Ressourcenbilanzierung

WertePost – Ressourcenbilanzierung 2025

Ressourcenbilanzierung

 

 

Ressourcenbilanzierung – neu gedacht

 

Etabliertes System

Bestandteil der Wertebilanz ist eine rohstoffgetreue Nachhaltigkeitsbuchhaltung. Sie ergänzt unternehmerische Perspektiven in ihrer Bilanz um neue Werte, Wirkungen und Ressourcen. Wir haben ein Jahrhunderte bewährtes System, dessen Möglichkeiten bei weitem nicht ausgeschöpft sind. Es wird in eindimensionaler Weise, vorwiegend finanzielle Aspekte berücksichtigend, verwendet: die doppelte Buchführung und Bilanzierung.

 

Blick auf die Quellen

Die Komplexität unserer Welt erfordert, dass wir einen konkreten Blick auf die Quellen unseres Lebens (engl. source) und damit auch unseres Wohlstandes werfen. Wir werden sonst nicht verstehen, warum wir eine neue Form der Bilanzierung benötigen. Am Beispiel der Elemente (chemikalische) und Rohstoffe wird dies deutlich. Rohstoffe sind Gaben der Natur, weitestgehend endlich. Auch unsere Kultur beruht auf menschlichen Ressourcen, geistigen Quellen, auf denen wir unsere Gesellschaft, Wissenschaft und Innovationen bauen und weiterentwickeln.

Wir benötigen ein System, das Ökologie, Ökonomie und Zukunftsfähigkeit zusammenführt. Schwellen der Nutzung und Grenzen des Verbrauchs sollen darin klar und sichtbar werden. Ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen benötigt effiziente Prozesse, Intelligenz und ein neues Bewusstsein. Uns wurde vielleicht ein Gedanke glaubhaft gemacht, dass ein Mangel an Ressourcen herrsche. Viele sind diesem Gedanken erlegen und können sich nicht mehr vorstellen, dass es eher der Mangel an intelligentem Umgang mit den Ressourcen ist, der die Erde zugrunde richtet.

Warum sollte Mutter Natur nicht genug für die Menschheit zur Verfügung haben? Achtung vor den Ressourcen zu erlangen, gelingt durch Arbeit an der Aufmerksamkeit und dem Erlernen von Ressourcenverantwortung. Durch die sachgemäße Behandlung unserer Naturgüter im Unternehmen entsteht ein neuer Verantwortungsbegriff und eine entsprechende Haltung. So werden mit der Wertebilanz Zukunftsfähigkeit, nachhaltiger Umgang mit unseren Ressourcen und Prosperität messbar. Verbrauch, Gebrauch, Vernichtung und Renaturierung natürlicher Ressourcen werden an der richtigen Stelle gebucht und aufgenommen.

 

Verantwortung durch Ressourcenbilanzierung

Diese neue Art der Verantwortung für die verwendeten Rohstoffe führt dazu, dass diese im produzierenden Unternehmen verbleiben; kontrollier- und messbar mit der Buchführung und Bilanz. Das Entnehmen und die Rückgewinnung von Ressourcen bedarf der Ausgewogenheit. Dafür verschaffen wir uns mit Messen und Analysen als integraler Bestandteil der Bilanz das notwendige Bewusstsein. Maßhalten erlernen wir durch den schonenden Umgang mit den Rohstoffen und das Wissen der Grenzen dieser. Intelligente Verschwendung funktioniert, wenn wir die Prinzipien der Circular Economy ernst nehmen, auch mit dem Erfassen der Ressourcen und der Effizienz der Prozesse.

Die Bilanzierung von morgen beinhaltet eine wirklichkeitsgetreue Abbildung von Werten UND Ressourcen. Herkömmlich buchen wir Rohstoffe als Verbrauchsmaterial in der GuV. Was ist das für eine Haltung gegenüber der Natur und den Ressourcen? Nach dem Jahresabschluss ist das Wissen über die Ressource „Kupfer“ und dessen Wert nahezu verloren, da die Buchungen in der GuV durch den Jahresabschluss aus der Bilanz gehalten werden. Das entspricht der über Jahrzehnte gelebten Wegwerfmentalität.

Wer ist verantwortlich für das Kupfer und wem gehört es? Dem Lieferanten, dem produzierenden Unternehmen oder dem Kunden? Uns sollte klar sein, dass der einzig sinnvolle Verantwortliche für die Ressource Kupfer und dessen Verbleib das herstellende Unternehmen ist und dies auch bleiben sollte. Deshalb benötigt es einen anderen Ort als die GuV. Weder der Lieferant noch die Konsumierenden können verantwortlich für das Produkt sein. Im Bilde gesprochen gibt der Produzent die Ressource mit einem unsichtbaren Band an die Konsumierenden. Er leiht es förmlich aus. Der Ort, in den wir die Ressource buchen, ist falsch.

 

Aktivierung von Ressourcen – Ressourcenbilanzierung

Ressourcen sind Aktiva und damit unternehmerisches Vermögen. Mit anderen Worten: Die verwendete Ressource Kupfer wird Anlagevermögen des Unternehmens. Damit ist etwas Wundersames in der Bilanzierung geschaffen. Der „Ort“ der Nachhaltigkeit! Jetzt können Zugang (Recycling) und Abgang (Schwund, Verlust und Abschreibung) des Kupfers klar dokumentiert werden. Holt der Produzent das Kupfer vom Konsumierenden nicht zurück, verliert das Unternehmen an Wert.

Das könnte auch steuerlich relevant werden. Unternehmen, die sich um den Erhalt einer Ressource kümmern, können das in € und Cent belegen. Das könnte sich langfristig steuerlich positiv auswirken. Damit kämen wir weg von einer Pauschal- hin zu einer Realbesteuerung. Verbrauch, Gebrauch, Vernichtung und Renaturierung natürlicher Ressourcen werden zukünftig an der richtigen Stelle gebucht – und das zeigt Wirkung.

 

Wertebilanz – Werte nachhaltig bilanzieren für eine zukunftsfähige Ökonomie

Lindemanns Bibliothek – Fachbuch

ISBN 978-3-96308-110-1 · 29,80 Euro

Wertebilanz - Das buch

Gesundheit als Wert

WertePost – Gesundheit als Wert 2021

Gesundheit als Wert

Gesundheit wird auch als ein Gut bezeichnet. In erster Linie verstehen wir Gesundheit als einen individuellen Zustand. Ist Gesundheit ein Wert? Gesundheit ist kein starrer Zustand. Er beinhaltet körperliches, seelisches und geistiges Wohlbefinden.

In Hoch-Zeiten von Virus und Pandemie keine leicht zu beantwortende Frage. Sie ist mehr als die Abwesenheit von Krankheit. Gesundheit und Krankheit gehören zu einem sich ständig ausbalancierenden oder ausgleichenden Werden und Vergehen. Die Balance scheint aktuell verloren zu sein. Gesundheit und Krankheit werden als derzeit eher als Polarität oder Gegensätze wahrgenommen. So zumindest kommuniziert es der überwiegende Teil der Medien und Politiker.

In Wirklichkeit ist das Ringen nach Ausgleich ein äußerst dynamischer, mehrdimensionaler Prozess, den wir bislang in all seinen Facetten wenig durchdrungen haben. Der Mensch ist Bestandteil der Natur, ein Naturwesen. Von der Natur kann er sich nicht absondern, ohne Schaden zu nehmen oder anzurichten. Krankheiten als Naturphänomene wiederum sind für den Menschen oft schmerzhafte Prozesse, manchmal mit tödlicher Folge.

Entstehungsgeschichtlich erlebt der Mensch die Natur als Fremdes, Feind oder Bedränger realen menschheitlichen Seins. Die Natur begegnet dem Menschen in absoluter Gleichgültigkeit. Der Mensch seinerseits bewertet die Natur unter Gesichtspunkten von Chance und Risiko, Wert und Unwert, Nutzbarmachung und Nutzlosigkeit.

Gesundheit als Wert

Natur als Sein, Raubbau und besinnungslose Selbstbedienung

Die Natur ist weder Freund noch Feind. Sie ist, wie sie ist. Autark, sich selbst genügend und in einem anderen Sinne als es der Mensch sein kann, frei. Wir sind nur ein ganz kleines Element dieser natürlichen Welt, die die Griechen als „Gaia“ beschrieben hatten. Narzisstisch und maßlos betrieben die Menschen Raubbau an dieser wesenhaften Urkraft. Die Folgen versuchen wir heute zu beheben oder zumindest Schaden zu begrenzen: Beides eher halbherzig. Denn die ewige Natur ist „erhaben“ über alle menschlichen Unterfangen, denn diese sind endlich.

