und valide sind.

 

Anders Bilanzieren – Less Reporting, more accounting

Im Sinne einer holistischen Bilanzierung müssen ökologische Werte in Aufwand, Ertrag und Aktiva in Bezug auf den Umgang mit diesen Fragen in Euros abgebildet werden. Das gehört in die Bilanz und nicht in eine Berichterstattung. So können Anleger und Kunden genau sehen, wie das Geld im Unternehmen verwendet wir, um dem Klimawandel und Umgang mit der Natur in der Bilanz abgebildet wurde. Mit anderen Worten: Das Unternehmen kann genau aufzeigen, wie viel Aufwand ein Unternehmen betreibt, um ökologischen Standards zu entsprechen.

 

Ökologie und Ökonomie in ein gesundes Verhältnis bringen

Unsere Möglichkeiten, Ökologie und Ökonomie in ein gerechtes Verhältnis zu setzen, sind mit unseren heutigen Bilanzen noch lange nicht ausgeschöpft. Hier wären Möglichkeiten der Vergleichbarkeit gegeben, indem die Kontenpläne um die Werte der Ökologie erweitert würden. Auch könnte die Aktivierung von verwendeten Ressourcen das Bewusstsein der Unternehmer in Bezug auf Endlichkeit schärfen. Damit behielte der Unternehmer die Verantwortung für die von ihm in den Produkten eingesetzten Ressourcen. Er würde sich anstrengen, seine Rohstoffe wieder zurückzuerlangen, anstatt sie den Konsumenten zum Wegwerfen zu überlassen. Wenn die EU oder die nationale Steuerverwaltung taxonomie-konforme Bilanzen steuerlich besserstellen, würden Anreize geschaffen werden, die den Aufwand für die Berichterstattung in ein anderes Licht stellen.

 

Ein neue Nachhaltigkeit

In der Tat haben wir bislang einen wenig wirkungsvollen Begriff von Nachhaltigkeit. Unsere Begriffe von Nachhaltigkeit sind vielfältig, verwässert und nicht wirksam genug in Bezug auf die Lösung brennender ökologischer Aufgaben. Vielleicht sollten wir einen neuen Begriff finden und nochmals anfangen mit diesem unsere Klingen zu schärfen. Denn die letzten 12 – 50 Jahre haben gezeigt, dass wir ihn überladen und damit auch für die breite Bevölkerung unverständlich und unglaubwürdig haben werden lassen. Auf zu neuen Taten.

Less Reporting Resümee

Rainer Monnet, monnet-Unternehmensentwicklung, Dezember 2022

Ressourcen

WertePost – Ressourcen

RESSOURCEN

Teil 2:

Less reporting, more accounting – Weniger Berichtswesen, mehr Buchführung

 

In den folgenden fünf Teilen dieser Serie von WerteBlogs gehen wir der Frage nach, inwieweit unsere derzeitigen Reporting Werkzeuge tauglich sind, die notwendigen Schritte für unsere Zukunftsfähigkeit (Sustainability) zu erzielen.

In Teil eins untersuchen wir, ob die Agenda 2030 für Unternehmen wirksam ist. Teil 2 behandelt die Frage nach den Ressourcen und der Frage nach der Endlichkeit. Teil 3 wirft einen Blick auf die Klimafragen und Reporting. Teil 4 bringt einen neuen Ideenansatz, die Nachhaltigkeit im Umgang mit unseren Ressourcen mit einem anderen Umgang mit Aktiva und AfA zu lösen. Teil 5 beleuchtet ESG und die EU-Taxonomie und deren Schwächen.

 

Schätze schützen

Menschen träumen gerne von Schätzen. Es kann uns zu äußerem Reichtum verhelfen. Seit Columbus und der Kolonialisierung der Neuen Welt hoben wir, im Bilde gesprochen, die Schätze vom Boden auf, mit wenig Aufwand im Vergleich zu heute. Wir nahmen und raubten die Schätze der Erde oder der Ureinwohner auf meist natur- und menschenverachtende Art. Als gäbe es weder Übermorgen noch Würde.

Bodenschätze sind Rohstoffe, welche die Grundlage unseres Wirtschaftswachstums und unserer Zivilisation bilden. Wem gehören sie? Wer hat das Recht, diese zu entnehmen und fördern? Wir benötigen dringend andere Antworten auf diese Fragen, als wir sie uns bislang gaben.

2021 erschien der Dasgupta Review: “The Economics of Biodiversity” [1]. Dasgupta arbeitete mit seinem Team im Rahmen der Royal Society heraus, dass der Mensch nur ein Teil der Natur ist. Menschliche Ökonomien sind eingebettet in die Natur oder ihr Erdsystem. Rohstoffe sind Assets der Natur. Der Mensch ist demnach ein Asset Manager. Bislang ein eher schlechter, wenn wir die Folgen unseres Handelns für die Natur ansehen. Die ‚Impact Equation‘, im Sinne einer Wirkungsgleichung, wird im Report hergeleitet. Bringen wir die Impact Equation als Bewertungsmaßstab mit den SDGs in Beziehung, entstehen für die SDGs im Allgemeinen und vor allem für Unternehmen weitere Fragezeichen. Wir behandeln und nutzen die Natur spätestens seit Beginn der Industrialisierung wie ein Selbstbedienungslager. Wir Menschen sollten tunlichst lernen, intelligentere und umsichtigere Asset Manager zu werden.

 

Eigentum

Investoren, Staaten oder Unternehmen genießen das Eigentumsrecht, Rohstoffe der Erde zu entnehmen und verwerten, so wie es ihnen beliebt. Das gilt auch für Expeditionen ins Weltall und mögliche neue Rohstoffquellen. Wir Menschen bemächtigen uns. Es herrschen nicht die Gesetze der Natur, sondern die der Entnehmenden. So wundern wir uns nicht, dass die Natur den Kürzeren zieht. Rohstoffe ordnen wir den natürlichen Ressourcen zu. Aber es existieren auch andere Ressourcen, die unser Leben und die Wirtschaft bedingen.

Arten von Ressourcen

  • Natürliche Ressourcen – Rohstoffe, Naturgüter, …
  • Menschliche Ressourcen – geistiges Potenzial, wissenschaftliche Erkenntnisse, Patente, …
  • Soziale-rechtliche Ressourcen – unternehmerische gesellschaftliche Gesamtverantwortung, Kooperation und Zusammenarbeit, Arbeitskraft, …
  • Kulturelle Ressourcen – Bildung, Erziehung, Kultur..
  • Künstliche datenbasierte Ressourcen – Master Data, Big Data

Näheres dazu im Kapitel 13 im Buch „Wertebilanz“. [2]

 

Ein halbes Jahrhundert

Bis vor etwa 50 Jahren, mit ausgelöst auch durch den Club of Rome [3] und die keimende weltweite Umweltschutzbewegung, sahen wir natürliche Ressourcen bis dahin als nahezu unendlich an. Wir hatten kein kollektives Bewusstsein für die Endlichkeit der Ressourcen. Neigte sich eine Quelle dem Ende, gingen wir zur nächstgelegenen. Ausgenommen waren Gold, Diamanten oder Silber, die schon immer als selten und begrenzt verfügbar galten. Scheinbar ausgehende oder knapp werdende Ressourcen erlebten wir bis dahin nicht als dramatisch. Gaia, unsere Mutter Erde, bot uns reichlich andere. Die technische und industrielle Revolution ermöglichte uns natürliche Ressourcen aus Minen, die als ausgeschöpft galten, weiterhin auszuschlachten. Wir gingen dazu über, ganze Berge abzutragen, um aus immer mehr Masse immer weniger Ausbeute zu erzielen. Es gibt inzwischen weitere Veröffentlichungen des Berichtes des Club of Rome (1972) [4]. Die aktuellen Berichte und Veröffentlichungen sind hier aufgeführt [5].

 

Raubbau

‚Sammelten‘ wir im Bilde gesprochen vor etwa 200 Jahren die Erze von der Erde auf, pressen wir nun die Erde aus, wie eine gebrauchte Zitrone. Wir hinterlassen Krater, zerstörte Ökosysteme und nutzlose Wüsten. Die Natur vermag sich von diesen Torturen kaum zu erholen, die nicht nachwachsenden Ressourcen schon gar nicht. Mit der immer steigenden Zunahme des Raubbaus erlangten zwei Faktoren Bedeutung. Die Energie und deren Preise. Die Erschließung der Ressourcen wurde in Korrelation mit der Menge an Abraum immer kostspieliger. Der Koeffizient zwischen Abraum und Ertrag nähert sich immer mehr Null. Minen werden dann endgültig geschlossen. Im Zuge dieses Fortschritts, der eher ein Rückschritt ist, lernten wir die Erde immer genauer zu vermessen und zu erkunden. Vor allem interessiert die Landeigner, die Eigentümer der Bodenschätzen, die Frage der Endlichkeit der Ressourcen sehr. In Zeiten knapper werdender Ressourcen, steigendem Energieverbrauch und wachsendem Bewusstsein für Nachhaltigkeit/Zukunftsfähigkeit stellt sich eine bedeutende Frage: Wie viele Rohstoffe haben wir tatsächlich (noch) zur Verfügung und wie lange reichen diese? [6]

 

Seltene Werte

Die Frage der Endlichkeit lässt sich aus mehreren Gründen nicht leicht beantworten. Wir stoßen immer wieder, wenn auch im letzten Jahrhundert immer seltener, auf neue Rohstoffquellen. Wir wissen also nicht exakt um die noch zur Verfügung stehenden Orte und vor allem die neuen Fördermengen sind schwerlich zu bestimmen. Zudem haben Staaten oder Unternehmen die Hand auf den Landrechten. Sie wähnen es als ihr Eigentum oder zumindest verhalten sie sich dementsprechend. Damit verfügen sie auch über die Macht, die Zahlen über die Ressourcen Vorkommen zu verheimlichen oder zu manipulieren. Inzwischen findet ein wachsender elektronischer Handel mit Rohstoffen oder Derivaten an den Börsen statt. Diese reagieren sehr sensibel auf Nachrichten über Mangel oder Endlichkeit von Bodenschätzen. Ferner ist von Belang, wie ergiebig die Ressourcenquellen sind. Wir haben einen größeren Aufwand betrieben, dieser Fragestellung nachzugehen.