Stattdessen soll der Mensch lernen, die Natur als unendliches Wesen an sich zu begreifen, mit diesem Wesen zu leben und es nicht als ein zur freien Verwendung Stehendes zu betrachten. Diese Haltung hat zum Artensterben geführt. Der Verdacht, dass wir uns Corona selbst „eingehandelt“ haben, liegt nahe. Studien belegen, dass Zoonosen – also Krankheitserreger, die sowohl Menschen als auch Tiere infizieren können – durch die radikale Reduzierung der Artenvielfalt und Massentierhaltung den Übergang vom Tierreich in unsere Sphäre vollzogen haben.

Dies ist allerdings keine Neuigkeit, wir wissen das seit Jahren. Wir nehmen mehr als vorhanden ist und geben zu wenig zurück an die Natur. Rückblickend, wenn nicht schon heute, wird das Anthropozän in die Geschichte eingehen als das Zeitalter, in dem der Mensch zweifellos Großes geleistet hat.

Andererseits hat der Mensch auch niemals zuvor in einem so erdrückenden Maße rücksichtslos Raubbau an der Natur begangen. Das halten uns inzwischen unsere Kinder vor, da es um ihre Zukunft geht. Wir alle müssen uns die Frage stellen, ob wir eigentlich in unserem Handeln jemals an die Zukunft späterer Generationen gedacht haben.

Furcht vor dem Tod – Gesundheit als Wert

Die Beantwortung der Frage, ob wir Gesundheit garantieren oder uns vor Krankheiten schützen können, ist nicht leicht zu beantworten. Bei grundlegenden Fragen wie dieser neigen wir zu Vereinfachungen und klammern uns an eindimensionalen Lösungswegen. Die Vorstellung, mit einer Impfung sei das „Problem“ Covid 19 aus der Welt, ist ein gutes Beispiel für diese Denkweise.

Natürlich ist das Impfen selbst nicht verkehrt. Einen Krieg gegen einen Virus und damit die Natur zu erklären, ist kurz gedacht. Denn die Macht der Natur ist überwältigend. Gibt es also nur die Alternative zwischen Isolation oder Impfung?  Reflexartig entscheiden wir uns für das Eine oder das Andere. Die derzeitige Pandemie, das Problem Covid 19, in den Griff zu bekommen, ist eine historisch nie dagewesene Aufgabe.

Ängste vor Seuchen, todbringenden Bedrohungen oder Freiheitsverlust werden rasch aus unserem historischen, kollektiven Unterbewussten hochgespült und überschwemmen unser Bewusstsein und unsere Gefühlswelt. Auf der Strecke bleiben unser bisher erworbenes kulturelles Vermögen und andere Werte. Das eigene Wohl, die Sicherheit und Gesundheit werden zu Verdrängern.

Die eingeforderte kollektive Solidarität (Impfzwang) dient nicht nur dem Du und Wir, sondern wahrscheinlich eher der Bekämpfung der eigenen Furcht: „Ich will leben“ – egal zu welchem Preis. Die individuelle Entscheidungsfreiheit der Therapie und ihrer Form ist ein bürgerliches Grund- und Menschenrecht.

 

Überleben

Virologische Faktenlage: Jeder kann es den Quellen entnehmen. In Deutschland belegen die Zahlen des Robert-Koch-Instituts, Stand 28. April, dass bisher etwa 3,97% von 83,17 Millionen Bürger Deutschlands positiv auf RNA Coronaspuren getestet wurden. Verstorben an und mit Corona sind 82.280 oder 0,099 % der Gesamtbevölkerung Deutschlands.

Mit der Frage des Überlebens ist die Bedeutung des Todes im Leben verbunden. Was bedeutet für uns der Tod? Ohne diese Frage ernsthaft zu bearbeiten und zu klären, wird sich langfristig kein Weg aus lebensbedrohlichen Krisen finden lassen.

Wir wissen aus der Psychologie, dass es drei dominante Strategien zur Angstbewältigung gibt, wenn wir in extreme Situationen geraten: Flucht, Angriff oder Starre. Alle drei Reaktionsmuster sind Übersprunghandlungen; kurzfristig sinnvoll, dauerhaft eher erfolglos oder unmöglich; Weglaufen vor dem Löwen, Kämpfen gegen immerwährende Feinde und Verstecken oder Isolation zur Unterwerfung oder Vermeidung. Sie führen genau zum Gegenteil des Gesunden und ihnen können Krankheit und Tod folgen. Erwähnenswert ist auch, dass der Mensch aus Körper, Seele und Geist besteht. Auch hier finden wir eine Reduktion hauptsächlich auf das Körperliche.

 

Leben  –  Gesundheit – DRITTER WEG – Krankheit  –  Tod

 

Werte bleiben auf der Strecke

Wir blenden andere Werte aus, wenn wir uns nur auf einen Wert wie Gesundheit fokussieren. Zum verzweifelten Ringen um diesen einen Wert tritt die Sicherheit als wertvolles Gut in Bedrohungslagen. Das kann fatale Folgen haben. Es provoziert Gegen- oder Überreaktionen. Wir fühlen uns in Bedrohungslagen im „Safe House“ sicher und nehmen Folgerisiken in Kauf, die wir unter normalen Umständen nicht eingegangen wären. Dass wir hierfür einen Preis zahlen müssen, wird ausgeblendet.

Wenn wir nun beginnen, aus dem Wert „Gesundheit“ eine Ware zu generieren, begeben wir uns endgültig in die Falle oder eine Sackgasse. Weder Mensch noch Wohlbefinden sollten käuflich sein. Das ist im Grunde genommen moderne Sklaverei.

Wertebilanzieren – Gesundheit als Wert

Durch die Pandemie ausgelöste finanzielle Aufwendungen verschaffen uns eine andere Perspektive: Forschung und Entwicklung der Impfstoffe und Medikamente, Logistik, Werbung, Medien, medizinische Notversorgung, Arbeitslosengeld, Kurzarbeitergeld, Übergangshilfen, Insolvenzkosten. Seit Beginn der Pandemie gehören sie zum täglichen Vokabular für viele. Es sind zusätzliche Aufwendungen.

Diesen gestiegenen Aufwendungen stehen schwindende oder wenige direkte Erträge gegenüber. Erträge finden wir vor allem außerhalb des finanzierenden Staatswesens. Daraus resultiert zwangsläufig eine steigende Staatsverschuldung, in Folge für Bürger höhere Steuern oder Vermögensverluste. Diese Schulden sind auf der Passivseite der Bilanz und nicht durch Eigenkapital gedeckt. Der Staat bilanziert nicht, sonst wäre dieser Tatbestand offensichtlicher. Die Schuldenlast wird in erster Linie und vor allem für zukünftige Generationen erdrückend.

Auch hier sehen wir Ängste, in diesem Fall vor der Zukunft, Existenzängste. Das ist eine Furcht, die daraus entsteht, etwas wie erworbenen Wohlstand oder Sicherheit in Zukunft zu verlieren oder bereits verloren zu haben. Existenzängste können zur Ohnmacht, nicht nur des Einzelnen, sondern eines gesamten Wirtschaftssystems führen. Viele Betriebe geraten mit ihren Unternehmern, Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten ins Taumeln oder Stehen mit dem Rücken an der Wand.

Überlebenskämpfe in der Wirtschaft haben zur Folge, dass sich der Blick und die Reaktionsweisen sehr verengen. Wir erfassen nicht mehr das Große und Ganze und das Wesentliche entzieht sich uns. Wir bemühen uns um Schadensbegrenzung. Zukunftswerkstätten haben derzeit keine Konjunktur. Es gibt immer Gewinner und Verlierer solcher Krisenzeiten. Derzeit ist die Ertragslage vor allem für Digitalunternehmen und die Finanzwirtschaft besser als je zuvor. Börsennotierte Unternehmen der pharmazeutischen Industrie können sich über steigende Kurse freuen.

 

Ein dritter Weg?

Kann es ein Zurück zur „alten“ Normalität überhaupt geben? Fordert uns die Lage nicht geradezu heraus, andere Wege zu gehen, anstatt die alte Normalität zurückzusehnen?

Wir enthalten uns, konkrete Vorschläge für einen dritten Weg zu machen.