Ressourcen

Die Ressourcenvorkommen (hier finden sie eine Tabelle ‚Recherche der derzeit bekannten Rohstoffvorkommen‘) folgen meist von der Nutzung bis zur Erschöpfung der Quellen der Gaußschen Normalverteilung. Der Maximalpunkt wird in der modernen Ressourcenwissenschaft als „Peak“, bekannt. Vor allem durch den Erdölexperten Collin J. Campbell [7], etabliert. Ab dem Peak steigen in der Regel zunehmend die Energiekosten proportional zur Förderung gleichwohl gegenläufig zum Abflachen der Kurve. Wenig Ertrag, exorbitante Energiekosten, radikaler Eingriff in Ökologie und Natur. Siehe „peak oil“

Neben den Fundstellen und der aktuellen Fördermenge fehlt etwas Elementares zum besseren Verständnis der Situation. Die absolute Menge der zur Verfügung stehenden Rohstoffe ist nicht oder schwer voraussehbar. Wir wissen von den meisten Ressourcen die ungefähren Bestände, aber nicht die verlässliche Restmenge. Durch einen neuen Fundort können bisherige Kalkulationen und damit Kapazitäten obsolet werden.

Problematisch ist, dass Mäßigung für Menschen ohne ein absolutes, begreifbares Maß schwer vermittelbar ist. Die Erklärung der Endlichkeit wird so eine von der Wissenschaft behauptete abstrakte Größe. Eine moralische Wirkung auf das Verhalten der Menschen ist so, wenn überhaupt, schwer erzielbar. Das Ringen um die Nachhaltigkeit und die Einhaltung der auferlegten Ziele wird inflationär.

Wir kennen also die reellen absoluten Zahlen der Rohstoffvorkommen und -mengen nicht. Wir sehen allerdings eine fortwährend steigende Energiemenge zur Bergung und Gewinnung der Ressourcen. Die Verkaufspreise der Rohstoffe steigen entsprechend der Energiekosten. Bei Ressourcenvorkommen wie Öl oder Kohle, die uns seit langem bekannt sind, ist die Endlichkeit in Zahlen genauer. Jüngst entdeckte Ressourcen können mengenmäßig nur geschätzt werden. Etwa 20 der seltenen Rohstoffe gehen im Laufe dieses Jahrhunderts bereits dem Ende zu. Diese sind nicht mit den 17 leichten und schweren seltenen Erden zu verwechseln. [8] Zur Orientierung: Die weltweiten Erdölressourcen galten 2009 mit 38% als verbraucht. [9] Prof. Ugo Bardi spricht in seinem Buch „Der Seneca Effekt“ von der mineralischen Eschatologie. Das ist ein guter Begriff für ein mögliches Ende vieler unserer Ressourcen. Wenn wir um die Endlichkeit, Seltenheit oder mangelhafte Recyclingquote einzelner Ressourcen wissen, sollten wir alles daransetzen, diese nicht weiterhin in gewohntem Maße auszubeuten. (Platin, Rhodium, Tantalum, Gallium, Seltene Erden, Palladium, Gallium, Indium, usw.) Reiten wir weiter auf der Welle der maximalen Ausbeute, schwant uns am bitteren Ende ein Seneca Kollaps mit Neben- und Rückkopplungseffekten. Mit der Seltenheit und der Endlichkeit ist die Frage verbunden, ob es eine „sustainable zeroline“ [10] geben kann für bilanzierbare Rohstoffe oder Ressourcen. Eine realistische Schwelle oder Schwellwerte, anhand derer die Nachhaltigkeitsbemühungen eines Unternehmens gemessen werden kann.

Ressourcen

Ressourcen

Quellen

[1] https://www.gov.uk/government/publications/final-report-the-economics-of-biodiversity-the-dasgupta-review

[2] https://wertebilanz.com/natuerliche-ressourcen/ressourcenbilanzierung/

[3] https://www.youtube.com/watch?v=gSPHzkAHwqY, Denis Meadows

[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Grenzen_des_Wachstums

[5] https://clubofrome.de/veroffentlichungen, https://clubofrome.de/berichte

[6] Ugo Bardi, Der geplünderte Planet, Bundeszentrale politische Bildung 2013, https://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/Bardi_bpb.pdf

[7] Collin J. Campbell, Study of Peak Oil and Gas, 2000 und Ölwechsel 2002

[8] https://selteneerden.de

[9] http://www.bgr.bund.de/DE/Themen/Energie/Downloads/Energierohstoffe_2009_Teil1.pdf?__blob=publicationFile

[10] J. D., Dahm: Benchmark Nachhaltigkeit: Sustainability Zeroline, transscript verlag, 2018

Toxik

WertePost – Toxik 2025

Toxik

 

Toxik

 

Gifte – Toxine – in Produkten und Prozessen existieren reichhaltig. Dies nennen wir der Einfachheit halber Toxik. Unternehmen und Menschen zählen zu den Verursachern menschengemachter Toxik. Die Natur verfügt über natürliche Gifte, natürliche Toxik.

Eine aufschlussreiche Aufstellung der toxischen Stoffe findet sich beim Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz: Verordnung zum Schutz vor Gefahrenstoffen.  Berufsgenossenschaften weisen zum Arbeitsschutz ebenfalls auf diese hin.

Im EU-Recht finden wir ferner ein Meer von Verordnungen und Richtlinien. Letzthin hat die UNO das global harmonisierte System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien (GHS) beschlossen. Es dient zur Einstufung von Chemikalien.

Wir benötigen ein Chemie- und ein Jurastudium, um das alles im Detail zu verstehen. Ein öffentliches, für den Bürger verständliches und nachvollziehbares Strafregister, ähnlich wie ein Bußgeldkatalog im Straßenverkehr, ist nicht auffindbar.

Wir verbieten die Produktion und den Umgang mit toxischen Stoffen per Gesetz, Richtlinien und Verordnungen. Daraus folgt zwingend für Unternehmen, diese Stoffe aus ihrer Produktion herauszuhalten.

Missachtung muss unter Höchststrafen gestellt werden. Die Reaktionen von Natur und Mensch auf toxische Stoffe sind meist nicht reversibel, können nicht mehr rückgängig gemacht werden. Tod für den Menschen oder Sterben in der Natur können eine Folge sein.

Gilt für Mensch und Wirtschaft auch, was wir für die Verwendung von toxischen Stoffen oben beschrieben haben?

Toxika in sozialen und wirtschaftlichen Prozessen

Diese finden wir ebenfalls in Vielzahl. Drei Beispiele:

 

Waffenhandel

Einsatz von Rüstungsgütern riskiert Menschenleben. Es kann neben abschreckender Wirkung für den Feind tödliche Folgen auf beiden Seiten nach sich ziehen.

 

Atomenergie

Produktion von Atomstrom verursacht ein Jahrtausend anhaltendes Strahlenrisiko durch Atomkraftwerke und angereichertes Plutonium. Fukushima, Tschernobyl und Harrisburg haben mehr als deutlich die akuten Gefahren aufgezeigt. Uran-235 hat eine Halbwertszeit von 703’800’000 Jahren.

Uran 238 hat eine Halbwertszeit von 4,468 Milliarden Jahren. Nur durch Fukushima hat die Kanzlerin Merkel mitsamt der Regierung reagiert. Auch wenn einige Versprechungen später nicht eingehalten wurden, wie die Laufzeiten der deutschen Kraftwerke.

Die anderen o. g. Bereiche sind hochtoxisch und bedürfen einer klareren Gesetzgebung. Beide verstoßen in zu vielen Punkten gegen das deutsche Grundgesetz und internationales Recht (UN-Charta und die 17 SDGs) . Die konsequente Ahndung fehlt. Wir haben Gerichtsbarkeiten wie den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag.

Grotesk ist, dass die neue EU-Taxonomie Atomenergie als nachhaltig einstuft. Wirklich nachhaltig ist nur die Halbwertzeit der Strahlentoxik.

 

Finanzwirtschaft

Spekulationen, Derivate, Termingeschäfte, aller Handel (Wettcharakter) auf steigende oder fallende Kurse rächt sich. Faktoren zur Auslösung von globalen Wirtschaftskrisen. (2007)

Toxische Stoffe für Natur, Mensch und Wirtschaft sind durch die Gesetzgebung der Staaten und international ausdrücklich zu verbieten. Zuwiderhandlungen werden mit Höchststrafen geahndet.

In der Wertebilanzierung findet die Produktion von toxischen Stoffen durch die jeweiligen Produzenten Niederschlag. Gefahrengüter werden und bleiben so lange aktiviert, bis sie natürlich oder durch menschlich in die Wege geleitete (chemische) Prozesse in den Kreislauf zurück integriert sind. Das Unternehmen haftet vollumfänglich. Nicht die Gesellschaft respektive der Staat. Für die bekannten Gefahren sind Rückstellungen zu bilden.

monnet UE

Notwendigkeit von Schwellen-Werten

WertePost – Notwendigkeit von Schwellen-Werten 2025

 

 

Notwendigkeit von Schwellen-Werten

 

 

 

Notwendigkeit von Schwellen-Werten

Kaum ein Begriff hat sich in den letzten Jahren so in den Sprachgebrauch hinein katapultiert und manifestiert. Damit auch eine gewisse Phrasenhaftigkeit, die das Wort in seiner Bedeutungstiefe gar nicht verdient hat. Die erste Würdigung in einem Wörterbuch fand die Nachhaltigkeit bereits durch den Hauslehrer von Alexander von Humboldt Joachim Campe 1809. Sie stammt von nachhalten und ist ‘mit haben’, ‘gleichsam bis nach der gewöhnlichen Zeit halten’, ‘dauern, lange halten, widerhalten’ beschrieben worden.

Nachhaltigkeit ist ein Zustand, eine Qualität (Beschaffenheit) von Dingen, die vorhalten, dauern. Sie ist ein Index, ein Dingwert. Faktoren der Nachhaltigkeit haben ohne Schwellen-Werte keinen Hebel, darum die Notwendigkeit von Schwellen-Werten in der Nachhaltigkeit. Das Maß der Dinge zu beschreiben und festzulegen ist angesagt. Alle Akteure in Unternehmen, Politik, die Konsumenten und Bürger benötigen dringlich eine Orientierung.