Wir möchten anregen: Was können Eckpfeiler eines dritten Weges sein? Die oben dargestellten Spannungsfelder fordern uns auf, im Mittelfeld zu forschen. Ein paar Stichworte mögen das eigene Denken anfeuern. Die Aufzählung ist ohne Priorisierung und nicht vollständig

  • Schutz den Schutzbefohlenen
  • Arbeit an den eigenen Ängsten
  • Natürliche Immunität stärken
  • Weniger Geld für Pandemie, mehr Geld für Artenschutz. Die Zoonosen sind unser Problem und lassen sich langfristig nicht wegimpfen.
  • Dysbalance, aus den Fugen geratene Prozesse, wieder ins Gleichgewicht bringen
  • Salutogenese
  • Faktenbasierter Impfstoffvergleich incl. Nebenwirkungen und Todesfälle (EMA) vor individueller Impfentscheidung
  • Superspreader identifizieren und isolieren
  • Sonderrechte für Kinder
  • Von anderen Ländern lernen
  • Ausschließliche Verwendung von PCR und Inzidenzwerten zur Maßnahmenbestimmung hinterfragen und qualitativ sichere Testverfahren entwickeln
  • Mobile Raumlüfter im Innenbereich bei Bedarf
  • Gezieltere Maßnahmen für die heterogenen Zielgruppen finden und ergreifen
  • Rückkehr zu Diversität und Pluralität in Wissenschaft, Gesellschaft und Staat
  • (Impfstoff)-Verteilungskämpfe und -denken abwenden und verwandeln
  • Impfzwang und -pflicht vermeiden als gesellschaftlich rechtliches Instrumentarium.
  • Den Menschen auch als seelisches und geistiges Wesen sehen und anerkennen
  • Eindimensionales und lineares Denken überwinden
  • Polyphonie von Werten fördern, im Sinne von komponieren und orchestrieren (Wertebilanzieren auch im persönlichen Bereich)
  • Liebe- und achtvoller Umgang von Menschen mit Menschen
  • Selbstkritisches Denken im Eigenversuch üben und sich mit anderen Menschen austauschen
  • Impfen nur da, wo das Risiko-Nutzen Verhältnis individuell klar definierbar
  • Kollektive Impfzwänge hinterfragen und keine Entscheidung ohne ärztliche Beratung treffen.
  • Die Grenze der Demokratie hört an der Oberfläche der Haut auf .… Individuelle Entscheidungen in rationalem Kontext fördern.

2022 erscheint ein Buch, das die Labortheorie in ein anderes Licht stellt. Der erfahrene Molekularbiologe Theißen begab sich auf Spurensuche und seit Anbeginn der Pandemie trug er alle verfügbaren Fakten zusammen. Schon bald musste er jedoch feststellen, dass sich die Mehrzahl der Fachleute und ein Großteil der Medien auf eine rein natürliche Entstehung des Virus festgelegt haben – ohne hieb- und stichfeste Beweise. Er musste feststellen, dass COVID ein Laborvirus ist.

Prof. Günter Theißen: Von 1992-2001 war Theißen Arbeitsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtungsforschung in Köln und 2001 als Professor für Botanik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster tätig. Seit 2002 ist er Lehrstuhlinhaber für Genetik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Außerdem schreibt Theißen für die Die Zeit und Die Weltwoche.

Wertebilanz das Buch 

Wertebilanz – Werte nachhaltig bilanzieren für eine zukunftsfähige Ökonomie

Lindemanns Bibliothek – Fachbuch

ISBN 978-3-96308-110-1 · 29,80 Euro

monnet – UE Werte

Wohlstand, Ökologie und Zukunftsfähigkeit

WertePost – Wohlstand, Ökologie und Zukunftsfähigkeit 2025

Wohlstand, Ökologie und Zukunftsfähigkeit

 

Wohlstand, Ökologie und Zukunftsfähigkeit – ein paradoxer Dreiklang?

 

„magic triangle“ Wohlstand, Ökologie und Zukunftsfähigkeit

Sie stehen bislang in Dysbalance oder in vermeintlichem Widerspruch zueinander. Können wir uns eine Welt vorstellen, in der sich die drei „vertragen“? Ist eine Welt denkbar, in der einer der drei Begriffe nicht auf Kosten der anderen existiert und alle drei Felder in Harmonie sind?

 

Prosperität ist variabel

Wohlstand ist ein facettenreicher und dehnbarer Begriff. Er spielt sowohl im Inneren als auch im Äußeren des menschlichen Lebens eine Rolle. Würde die Natur von sich behaupten, wohlhabend zu sein? Persönliche Bedürfnisse des Menschen sind maßgebend, um zu bewerten, was Wohlstand konkret ist. Definiert sich Wohlstand am Einzelnen oder an der Gesellschaft?

Die Ökonomie ist Grundlage und zugleich Instrument zur Erfüllung unserer Wohlstandsbedürfnisse. Der Homo sapiens war in der Geschichte der Menschheit zumeist fixiert auf die bedingungs- und rücksichtlose Befriedigung seiner (Grund‑)bedürfnisse. Dieser Jahrtausende währende Reflex hat sich in der Folge auf andere Bedürfnisse übertragen: Stichwort „Armut versus Reichtum“ oder das Versagen einer auch nur annähernd gerechten Verteilung des Wohlstandes.

Rücksichtnahme und maßvolles Verhalten sind für einige noch immer nicht selbstverständlich. Der Gedanke, dass auch Wohlstand endlich sein könnte, hat sich noch nicht in das kollektive Bewusstsein aller Menschen eingeprägt. Ebenso, dass stete Bedürfnisbefriedigung nicht zu nachhaltigem Glück führt. Innerer Wohlstand nährt sich auch aus Zufriedenheit, Wohlergehen, Liebesfähigkeit und Sozialität.

 

 

OIKOS

Ökologie leitet sich aus den zwei altgriechischen Worten Oikos (Haus, Haushalt) und Logos (Wort, Lehre) ab. Streng übersetzt ist es die Lehre vom Haushalten. Ursprünglich aus der Biologie stammend, beschrieb Ernst Haeckel die Ökologie als die Erforschung der Beziehungen von Lebewesen oder Organismen untereinander und zu ihrer unbelebten Umwelt.

„Ökologisch“ nach heutigem Sprachgebrauch beschreibt eine Haltung oder ein Handeln, das den schonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen in den Vordergrund stellt.

Der Mensch ist in der Lage zu ökologischem Handeln, da er mit einem Ich begabt ist, entweder mit oder gegen die Natur lebt und handelt. Die letzten 100 Jahre haben wir uns mit unserem Handeln eher gegen die Natur gewandt und rücksichtslos Ressourcen verbraucht.

Die unzähligen Umweltkatastrophen und das Artensterben sind nur die offensichtlichsten Folgen menschlichen Versagens auf diesem Felde.

 

 

Ressourcenerschöpfung

Deutschlands Ressourcenerschöpfung stellte sich im vergangenen Jahr bereits am 3. Mai 2020 ein. Wir zehren uns und unsere Ressourcen auf. So leben wir auf Kosten zukünftiger Generationen.

Der Global Overshot Day macht unsere ökologische Lage auf drastische Weise deutlich: 2020 waren weltweit am 22. August bereits alle natürlichen Ressourcen und CO2 Abgaben/ökologische Dienstleitungen verbraucht.

 

 

Lebenswerte Zukunft

Die Zukunftsfähigkeit ist ein Terminus der Nachhaltigkeit. Sie nimmt in erster Linie jedoch nicht das Messen und das Nachhalten in den Fokus, sondern diejenigen Handlungen, die zukunftssichernd oder -fördernd sind. Nachhaltige Entwicklung stellt Schwellenwerte, Technologie, soziale, gesellschaftliche und staatliche Organisationen so auf, dass unser gegenwärtiges Handeln auch künftigen Generationen noch ausreichend Ressourcen überlässt.

Viele meinen irrtümlicherweise, dies sei ohne Verzicht und schwindenden Wohlstand nicht machbar. Der Beweis ist jedoch nicht erbracht, dass die vermeintlich im Widerspruch stehenden Seiten des Dreiecks nicht miteinander im Einklang stehen können.

Um den derzeitigen extrem dissonanten Dreiklang in eine Harmonie zu transformieren, bedarf es der Neuausrichtung unserer Unternehmensmetrik und eines gezielten Auswahlprozesses von trefflichen Unternehmenswerten.

 

 

Nomen est omen

Die Wertebilanz fügt, nomen est omen, zwei bisher nicht in Zusammenhang gebrachte Begriffe zusammen: Die Werte (Philosophie und Ethik) mit der Bilanz (Ökonomie (+) und Ökologie/Nachhalten (-)). Das Instrument Buchführung kennen und nutzen wir seit mehr als 500 Jahren.

Die Bilanz kann Maß, Messung und Monitoring in ein System bringen. Bislang klammern wir zahlenmäßig die sozialen, geistigen und ökologischen Faktoren aus. Dies gilt es zu ändern, wollen wir geschönten, bunt bebilderten Bilanzanhängen über Nachhaltigkeit weiterhin Glauben schenken. Bilanzen zeigen verlässlich, wo wir mit unseren Anstrengungen stehen, Disharmonien können frühzeitig erkannt werden.

Wenn einer der drei Faktoren Zukunftsfähigkeit, Ökologie oder Wohlstand nicht angemessen berücksichtigt wird, kann die Wertebilanz den Handlungsbedarf bewusst machen. Korrektes und die Realität widerspiegelndes Bilanzieren lohnt sich, auch weil Schaden abgewendet werden kann. Versicherungsgesellschaften beschäftigen sich mit diesem Thema seit vielen Jahren und legen es auch in den herkömmlichen Bilanzen mit Rückstellungen dar.