 

Der Nachhalt

Nur Nachhalt stiftet Vertrauen. Campe setzt diese Qualität gleich mit Kapital.[1] Etwa hundert Jahre zuvor hatte der sächsische Adelige Hans Carl von Carlowitz den Begriff der Nachhaltigkeit für die Forstwirtschaft geprägt. Carlowitz verwaltete in Freiberg den erzgebirgischen Silberbergbau und verfasste 1713 ein Buch gegen den Raubbau des Waldes. Hier entwarf er das Konzept einer nachhaltenden Nutzung.

Die Herzogin Anna Amalia von Weimar übernahm dieses bei der Neuplanung ihrer Wälder. Auch Karl Marx beschrieb den ökologischen Widerspruch zwischen Natur und kapitalistischer Gesellschaft als einen »irreparablen« Bruch in den voneinander abhängigen Prozessen des gesellschaftlichen Stoffwechsels. Dieser Bruch im Stoffwechsel zwischen Menschheit und Natur könne nur überwunden werden, indem dieser Stoffwechsel systematisch wiederhergestellt wird als regulierendes Gesetz der gesellschaftlichen Organisation.[2]

 

UNO

Die UNO griff mit der Beauftragung für den Brundtland Report das Thema bereits 1968 auf. „Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.“[3] Der Club of Rome ist beim Zustandekommen des Wertes der Nachhaltigkeit stark beteiligt. In ‘Grenzen des Wachstums’ 1972 beschreibt ein System, das ohne plötzlichen und unkontrollierbaren Kollaps haltbar und zugleich die Sicherung der Grundbedürfnisse aller Menschen gewährleisten sollte. Bundeskanzler Willi Brandt sprach vor der UNO 1973 die fast prophetisch wirkenden Worte: „Unser Überleben hängt von einer globalen Zusammenarbeit ab, die eine nachhaltige, natürliche Umwelt sichert.“[4]

Parteien, Unternehmen und Organisationen bedienen sich dieses Begriffes inzwischen mit einer Selbstverständlichkeit, ohne für die Erfüllung dieses Versprechens gerade zu stehen. Wir können inzwischen erfassen und messen, was nicht nachhaltig ist. Die Nachhaltigkeit ist auch im deutschen Grundgesetz in Artikel 20a[5], Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen und der Tiere, verankert.

 

17 years after – 2025

2010 sorgte das Buch „Die Entdeckung der Nachhaltigkeit“[6] von Ulrich Grober für eine Erweiterung des Begriffs und eine neue Deklarierung. Er unterscheidet zwei Ebenen. In der Gemeinsprache wird Nachhaltigkeit oft im Sinne von nachdrücklich, intensiv und dauerhaft verwandt. Er stellt auch eine Verwendung bei Goethes Roman ‚Wilhelm Meister‘[7], 1796: „Er schien nunmehr zum ersten Male zu merken, dass er äußerer Hilfsmittel bedürfte, um nachhaltig zu wirken.“

Auf der politischen Ebene wird der Begriff gerne im Sinne einer ökologischen Verantwortbarkeit eingesetzt. Die Fragen „Lohnt sich das?“ oder „Werde ich steuerlich bessergestellt?“ sollten bald beantwortet werden. Seit wenigstens zehn Jahren verfügen wir über gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse, wie die Grenzen unseres Wachstums aussehen und wo wir sie bereits überschritten haben.

Allenthalben wird der Ruf nach einer Transformation der Wirtschaft wieder laut. Der Begriff Nachhalten steht unmittelbar mit dem Begriff Haushalten und damit einer ökologischen Ökonomie in Verbindung. Ein weiterer Aspekt ist die Zeit. Haushalten bedingt die Einbeziehung von Zeiträumen. Mögen manche Manager und die Börse eher in Quartalen ticken, geben Rohstoffe, Produktionszyklen und Bindung an die Konsumenten durch versprochene Produktqualität ganz andere zeitliche Zyklen vor. Nachhalten benötigt Zeit.

 

Fehlende klare Definition

Der Nachhaltigkeitsbegriff ist (immer noch) nicht klar definiert und füllt inzwischen ganze Bücherregale mit unterschiedlichster Literatur. Auch wurde er mit sozialen und anderen Faktoren angereichert. Wir schlagen uns mit Komplexität. Es bestehen ebenso keine gemeinsamen Ziele, wie Nachhaltigkeit erreichbar, geschweige denn messbar wird. Eine der Grundgedanken ist, dass ein System nachhaltig ist, wenn es selber überlebt und langfristig Bestand hat.[8] „Nachhaltigkeit beginnt an einer Null-linie, entlang derer die volle Integrität der Biogeosphäre inklusive des Menschen gewahrt bleibt.“[9]

Zahlreiche Standards und Methoden haben sich etabliert, die bereits in Unternehmensbilanzen als Reportings im Berichtswesen deskriptiv Einzug erhalten haben. Die Frage ist allerdings noch nicht gelöst, wie sich nachhaltiges Wirtschaften von Unternehmen so in die Leit- und Kontrollsysteme implementieren lässt, dass Nachhaltigkeit wirklich nachvollziehbar wird. Es braucht mehr als die Parole der Förster, die nicht mehr dem Walde entnehmen, als es die Wiederaufforstung gebietet. Nein, es ist viel komplexer und schwieriger. Inzwischen gibt es eine große Zahl von Berichtssystemen, Label, Verfahren zu Messungen, Ratings und Rankings. Die Tiefe der Analysemöglichkeiten ist sehr breit und inzwischen bei vielen Unternehmen unter Bewährung gestellt.

Bislang ist es weder den Unternehmensverbänden noch der Politik gelungen, zumindestens über die Schwellen der Nachhaltigkeit einen Konsens zu erwirken. Es ist verständlich, dass die Betreiber der oben genannten Verfahren selber als Organisationen oder verlängerter Arm gewerblicher Unternehmen in ihrem eigenen Interesse arbeiten. Dies führt zwar zur Verbreitung, allerdings nicht zu dem oben genannten Effekt, gewisse Gesetze und Regulierungen zu finden, geschweige denn diese Gesetzeskraft zu verleihen.

 

Vier Elemente

Unsere Natur als Ressourcengeber bleibt in vier Elementen gegliedert.

 

Luft / Chemisches Gemisch / Gase (THG)

Wasser / Landwasser / Meere / Ozeane / Nutzwasser

Erde / Mineralien / Pflanzenreich

Feuer / Licht / Wärme / Kälte

 

Jede für sich gesehen gleicht einem irdischen Kosmos. Die 118 Elemente unseres Periodensystems liefern in all ihren möglichen und unmöglichen Kombinationsvarianten einen Ozean und Berge an chemischen Stoffen, die wir zur Fertigung unserer Waren benötigen.

Einer der bleibenden zu klärenden Fragen ist, wo Schwellwerte ermittelt beziehungsweise vorgegeben werden müssen. Die Errechnung des Global Overshot Days[10] macht die Drastik der Lage mehr als deutlich. Für 2019 waren global am 29. Juli bereits alle erneuerbaren natürlichen Ressourcen und CO2 Abgaben/ökologische Dienstleitungen verbraucht. Deutschlands Ressourcenerschöpfung stellte sich am 2. Mai ein. Der ökologische Footprint[11] stellt für spezifisches ökologisches Verhalten einen Fußabdruck dar. Ein anderer interessanter Gedanke ist das Konzept des ökologischen Rucksacks.

In diesem Bilde gesprochen tragen wir Bürger eher zu wenig Gepäck und entledigen uns des Gewichts zu Lasten anderer, vor allem der Natur. Den meisten Rankings und Ratings von Nachhaltigkeitszielen liegt ein grundsätzliches Problem zu Grunde. Es werden keine absoluten, sondern nur relative Bezugsgrößen vorgegeben und dann Werte miteinander verglichen. Daraus werden Bewertungen abgeleitet, die darum nur relativen Charakter haben können.

 

 

Nullline der Nachhaltigkeit – Notwendigkeit von Schwellen-Werten

 

Great acceleration

 

 

 

Dr. J.D. Dahm[12] hat die Nulllinie der Nachhaltigkeit in eine Formel gebracht. So definiert sich die Sustainability Zeroline:

Internalisierung + Kompensation + gute Wirkung) – (Externalisierung negativer Effekte) ≤ 0

Wir haben zur Messung von Nachhaltigkeit große Mengen an Daten und Datenressourcen zur Verfügung. Wir können die Entwicklung des Verbrauches von Rohstoffen und anderen Ressourcen relativ genau beziffern. Der nächste Schritt einer Festlegung des Verbrauches und der damit verbundenen Schwellwerte fehlt.

Dimensionen und Komplexität werden erst bei der Benennung der Felder der ökologischen Nachhaltigkeit klar.

Rohstoffgruppen

Wir können Rohstoffe in vier Gruppen einordnen.

  • Energieliefernde Rohstoffe
  • Metalle
  • Agrarrohstoffe
  • nachwachsende Rohstoffe

Außerdem sind als Derivate Hilfs- und Betriebsstoffe, Halbfertigerzeugnisse oder Teile, einschließlich aller Arten von Materialien und Komponenten mit Ausnahme der Rohstoffe, die Bestandteile des Endprodukts sind und Verpackungsmaterialien wie Papier, Pappe und Kunststoffe zu nennen.

 

Prozesse, Stoffströme, Regeneration

Dementsprechend sind Prozesse, Stoffströme und regenerative Eingriffe zu benennen, die in der Messung der Nachhaltigkeit bedeutend sind:

  • Energien mit Herkunft und Effektivitätsgrad
  • Emissionen und THG
  • Müll / Abfälle
  • Toxische Stoffe
  • Wasser aus Meer und Land
  • Verbrauch und Abnutzung (End-Lifecycle), auch nicht erneuerbar
  • Gebrauch recycelter Ausgangsstoffe
  • Renaturierung und Schaffung von Biodiversität und Fruchtbarkeit (Humus)
  • Schaffung von Kulturlandschaften, Land- Wald- und Forst

Energie

Der Energieverbrauch innerhalb und außerhalb der Organisation, des Unternehmens muss ermittelt werden, ebenso die Energieintensität. Die Effektivität der Erzeugung, der Nutzung und die Verringerung des Energieverbrauchs können auf dieser Grundlage neu berechnet und hochgerechnet werden.