Durchgreifend und flächendeckend steht der Beweis, die großen „Drei“ in Harmonie zu bekommen, noch aus. Es ist allerdings zu beobachten, dass immer mehr Unternehmen sich auf den Weg begeben, mit Reporting Werkzeugen mehr über das „magic triangle“ zu entdecken. Erst wenn die Werte realistisch in Euro und Cent in der Bilanz verbucht sind, was derzeit noch nicht der Fall ist, werden wir den Schlüssel zur zukünftigen Prosperität in Händen halten.

 

Wertebilanz das Buch

 

 

Wertebilanz – Werte nachhaltig bilanzieren für eine zukunftsfähige Ökonomie

Lindemanns Bibliothek – Fachbuch

ISBN 978-3-96308-110-1 · 29,80 Euro

 

monnet – Unternehmensentwicklung

 

Bilanzversagen

WertePost – Bilanzversagen 2025

Bilanzversagen

 

Bilanzversagen – Ein neues Krankheitsbild in unserem Wirtschaftsystem?

 

Bilanzversagen klingt wie ein neues Krankheitsbild. In gewisser Weise ist es das auch, und zwar im Hinblick auf ökonomische Wirkungsmechanismen. In der Medizin heißt es, dass nach dem Herzversagen das Herz nicht mehr schlägt und der Tod des Menschen eintritt.  Nach einem Bilanzversagen geht ein Unternehmen nicht sofort unter. Daher ist eine schlechte oder fehlerhafte Unternehmensbilanzierung auch nicht sofort für jeden offensichtlich. Ein Unternehmen „stirbt“ lediglich als Folge einer Insolvenz, nicht aber als Folge eines Bilanzversagens. In der jüngsten Vergangenheit ist der ehemalige DAX-Konzern Wirecard  ein Paradebeispiel dafür, dass eine schlecht aufgestellte Bilanz (also das Versagen einer ordentlichen Bilanzierung) nicht das unmittelbare Sterben eines Unternehmens mit sich zieht.

 

Wo liegt das Versagen oder besser das Bilanzversagen?

Die Bilanzen wurden über Jahre mit geradezu krimineller Energie geschönt und manipuliert, so dass ein Bild des Unternehmens geschaffen wurde, das mit der Realität nicht im Entferntesten übereinstimmte. Eine Bilanz kann fehlerhafte Angaben aushalten – nicht aber Anleger oder Gläubiger! Sie haben teilweise einen erheblichen Schaden erlitten, und stehen nicht selten am finanziellen Abgrund [1]  Hier – und auch in anderen Fällen – hat demnach nicht die Bilanz selbst versagt, sondern unser Bilanzsystem sowie die Akteure, die eine Bilanz in ihrem Sinne manipulieren.

 

Neue Bilanzform schafft erweitertes Bewusstsein

Oftmals verfügen wir über wirkmächtige Werkzeuge, die exzellent sind, wir wissen es nur nicht. Wir nutzen sie nicht in der möglichen Breite und in einer sinnvollen Weise. In diesem Fall ist es die Bilanz. Die Wertebilanzierung ist eine Methode:  Sie ist ein ganzheitliches Messwerkzeug, um die unternehmerische Wirklichkeit zu spiegeln und ins Bewusstsein zu rücken. Und zwar ausschließlich, wenn sie sich lediglich auf eine Sichtweise und Schicht des Unternehmens beschränkt. Das sind derzeit die Finanzen.

Wäre unser jetziges Bilanzwesen tatsächlich auf Vollständigkeit, Richtigkeit und Wirklichkeitstreue ausgelegt, wie es das HGB fordert, wären Unternehmen bilanziell mit großer Sicherheit anders aufgestellt. Greenwashing und ausgeklügelte Methoden zur Verschleierung von  Geschäftsprozessen und Wertentstehung gehörten sicherlich zur Ausnahme. Der eigentlichen Absicht, die hinter dem Regelwerk des HGB steht, würde wieder mehr Genüge getan. Das HGB  wurde bereits 1900 gemeinsam mit dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) in Kraft gesetzt.[2]

 

Lücken und Krücken

Die klassische Bilanz weist Lücken auf und geht auf Krücken. Sonst wäre ein Fiasko à la Wirecard nicht möglich. Die gewöhnliche Bilanz ist den dynamischen Anforderungen der Weltmärkte in Bezug auf Agilität, Nachhaltigkeit, Risiko, Begeisterung, Motivation und Identifikation nicht gewachsen. Viele der unternehmerischen Abläufe geschehen jenseits der Buchhaltung und Bilanzierung: Sie sind versteckt oder externalisiert. Wir können diese Prozesse sichtbarer werden lassen, damit sie buchbar, klar und nachvollziehbar werden. So kann Wert-„Schätzung“ einsetzen. All das benötigt ein werthaltiges und verlässliches System.

 

Werte nachhaltiger bilanzieren – Value balance

Unternehmen, die lernen, (Mehr)-Werte zu bilanzieren, zeigen offensiv, was sie können und leisten – auch für das Allgemeinwohl und die Nachhaltigkeit. Am Ende steht eine Wertebilanz, die sich qualitativ sehen lassen kann. Die Bilanzierung von morgen beinhaltet eine realistische und korrekte Abbildung von Werten, Vermögen und Ressourcen. Dies bedeutet ein exaktes Erfassen und Verfolgen der Werte und ihrer Wertschöpfungen in den Bereichen Ökologie, Nachhaltigkeit, Kultur, Soziales und Wirtschaftlichkeit. Das verschafft auch ein vollständigeres Bild über Wertentwicklungen und -steigerungen im Unternehmen. Integraler Bestandteil ist eine relativ einfache und wirklichkeitsgetreue Nachhaltigkeitsbuchhaltung.

 

Nachhaltigkeitsbuchhaltung

Sie bildet den Umgang mit Ressourcen im wirtschaftlichen Sinne ab. Verbrauch, Gebrauch, Vernichtung und Renaturierung natürlicher Ressourcen werden an der richtigen Stelle gebucht. Die Verantwortung für die weitere Nutzung der verwendeten Rohstoffe verbleibt im Unternehmen. Ressourcen wie Natur, Fähigkeiten, Wissen, Innovationen, Patentwerte, Rohstoffe, Kultur, Daten deklarieren die Buchführung der Zukunft als Vermögen und aktivieren diese: In Euro und Cent! So können moderne Unternehmen, soziale wie gewerbliche, eine Grundlage zukunftsfähiger Prosperität, Ökonomie und Ökologie schaffen.

Wertebilanz – Werte nachhaltig bilanzieren für eine zukunftsfähige Ökonomie

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in einem Anderen Land

WertePost – In einem anderen Land 2020

in einem Anderen Land    

In einem anderen Land

  Vielleicht ist der Gedanke an ein anderes Land die Frucht eines stillschweigenden Fernwehs, geboren in coronaler Isolation. Oder die Furcht, plötzlich in einem anderen Land aus einem schlechten Traum zu erwachen. Nein! „Wir werden in einer anderen Welt leben, wenn die Krise vorbei ist. “ schrieb dazu Yuval Noah Harari. Wir sind bereits ein anderes Land und wir werden es immer mehr. Wie ergeht es den Ländern unserer Erde nach dieser Periode? Futuristen und Wahrsager baden sich derzeit in dieser Frage; ein gefundenes Fressen. Wie wird es weitergehen? Was tatsächlich geschehen ist, werden wir erst mit zeitlichem Abstand besser verstehen. Erklärungsversuche und Schönredereien wirken wie pennälerhafte Stotterei. Vorboten kündigen bereits an: Es wird uns an die Substanz und vielen an den Kragen gehen. Auf seelischem Felde ist das bei vielen bereits seit Beginn der Corona Krise der Fall; Stichwort häusliche Gewalt.    

Ängste

In unserem bisher gelebten Wertesystem haben sich Verschiebungen und Ausblendungen eingestellt. Ängste, Panik, Existenz-, Gesundheits- und Überlebensfragen haben sich mit Macht in den Vordergrund gedrängt. Andere Werte wurden weggespült oder strandeten an einer einsamen Insel. Darunter Freiheit, Menschlichkeit, Gerechtigkeit, Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit, Bewegungs- und Reisefreiheit, um nur einige zu nennen. Massive Veränderungen der Volkswirtschaften sind im Gange. Massenarbeitslosigkeit, Rückgang des Konsums, immer höhere Staatsverschuldungen, drohende Insolvenzen, Millionen mehr Menschen werden an Hunger sterben und daneben strahlende Helden in der Politik. Wird es nur kleinere bis mittlere Beben geben oder werden tektonische Verschiebungen in der Wirtschaft unser Zusammenleben komplett verändern?  