 

Emissionen

Dazu gehören direkte Treibhausgase THG, sowie indirekte energiebedingte THG -Emissionen und sonstige indirekte THG -Emissionen. Die Intensität der THG -Emissionen in ihrer zeitlichen Dimension spielt eine besondere Rolle. Maßnahmen zur Senkung THG -Emissionen wie Emissionen von Ozon abbauender Substanzen und NIx und SOx sind sehr dabei sehr bedeutend.

 

Abfall

Nach Art und Entsorgungsmethode wird entschieden, ob ein erheblicher Austritt schädlicher Substanzen vorliegt. Der Transport von gefährlichem Abfall und die Entsorgung ist von Bewandtnis.

 

Gefährliche Abfälle, toxische, schädliche Substanzen

Indikatoren sind Transport, Import, Export, Behandelt, Standort, Volumen, Art, Auswirkungen.

 

Treibhausgase (THG)

Wir unterscheiden direkte Treibhausgase THG -Emissionen von indirekten energiebedingten THG -Emissionen und sonstigen indirekten THG -Emissionen. Die häufigsten Treibhausgase sind: NIx und SOx, Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Distickstoffoxid (N2O), Fluorkohlenwasserstoffe (FKW), Perfluorkohlenwasserstoffe (PFKW), Schwefelhexafluorid (SF6), Stickstofftrifluorid (NF3)

Wie hoch vor allem zeitlich betrachtet die Intensität THG -Emissionen ist, spielt eine große Rolle. Die Senkung der THG -Emissionen in einem Zeitraum ist festzustellen wie auch die Emissionen Ozon abbauender Substanzen.

 

Wasserentnahme und Rückführung Abwasser

Grundwasser, Meerwasser, produziertes Wasser, v. Wasser von Dritten, Wasserverbrauch sind ressourcenrelevante Verbrauchsfaktoren. Wasserrückführung und Abwassereinleitung nach Qualität und Einleitungsort und / oder Oberflächenabfluss betroffene Gewässer sind rückführende Prozesse.

 

Recycling

Beim Recycling sind Kompostierung, Rückgewinnung einschließlich Energierückgewinnung, Müllverbrennung (Massenverbrennung), Salzabwasserversenkung, Mülldeponie und Lagerung am Standort maßgebliche Verfahren.

 

Biodiversität/Renaturierung

Beim Aufbau, Erhalt oder Neuerschaffung von ökologischen Werten kommt der Wirkungsverfolgung eine ganz besondere Rolle zu. Beispielhafte Faktoren und Prozesse sind hier der Bau oder Nutzung von Produktionsanlagen, Bergwerken und Transportinfrastruktur, die Verschmutzung und Einschleppung von invasiven Arten, Schädlingen und Krankheitserregern. Gemessen werden muss die Verringerung der Artenvielfalt und Veränderung von Lebensräumen.

Die Veränderungen ökologischer Prozesse außerhalb der natürlichen Variationsbreite und signifikante direkte und indirekte Auswirkungen auf betroffene Arten sind zu beobachten. Dabei spielen die Größe der betroffenen Gebiete, die Dauer der Auswirkungen, die Reversibilität oder Irreversibilität und die Größe und Lage aller geschützten oder / und renaturierten Lebensräume eine Rolle für die Renaturierungsmaßnahmen.

 

Liefer- und Wertschöpfungskette

Festzustellen ist zuerst die Zahl der Lieferanten, die auf Umweltauswirkungen bereits überprüft wurden. Wurden hierbei erhebliche tatsächliche und potenzielle negative Umweltauswirkungen ermittelt? Wurden dabei Prozesse bislang außer Acht gelassen? Wie erfassen wir diejenigen Lieferantenprodukte, die keine nachhaltige Wirtschaftsweise erkennen lässt.

 

Verfahren und Standards der Nachhaltigkeit

Eine Auswahl an Verfahren, Berichtsstandards, Rating und Rankings zur Nachhaltigkeit ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

 

European Federation of Financial Analysts Societies (EFFAS)

https://effas.net/pdf/EFFAS%20Charter%2011%20April%202014.pdf

http://effas.net

RNE Rate für Nachhaltige Entwicklung

https://www.nachhaltigkeitsrat.de

DNK – Kodex zur Nachhaltigkeit

www.deutscher-nachhaltigkeitskodex.De

Global Reporting Initiative (GRI)

www.globalreporting.org/resourcelibrary/

https://www2.globalreporting.org/standards/g4/Pages/default.aspx

Integrated Reporting <IR>

https://integratedreporting.org

Ziele für nachhaltige Entwicklung

http://unstats.un.org/sdgs/indicators/database

Research für Nachhaltigkeit

www.cdp.net

Europäische Union Rechtliche Rahmenbedingungen für Nachhaltigkeit

https://ec.europa.eu/environment/eia/eia-legalcontext.htm

Rohstoffe und Indizes

https://de.wikipedia.org/wiki/Rohstoffindex

https://www.bloomberg.com/professional/product/indices/bloomberg-commodity-index-family

https://www.boerse.de/indizes/Rohstoffe/kuRSLISTE

Global Footprint

http://data.footprintnetwork.org/?_ga=2.137997744.162106754.1574786996-1700769046.1574786996#/sustainableDevelopment?cn=all&type=earth&yr=2016