Verrückungen – In einem anderen Land

Viele Bereiche der Wirtschaft, zum Beispiel der Finanzwirtschaft, haben schon solche abrupten Verrückungen hinnehmen müssen. Ist das Gesundschrumpfen oder Amputieren? An Börsen konnten wir gigantische Kapitalbewegungen beobachten, als sich abzeichnete, welches Ausmaß die Bedrohung durch das Sars-Cov-2 Virus hatte. Es wurden gigantische Abverkäufe getätigt, die in Summe das BIP mehrerer größerer OECD Staaten umfassen. Ansonsten schnurrte die Börse maschinenhaft, bis auf kurzzeitige Unterbrechungen, im Großen und Ganzen weiter wie zuvor. Wieder einmal haben viele kleine Anleger auf Schlag teils ein Viertel ihres Aktienvermögens verloren. Ob es Gewinner gibt und wer diese sind, werden wir erst nach ausgiebigen Analysen erkennen können. Wir lassen uns in Extremsituationen von unseren Ängsten das Diktat machen. Werte, die gestrandet sind, bedürfen großer Anstrengung, um sie wieder an die richtigen Orte zurückzuhieven. Wirtschaft und Politik steckten schon vor Corona in einer heftigen Krise. Nicht umgesetzte Lehren aus vergangenen Krisen rächen sich. Die Fragilität unseres Wirtschaftssystems trat schonungslos zu Tage. Es ist zu befürchten: Eine zweite virale Attacke wird es kaum verkraften.  

Gutes

Es gibt auch gute Seiten. Einige Zeitgenossen sind erwacht. Es wogten Sympathien für Andere, bisher kaum beachtete Berufsgruppen. Forscher und Ärzte in verschiedenen Ländern arbeiteten plötzlich zusammen oder tauschten lebenswichtige Erfahrungen im Umgang mit den Erkrankungen aus. Selbstbesinnung trat ein. Für seine Werte einstehen, das nennen wir Idealismus. Der ist nun gefragt. Wir benötigen keinen Neustart, den wird es auch nicht geben. Denn die Welt ist kein Computer, den wir nach Belieben rauf- und runterfahren können. Die Parole, das Beste aus allem zu machen, verhallt ohne Wirkung. Wir benötigen neue Ideen und umsetzbare, zukunftsfähige Konzepte. Haltung entwickeln und sich für Werte stark machen, wird weiterhelfen. Das kann nur jeder Einzelne. Das Wirtschaftssystem benötigt neue Sensorien und Gerüste. Und dies zur Unzeit. Die verlorenen oder vergessenen Werte regen wir an, wieder ins Bewusstsein zurückzuholen. Die Unternehmen können mit der Bilanzierung von Werten beginnen. Das wäre ein Anfang zu einer wert- und nachhaltigen Wirtschaft von Morgen. Hoffentlich in einem besser werdenden anderen Land.   Wertebilanz das Buch Wertebilanz – Werte nachhaltig bilanzieren für eine zukunftsfähige Ökonomie Lindemanns Bibliothek – Fachbuch ISBN 978-3-96308-110-1 · 29,80 Euro monnet – Unternehmensentwicklung
Anstelle von Denkverboten

WertePost – Anstelle von Denkverboten 2020

 

 

Anstelle von Denkverboten

 

 

Anstelle von Denkverboten

Gastbeitrag Bertelsmann Stiftung

Creating Corporate Cultures

 

In Zeiten der Donald Trumps und der Greta Thunbergs könnten Kontraste in der Weltsicht nicht ausgeprägter sein. Polarisierer wähnen sich im Begriff der einzig gültigen Wahrheit. Ökologie und Ökonomie stehen sich gegenüber wie These und Antithese, entstammen aber beide einem Ursprung, sind untrennbar verbunden. Das eine Prinzip lebt aus und durch das andere. Und vice versa.

Wir leben in einer Epoche, in der wir lernen müssen, Polaritäten und Denkverbote zu erkennen und zu überwinden. Denn damit können wir notwendig gewordene Verwandlungen der Gesellschaft und Wirtschaft ermöglichen. Was eigentlich zusammengehört, fällt aber zusehends auseinander. Alle Welt redet von Nachhaltigkeit. Sogar die Finanzwirtschaft hat sie entdeckt. Kein Wunder. Nachhaltige Schulden lassen sich wunderbar weiterverkaufen.

 

Sapere aude

Wohl verstandene Nachhaltigkeit könnte eine Synthese aus ökologischen und ökonomischen Interessen sein. Haushalten und Nachhalten entspringen einer Quelle. Ganz im Sinne des griechischen Oikos. Den zu bemühen, erfordert den Mut des Querdenkers. Denn das Ökosystem braucht Ökonomie und Ökologie. Der Diskurs kann zum Führungsprinzip werden. Sapere aude: Habe Mut, weise zu werden. Kant machte daraus – dich deines Verstandes zu bedienen.

Wie wahr. Wir benötigen nicht nur eine Rückbesinnung auf tradierte Werte. Auch eine multiintelligente Voraussicht ist dringend vonnöten.  Das geht nicht mit Denkverboten und -blockaden. Wir können dem nur mit neuem Denken entwachsen. Und dies in Freiheit. Einem Denken, das Grenzen überschreitet und neue Perspektiven für sinnvolles Handeln eröffnet. Darauffolgend die so dringenden Erfindungen und Innovationen für unseren diesbezüglich dahinvegetierenden Wirtschaftsraum.

 

Neue Maximen

Hermann Hesse lässt Demian sagen: „Nur das Denken, das wir leben, hat einen Wert.“ [1] Das ist nicht nur schön gesagt. Es kann als Maxime auch für Unternehmen stehen. Unternehmen kommen in der Frage der Vertrauenswürdigkeit laut Umfragen schlecht weg [2]. Aber sie haben auch einen riesigen Hebel in der Hand, um die Welt zu verändern und sie lebenswerter zu gestalten. Die Zeit drängt, aber genau deswegen sind Besonnenheit, Konzentration, Intelligenz und Effizienz entscheidend. Mit neuem Fokus kann ein anderer Weg eingeschlagen werden.

Wie können Unternehmen sich verändern und im Hinblick auf sich sehr schnell wandelnde Verhältnisse erfolgreich bleiben? Und dies unter ökologischen, sozialen, nachhaltigen, aber auch ökonomischen Gesichtspunkten. Dieser Weg beinhaltet ein Rück- und Vorbesinnen auf verloren gegangene und neue Werte: ohne Denkverbote und fadenscheinige Wertekostüme. Nietzsche folgend ist der Mensch sowohl Zertrümmerer als auch Setzer von Werten.

 

Der Nachhalt kommt vor Nachhaltigkeit

Mehr und mehr setzt sich die Einsicht in den Köpfen auch unserer Wirtschaftslenker durch, dass wir so nicht weitermachen können. Wir benötigen ein anderes System, um die Wirtschaft zu führen, Rechenschaft abzulegen und zu bilanzieren. [3] Wir diskutieren seit mehr als 10 Jahren verzweifelt über Nachhaltigkeit. Abertausende von Wissenschaftlern in aller Welt messen immer exakter die Zustände von Mutter Erde. Uns gelingt es bislang nicht, diese Erkenntnisse, Fakten und Werte zu integralen Bestandteilen unserer Bilanzen zu machen. Dabei stiftet Nachhalten bekanntlich Vertrauen und Werthaltigkeit.

Werte dienen als Kompass, um Richtung zu geben, für Entscheidungen. Die Komplexität des Lebens und Wirtschaftens hat enorm zugenommen. Beleg: Unternehmen fordern am meisten den Bürokratieabbau. [4] Komplexität erfordert ganzheitliche Konzepte. Mit der Ganzheit entsteht etwas Neues durch die Integration der Teile auf einem höheren Niveau. Unsere Probleme haben wir uns selbst erschaffen. Sie sind weder mit überkommenem Denken noch mit den Rezepturen der Vergangenheit zu lösen.

Unsere heutige Krise ist deren Produkt. Folglich kann dieses Produkt auch nicht mit der gleichen Denkungsart verwandelt werden, die zu jener Erstarrung führte. Es müssen Unternehmensentwicklungen angestoßen, Transformationsprozesse in Gang gebracht werden, die aus der Dystopie, aus den Sackgassen unseres Denkens hinausführen. So werden wir neue Türen des Zukünftigen aufzustoßen in der Lage sein.

 

Anstelle von Denkverboten Entdeckergeist wecken

Um diesen neuen und alten Werten zur Wirksamkeit zu verhelfen, benötigen wir Abenteurer- und Entdeckergeist. Ohne ihn kein Neuland, keine neuen Produkte, Dienstleistungen und Arbeitsplätze. Wir sind derartig verseucht vom Kosten-Nutzen Denken, dass wir die notwendige Kreativität auf der Suche nach dem unternehmerischen Genius verloren haben. Vielleicht auch eine Folge von Denkverboten?

Wir benötigen also neue Konzepte, gewonnen aus freiem Denken und daraus resultierenden unternehmerischen Handlungsweisen. Dafür ist auch ein neu zu entwickelndes Bewusstsein für die realen Zusammenhänge und Vorgänge im Unternehmen notwendig. Führung wird zur dynamischen Disziplin, die sich stets an wandelnde Begebenheiten anpasst, mehr noch: den Wandel aktiv gestaltet, ihm Profil und Richtung gibt.