Nachhaltigkeitsinvestment

http://oekom-research.com

https://www.unpri.org

Richtlinie zur Nachhaltigkeit für global agierende Unternehmen

https://www.oecd-ilibrary.org/governance/oecd-leitsatze-fur-multinationale-unternehmen_9789264122352-de

DIN ISO 14000+ und 26000

https://www.iso.org/obp/ui/#iso:std:iso:14005:ed-2:v1:en

https://www.iso.org/iso-14001-environmental-management.html

https://www.iso.org/obp/ui/#iso:std:iso:26000:ed-1:v1:en

Nachhaltigkeitskompass

https://sdgcompass.org/business-tools

Beschleunigung der Erderwärmung

http://www.igbp.net/globalchange/greatacceleration.4.1b8ae20512db692f2a680001630.html

https://www.pnas.org/content/pnas/115/33/8252.full.pdf

https://www.slideshare.net/IGBPSecretariat/great-acceleration-2015?ref=http://www.igbp.net/

Global Overshot

https://www.overshootday.org

UNCTAD

https://isar.unctad.org/blog/2018/10/22/sustainability-reporting-and-sdgs/

Natural Capital Coalition

https://naturalcapitalcoalition.org/natural-capital-2/

http://naturalcapitalcoalition.org/wp-content/uploads/2016/07/NCC_Primer_WEB_2016-07-08.pdf

TEEB Bundesamt für Naturschutz „The Economics of Ecosystems and Biodiversity“

https://www.ufz.de/teebde/

UN Sustainable Indikators

https://unstats.un.org/sdgs/indicators/database

Sustainable Assistent SAFA

http://www.fao.org/fileadmin/templates/nr/sustainability_pathways/docs/Factsheet_SAFA.pdf

True Cost Accounting

https://www.soilandmore.com/de/accountable-by-nature

Bewertungssystem SFS Smart

https://www.sustainable-food-systems.com/smart-methode/#toggle-id-5

GEMIS Software von IINAS – Internationales Institut für Nachhaltigkeitsanalysen und -strategien

http://iinas.org/gemis-de.html

International Labor Organization

https://ilostat.ilo.org

FNG-Siegel für nachhaltige Investmentfonds

http://fng-siegel.org/de/

 

 

Fazit

Eine harte Nuss gilt es zu knacken. Die Ziele einer ökologischen Nachhaltigkeit verlangen es aufgrund der Not der Zeit. Dort, wo Schwellenwerte für Rohstoffe und den Ver- und Gebrauch von Ressourcen fehlen oder nicht gesetzlich geregelt werden, sollten Unternehmen die Notwendigkeit von Schwellen-Werten in der Nachhaltigkeit erkennen und diese festlegen. Betragsmäßig übersteigen externe Effekte die Schwellen nicht mehr die Kompensations- und Ausgleichsmaßnahmen sowie Anstrengungen zum Aufbau der Biosphäre. Dies ist durch ressourcenschonendes und sozialverträgliches Wirtschaften zu erreichen. Nachhaltigkeit beginnt beim Erreichen dieser Schwellen. Dialog zu den Schwellenwerten kann in der Wertebilanz gebucht werden. Sowohl im erweiterten Kontenplan wie auch in der Bilanz. Dort zum Beispiel, wenn über Renaturierung hinaus neue „Masse“ für die Biosphäre erzeugt wird. Wenn in Wald und Flur neuer Humus geschaffen wird, dann gilt dies als eine Investition in die Zukunft und erschafft einen natürlichen Mehrwert, der bislang nicht oder nur indirekt in der Buchhaltung auftauchte. Die Wertebilanz stellt dafür ihren systematischen und ganzheitlichen Ansatz zur Verfügung.

Fußnoten:

[1] Pörksen, U., Nachhaltigkeit (Tutzer), Versuch einer Begriffsklärung, 2009

[2] Foster, John B., https://www.marx21.de/marx-oekologie-umwelt-natur/

[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Brundtland-Bericht#cite_note-1

[4] https://www.nachhaltigkeit.info/artikel/brandt_report_1980_519.htm

[5] https://www.bundestag.de/gg

[6] http://d-nb.info/1058049879

[7] https://gutenberg.spiegel.de/buch/wilhelm-meisters-lehrjahre-3669/2

[8] https://www.nachhaltigkeit.info/artikel/definitionen_1382.htm

[9] J. Daniel Dahm Benchmark Nachhaltigkeit: Sustainability Zeroline, transscript verlag, 2018

[10] https://www.overshootday.org

[11] http://data.footprintnetwork.org/?_ga=2.137997744.162106754.1574786996-1700769046.1574786996#/sustainableDevelopment?cn=all&type=earth&yr=2016

[12] J. Daniel Dahm Benchmark Nachhaltigkeit: Sustainability Zeroline, transscript verlag, 2018

 

Wertebilanz das Buch

Wertebilanz – Werte nachhaltig bilanzieren für eine zukunftsfähige Ökonomie

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