 

Neues Bewusstsein schafft neue Bilanzform

Ein möglicher Brennspiegel des Neuen? Die Change mit der Wertebilanz. Im Gegensatz zu den bisherigen Bilanzierungsregularien. Spiegeln denn die tradierten Bilanzen die tatsächlichen Verhältnisse in einem Unternehmen wider? Bilden diese vollständig und wahrheitsgemäß die unternehmerischen Prozesse ab? Für die meisten Mitarbeiter und Führungskräfte sind Bilanzen darüber hinaus langweilig, nicht verständlich, und es macht keinen Spaß, sich damit zu beschäftigen, geschweige denn, diese zu erstellen. Was fehlt?

Bilanzen stellen herkömmlich eher Zahlen und Berichte dar. Die finanzielle Entwicklung der Geschäftsaktivitäten in definierten Zeiträumen wird abgebildet. Doch was ist mit anderen unternehmerischen Belangen? Eigentlich schreibt die Gesetzgebung sogar vor, korrekt, vollständig und wahrheitsgetreu zu bilanzieren. Vieles, für das bereits in Unternehmen quasi selbstverständlich, aber jenseits der Beobachtung gearbeitet wird, wird sichtbar und bewertet, wertgeschätzt und damit buchbar in die Klarheit geführt. Real wertschöpfende Prozesse in einer Wertebilanz zu dokumentieren, führt das Unternehmen zu seinem Genius. Dies auch mittels eines neuartigen Ansatzes der Ressourcenbilanzierung.

Real wird dies durch das Buchen von Verbrauch, Gebrauch, Vernichtung und Renaturierung der natürlichen Ressourcen in der Wertebilanz. Ressourcen werden zu Vermögen der Unternehmen. Damit bleiben Verantwortung und Besitz für die verwendeten Rohstoffe im Unternehmen selbst. Das Produkt wird zwar verkauft oder verliehen, der Rohstoffwert aber bleibt unangetastet. Dadurch wird der Umgang mit unseren Naturgütern nachvollziehbar. Der Staat bräuchte keine pauschalen Steuern mehr zu erheben, sondern würde den Verbrauch oder das Verschleudern der Ressource höher besteuern und das Recyceln belohnen durch Steuererleichterungen.

 

Anstelle von Denkverboten zukunftsfähige Prosperität

Das alles benötigt ein System, das auf der einen Seite Freiheitsgrade in sich trägt, auf der anderen Seite einen klaren Rahmen für Orientierung: die Wertebilanz.  Auf Heller und Euro werden die alten und neuen Werte in der Wertebilanz festgestellt und real gebucht. Bisher schlafende, nicht transparente Leistungen, die sich nach „Lüftung“ sehnen, oder neue Unternehmensleistungen werden so wie Schätze geborgen.

So kann Wertschätzung einsetzen, auch in monetärer Hinsicht. Der konkreten gesamtgesellschaftlichen Entwicklung, speziell in Fragen der Digitalisierung, Globalisierung und der ökologischen Nachhaltigkeit folgend, ergeben sich immer neue wertschöpfende Prozesse und Produkte, die von Fall zu Fall vom Geldwert berücksichtigt werden müssen. Diesen Wertschöpfungsprozessen wird in der Wertebilanz Rechnung getragen. Wirkungen entdecken wird integraler Bestandteil einer neuartigen Bilanzierung.

Wertebilanzunternehmen zeigen offensiv, was sie können und leisten. Und eines ist gewiss: Die Wertebilanz wird die ökonomischen und ökologischen Verhältnisse realistischer spiegeln und der unternehmerischen Wirklichkeit näherbringen. So werden Buchhaltung und Bilanzierung verständlicher und wecken vielleicht ein breiteres Interesse im Unternehmen und darüber hinaus. Warum, weil die Vorgänge und Fakten im Unternehmen tatsächlich in die Bilanz geschrieben werden. Erreichtes wird sichtbarer. Begeisterung kommt auf und das Unternehmen entwickelt eigenständig Potenziale. Die Wertebilanz schafft die Grundlage zukunftsfähiger Prosperität, Ökonomie und Ökologie zu einem alten und neuen Ganzen zusammenführend.

Wertebilanz das Buch

Wertebilanz – Werte nachhaltig bilanzieren für eine zukunftsfähige Ökonomie

Lindemanns Bibliothek – Fachbuch

ISBN 978-3-96308-110-1 · 29,80 Euro

 

monnet – Unternehmensentwicklung

 


[1] Hesse, H.: Demian, Suhrkamp, 1974
[2] https://www.nim.org/sites/default/files/medien/135/dokumente/2018_-_trust_in_professions_-_deutsch.pdf
[3] https://www.value-balancing.com
[4] https://www.familienunternehmen.de, https://www.welt.de/themen/buerokratie/

Höhere Werte

WertePost – Höhere Werte, Werteebenen für die Wertebilanz 2020

Höhere Werte

 

Höhere Werte, Werteebenen für die Wertebilanz

 

Werteebenen

Wir möchten die Werte, die wir als besonders interessant und weiterführend einschätzen, in eine vielleicht auf den ersten Blick ungewöhnliche Ordnung bringen. Hierbei betonen wir, dass es sich um kein starres System handelt. Es ist eher eine Aufteilung und Gliederung, damit die Charaktereigenschaften der Werte und ihre Zusammenhänge klarer werden. Keinesfalls soll hier der Versuch unternommen werden, die Werte in eine Taxonomie zu zwängen. Damit dies eingängiger ist, verwenden wir die Bilder Sonne, Planeten und Erde.

Diese drei Ebenen liegen zwischen großen, höheren und individuellen, also dem Menschen näherliegenden Werten. Aufgrund dieser Ebenen ergibt sich so etwas wie eine bewegliche Hierarchie. Höhere Werte (Sonne), mittlere Werte (Planeten), irdische Werte (Erde). Mit dieser Systematik für die Wertepaare möchten wir die vielschichtigen Verbindungen der Werte mit dem Menschen und dem Unternehmen herstellen. Wir wählen exemplarisch aus jeder Werteebene ein Wertepaar aus.

‚Das hat doch keinen Einfluss auf meinen Umsatz und das Geschäft‘; das ist vollkommen altes Denken. Erst wenn wir weiter auf die Werte auf der mittleren und irdischen Ebene zu sprechen kommen, werden diese handfester und orientieren weit konkreter. Aus der Beschäftigung mit diesen Werten wird klar, welchen Impact sie auf Mitarbeiter, Unternehmen und Unternehmer haben.

In der Folge werden wir sehen, welchen Einfluss die konkreten Werte für die Wertebilanz haben können.

 

Mut und Mäßigung

Diese beiden Werte möchten wir an dieser Stelle als die derzeitigen Favoriten würdigen. An Aktualität sollten sie mehr in den Fokus der Menschheit treten. Beide sind bereits den Griechen als Kardinaltugenden bekannt, heute mehr denn je von großer Bedeutung. Wir beginnen mit dem Mut und in einem zweiten Blog folgt die Mäßigung.

 

Mut und höhere Werte

Wer Mut oder Wagemut zeigt, traut sich in Gefahrenzonen, in unkalkulierbare Situationen oder aus der zivilisatorischen Komfortzone. Mut ist nicht angeboren, sondern erlernbar. Tapferkeit und Mut werden gerne in Zusammenhang gebracht. Tapferkeit oder Heldenmut ist eine der vier platonischen Kardinaltugenden und erklärt sich mit Standhaftigkeit, dem Furchtbaren trotz Furcht trotzen um des guten Willens wegen. Im unternehmerischen Zusammenhang benötigt es neben Initiative und Können auch Stärke und Raum und Möglichkeit dafür, diese zu zeigen und jenes zu erwirken.

Um Mut im Unternehmen zu entwickeln bedarf es Beharrungskraft und eines inneren Kompasses, sich für das Richtige zur passenden Zeit einzusetzen. Tatkraft ist eine Doppelung, die Fähigkeit zu handeln mit größter Energie. Wagemut trägt Hoffnung und Zuversicht in sich, die Zukunft in eine sinnvolle Richtung wenden zu können. Das Zentrale dabei ist der freie Wille. Wille, der zu mutigen Handlungen und Eigenwilligkeit führt. Dieser ist ungebunden und entspringt dem individuellen Kern des Menschen.

Die großen Probleme unserer Zeit sind sicherlich nur durch großen Mut zu lösen. Wegducken, Ignorieren und Schuldzuweisungen sind beobachtbare mutlose Verhaltensweisen. Es bedarf einiger Portionen unternehmerischen Wagemutes, Prozesse im Unternehmen zu verändern, die den Anschein erwecken, als seien sie unveränderlich. Oder jene Fahrwasser zu verlassen, welche in die Irre führen. Dazu gehören auch ausgetretene Pfade althergebrachter Traditionen.

 

Krisen meistern

Mut bedeutet auch, sich neuen Themen zu stellen. Wie kann Verantwortung neu begriffen werden im Umgang mit den natürlichen, menschlichen und sozialen Ressourcen? Mut wird zumeist mit bevorstehender Gefahr in Verbindung gebracht. Bedrohungen und Gefahren wurden seit der Antike durch mutige Taten überwunden oder abgewendet. Wir sehen uns derzeit durch viele Gefahren bedroht. Vor uns stehen mögliche Klimakatastrophen, herannahende Kriege und eine weitere Weltwirtschaftskrise. Bringen wir lieber Mut mit Klugheit für die zu gewinnenden Erkenntnisse zusammen, als mit dem Rücken an der Wand stehen zu bleiben.

 

Höhere Werte

Wir möchten die Werte, die wir als besonders interessant und weiterführend einschätzen, in eine vielleicht ungewöhnliche Ordnung bringen. Hierbei betonen wir, dass es sich um kein starres System handelt, sondern eher eine Aufteilung und Gliederung. Keinesfalls soll hier der Versuch unternommen werden, die Werte in eine Taxonomie zu zwängen. Damit es eingängig ist, verwenden wir die Bilder Sonne, Planeten und Erde. Dies, um zum Ausdruck zu bringen, dass diese Ebenen höherer und individueller Natur, also dem Menschen näher liegend sind. Aufgrund dieser Ebenen ergibt sich so etwas wie eine bewegliche Hierarchie.

Höhere Werte (Sonne), mittlere Werte (Planeten), irdische Werte. Mit dieser Systematik für die Wertepaare möchten wir die vielschichtigen Verbindungen der Werte mit dem Menschen und dem Unternehmen herstellen. Wir wählen exemplarisch aus jeder Werteebene ein Wertepaar aus. Das hat doch keinen Einfluss auf meinen Umsatz und das Geschäft. Das ist altes Denken. Erst wenn wir weiter auf die Werte auf der mittleren und irdischen Ebene zu sprechen kommen, werden diese handfester und orientieren weit konkreter. Aus der Beschäftigung mit diesen Werten wird klar, welchen Impact sie auf Mitarbeiter, Unternehmen und Unternehmer haben.

 

Wertebilanz

Diese Faktoren und Werte können entweder direkt in der GuV abgebildet werden oder mittels Wirkungsbuchungen oder zum Teil im Vermögen der Bilanz verankert werden. So entstehen monetarisierbare Erfahrungswerte über die tatsächlichen Leistungen des Unternehmens. Diese können als Benchmarks in der Bilanz hinterlegt werden. Wir können die Ressourcen nicht weiterhin als Waren oder Dinge in unseren Bilanzen behandeln. Jede Ressource verdient eine ihr gemäße Behandlung und Wertschätzung. Diese können wir zum Ausdruck bringen, indem wir den (schonenden) Umgang auch in unsere Bilanzen tragen.

 

Wertebilanz – Werte nachhaltig bilanzieren für eine zukunftsfähige Ökonomie

Lindemanns Bibliothek – Fachbuch

ISBN 978-3-96308-110-1 · 29,80 Euro

 

 

monnet – Unternehmensentwicklung

Werte und Tugenden

WertePost – Werte und Tugenden führen den Menschen 2020

Werte und Tugenden

 

 

Werte und Tugenden

Werte, von griech. ἀξία axia, und Tugenden orientieren und leiten den Menschen. Er kann durch die Beschäftigung mit den Werten eine Haltung dazu gewinnen. Das Bild der Achse oder einer Koordinate ist sehr trefflich. Werte bilden eine ideelle Basis für Sitten und Gebräuche. Diese spielen in einem Staat oder einer Gemeinschaft eine wesentliche Rolle.

Abhängig vom kulturellen Umfeld und dem zeitlichen Kontext wandelt sich die Priorität von Werten. Werte können wachsen und werden im Sinne von Entstehen und Vergehen. Geistig betrachtet sind Werte Entitäten. Sie können reicher an Fülle und Bedeutung sein oder einen weniger hohen Rang bekleiden. Die Würde gehört zu ersten Kategorie, die Zuversicht zur zweiten. Auch dienen Werte als Kompass, um Richtung zu geben für Entscheidungen.

Werte müssen nicht als Schranken für die individuelle Freiheit verstanden werden. Immer wieder in der Geschichte gab es Menschen, welche als Wertewandler aufgetreten sind. Sie setzten sich für große oder kleine Transformationen der traditionellen Werte ein oder kämpften dafür. Werte und Tugenden werden gerne auch populistisch verwandt. Uns ist die Freiheit und die individuelle Entwicklung wie das eigenständige Erarbeiten von Werten in Unternehmen ein Herzensanliegen.

 

Wie werden Werte zu Unternehmenswerten?

Für Unternehmen können Werte Richtschnur und auch Motor sein. Werte wirken auf das Handeln, wenn sie im Bewusstsein und in der Seele verankert sind. Dies kann auch in Bildern geschehen. Werte beeinflussen die Entwicklung des Menschen und damit auch des Unternehmens. Die Verantwortung der Produkte, deren Produktion und den Dienstleistungen liegt zum größten Teil bei den Unternehmen. Bei der Komplexität der Produkte und Verfahren kann von den Konsumenten kaum verlangt werden, diese in ihrer Komplexität zu durchdringen.

 

Konsumenten oft überfordert

Welcher Käufer versteht, wie ein Smartphone funktioniert, geschweige denn, kann bewerten, wie es hergestellt wurde. Janusgleich lassen Werte uns in Vergangenheit und Zukunft blicken. Welche Werte sind entstanden und haben sich in erfolgreichem Handeln manifestiert? Welche Werte wollen wir in Zukunft etablieren und uns für diese stark machen? Werte und Bewertung liegen vom Wortursprung nahe beieinander. Werte haben ein eigenes Wesen, einen Begriff und eine ihm innewohnende geistige Kraft. Bewertungen sind menschengemacht oder intelligent maschinenprogrammiert.

 

Urteilskraft gefragt

Die Bewertung nimmt ihre Grundlage aus der menschlichen Urteilsfähigkeit. Von der Beurteilung zur Verurteilung ist es oft nicht weit. Urteilen ist eine menschliche Fähigkeit, die alle unsere Sinne, unser Gefühl und den gesunden Menschenverstand verlangt. Wir unterscheiden menschlich individuelle, unternehmerische und gesellschaftliche Werte. Der Schwerpunkt dieser Betrachtung liegt auf den individuellen und unternehmerischen Werten.

Über hundert Werte lassen sich identifizieren. Einige sind von großer und weitreichender Bedeutung. Die Komplexität des Lebens hat zugenommen, damit auch die Anzahl der Werte im Vergleich zur Antike. Hier kannten die großen Philosophen Sokrates, Platon und Aristoteles nur wenige und einige dazugehörige Tugenden.

 

Werte und Tugenden – Willenskraft vonnöten

Die Unmöglichkeit des Unterfangens, in wenigen Absätzen die folgenden hervorgehobenen Werte zu beschreiben, möge dem Verfasser dieser Zeilen nachgesehen werden. Tugenden gehören zum Willensmäßigen des Menschen. Der Tugendhafte macht sich verdient, wenn er was taugt. Wenn er durch seine Taten oder Haltung hervorragende Leistungen für die Gemeinschaft erbringt.

Das bringt auch Unternehmer weiter. Die folgenden Wertepaare haben eher Ewigkeitscharakter und unterliegen wenig einem sich wandelnden Werteverständnis.  Diese zeigen Größe in Bezug auf ihre Bedeutungsfülle und Dimensionen. Ein Nachweis für die Unmittelbarkeit dieser Werte und ihrer Wirkung auf ein Unternehmen soll im Detail in diesem Kapitel nicht erbracht werden. Vielmehr sollen Gefühl und Einsicht erzeugt werden, wie Werte wirken. Und wie eine Wertebilanz dies widerspiegeln kann. Im Anschluss werden diese weniger komplexen Werte exemplarisch dargestellt, welche eine monetäre Auswirkung auf ein Unternehmen haben.

– 2020 – 

werden wir also eine ganze Reihe von Werten in mehreren Blog Teilen vorstellen. Dabei wird es spannend, wie Werte entstehen, sich wandeln können, sich entwickeln, Wachsen und vielleicht auch vergehen und an Wert verlieren. Wir benötigen dringend neu erwachende Fähigkeiten, Werte ins Leben und in die Gemeinschaft zu tragen.

 

Wertebilanz – Werte nachhaltig bilanzieren für eine zukunftsfähige Ökonomie

Lindemanns Bibliothek – Fachbuch

ISBN 978-3-96308-110-1 · 29,80 Euro

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Notwendigkeit von Schwellen-Werten

WertePost – Notwendigkeit von Schwellen-Werten 2025

 

 

Notwendigkeit von Schwellen-Werten

 

 

 

Notwendigkeit von Schwellen-Werten

Kaum ein Begriff hat sich in den letzten Jahren so in den Sprachgebrauch hinein katapultiert und manifestiert. Damit auch eine gewisse Phrasenhaftigkeit, die das Wort in seiner Bedeutungstiefe gar nicht verdient hat. Die erste Würdigung in einem Wörterbuch fand die Nachhaltigkeit bereits durch den Hauslehrer von Alexander von Humboldt Joachim Campe 1809. Sie stammt von nachhalten und ist ‘mit haben’, ‘gleichsam bis nach der gewöhnlichen Zeit halten’, ‘dauern, lange halten, widerhalten’ beschrieben worden.

Nachhaltigkeit ist ein Zustand, eine Qualität (Beschaffenheit) von Dingen, die vorhalten, dauern. Sie ist ein Index, ein Dingwert. Faktoren der Nachhaltigkeit haben ohne Schwellen-Werte keinen Hebel, darum die Notwendigkeit von Schwellen-Werten in der Nachhaltigkeit. Das Maß der Dinge zu beschreiben und festzulegen ist angesagt. Alle Akteure in Unternehmen, Politik, die Konsumenten und Bürger benötigen dringlich eine Orientierung.

 

Der Nachhalt

Nur Nachhalt stiftet Vertrauen. Campe setzt diese Qualität gleich mit Kapital.[1] Etwa hundert Jahre zuvor hatte der sächsische Adelige Hans Carl von Carlowitz den Begriff der Nachhaltigkeit für die Forstwirtschaft geprägt. Carlowitz verwaltete in Freiberg den erzgebirgischen Silberbergbau und verfasste 1713 ein Buch gegen den Raubbau des Waldes. Hier entwarf er das Konzept einer nachhaltenden Nutzung.

Die Herzogin Anna Amalia von Weimar übernahm dieses bei der Neuplanung ihrer Wälder. Auch Karl Marx beschrieb den ökologischen Widerspruch zwischen Natur und kapitalistischer Gesellschaft als einen »irreparablen« Bruch in den voneinander abhängigen Prozessen des gesellschaftlichen Stoffwechsels. Dieser Bruch im Stoffwechsel zwischen Menschheit und Natur könne nur überwunden werden, indem dieser Stoffwechsel systematisch wiederhergestellt wird als regulierendes Gesetz der gesellschaftlichen Organisation.[2]

 

UNO

Die UNO griff mit der Beauftragung für den Brundtland Report das Thema bereits 1968 auf. „Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.“[3] Der Club of Rome ist beim Zustandekommen des Wertes der Nachhaltigkeit stark beteiligt. In ‘Grenzen des Wachstums’ 1972 beschreibt ein System, das ohne plötzlichen und unkontrollierbaren Kollaps haltbar und zugleich die Sicherung der Grundbedürfnisse aller Menschen gewährleisten sollte. Bundeskanzler Willi Brandt sprach vor der UNO 1973 die fast prophetisch wirkenden Worte: „Unser Überleben hängt von einer globalen Zusammenarbeit ab, die eine nachhaltige, natürliche Umwelt sichert.“[4]

Parteien, Unternehmen und Organisationen bedienen sich dieses Begriffes inzwischen mit einer Selbstverständlichkeit, ohne für die Erfüllung dieses Versprechens gerade zu stehen. Wir können inzwischen erfassen und messen, was nicht nachhaltig ist. Die Nachhaltigkeit ist auch im deutschen Grundgesetz in Artikel 20a[5], Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen und der Tiere, verankert.

 

17 years after – 2025

2010 sorgte das Buch „Die Entdeckung der Nachhaltigkeit“[6] von Ulrich Grober für eine Erweiterung des Begriffs und eine neue Deklarierung. Er unterscheidet zwei Ebenen. In der Gemeinsprache wird Nachhaltigkeit oft im Sinne von nachdrücklich, intensiv und dauerhaft verwandt. Er stellt auch eine Verwendung bei Goethes Roman ‚Wilhelm Meister‘[7], 1796: „Er schien nunmehr zum ersten Male zu merken, dass er äußerer Hilfsmittel bedürfte, um nachhaltig zu wirken.“

Auf der politischen Ebene wird der Begriff gerne im Sinne einer ökologischen Verantwortbarkeit eingesetzt. Die Fragen „Lohnt sich das?“ oder „Werde ich steuerlich bessergestellt?“ sollten bald beantwortet werden. Seit wenigstens zehn Jahren verfügen wir über gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse, wie die Grenzen unseres Wachstums aussehen und wo wir sie bereits überschritten haben.

Allenthalben wird der Ruf nach einer Transformation der Wirtschaft wieder laut. Der Begriff Nachhalten steht unmittelbar mit dem Begriff Haushalten und damit einer ökologischen Ökonomie in Verbindung. Ein weiterer Aspekt ist die Zeit. Haushalten bedingt die Einbeziehung von Zeiträumen. Mögen manche Manager und die Börse eher in Quartalen ticken, geben Rohstoffe, Produktionszyklen und Bindung an die Konsumenten durch versprochene Produktqualität ganz andere zeitliche Zyklen vor. Nachhalten benötigt Zeit.

 

Fehlende klare Definition

Der Nachhaltigkeitsbegriff ist (immer noch) nicht klar definiert und füllt inzwischen ganze Bücherregale mit unterschiedlichster Literatur. Auch wurde er mit sozialen und anderen Faktoren angereichert. Wir schlagen uns mit Komplexität. Es bestehen ebenso keine gemeinsamen Ziele, wie Nachhaltigkeit erreichbar, geschweige denn messbar wird. Eine der Grundgedanken ist, dass ein System nachhaltig ist, wenn es selber überlebt und langfristig Bestand hat.[8] „Nachhaltigkeit beginnt an einer Null-linie, entlang derer die volle Integrität der Biogeosphäre inklusive des Menschen gewahrt bleibt.“[9]

Zahlreiche Standards und Methoden haben sich etabliert, die bereits in Unternehmensbilanzen als Reportings im Berichtswesen deskriptiv Einzug erhalten haben. Die Frage ist allerdings noch nicht gelöst, wie sich nachhaltiges Wirtschaften von Unternehmen so in die Leit- und Kontrollsysteme implementieren lässt, dass Nachhaltigkeit wirklich nachvollziehbar wird. Es braucht mehr als die Parole der Förster, die nicht mehr dem Walde entnehmen, als es die Wiederaufforstung gebietet. Nein, es ist viel komplexer und schwieriger. Inzwischen gibt es eine große Zahl von Berichtssystemen, Label, Verfahren zu Messungen, Ratings und Rankings. Die Tiefe der Analysemöglichkeiten ist sehr breit und inzwischen bei vielen Unternehmen unter Bewährung gestellt.

Bislang ist es weder den Unternehmensverbänden noch der Politik gelungen, zumindestens über die Schwellen der Nachhaltigkeit einen Konsens zu erwirken. Es ist verständlich, dass die Betreiber der oben genannten Verfahren selber als Organisationen oder verlängerter Arm gewerblicher Unternehmen in ihrem eigenen Interesse arbeiten. Dies führt zwar zur Verbreitung, allerdings nicht zu dem oben genannten Effekt, gewisse Gesetze und Regulierungen zu finden, geschweige denn diese Gesetzeskraft zu verleihen.

 

Vier Elemente

Unsere Natur als Ressourcengeber bleibt in vier Elementen gegliedert.

 

Luft / Chemisches Gemisch / Gase (THG)

Wasser / Landwasser / Meere / Ozeane / Nutzwasser

Erde / Mineralien / Pflanzenreich

Feuer / Licht / Wärme / Kälte

 

Jede für sich gesehen gleicht einem irdischen Kosmos. Die 118 Elemente unseres Periodensystems liefern in all ihren möglichen und unmöglichen Kombinationsvarianten einen Ozean und Berge an chemischen Stoffen, die wir zur Fertigung unserer Waren benötigen.

Einer der bleibenden zu klärenden Fragen ist, wo Schwellwerte ermittelt beziehungsweise vorgegeben werden müssen. Die Errechnung des Global Overshot Days[10] macht die Drastik der Lage mehr als deutlich. Für 2019 waren global am 29. Juli bereits alle erneuerbaren natürlichen Ressourcen und CO2 Abgaben/ökologische Dienstleitungen verbraucht. Deutschlands Ressourcenerschöpfung stellte sich am 2. Mai ein. Der ökologische Footprint[11] stellt für spezifisches ökologisches Verhalten einen Fußabdruck dar. Ein anderer interessanter Gedanke ist das Konzept des ökologischen Rucksacks.

In diesem Bilde gesprochen tragen wir Bürger eher zu wenig Gepäck und entledigen uns des Gewichts zu Lasten anderer, vor allem der Natur. Den meisten Rankings und Ratings von Nachhaltigkeitszielen liegt ein grundsätzliches Problem zu Grunde. Es werden keine absoluten, sondern nur relative Bezugsgrößen vorgegeben und dann Werte miteinander verglichen. Daraus werden Bewertungen abgeleitet, die darum nur relativen Charakter haben können.

 

 

Nullline der Nachhaltigkeit – Notwendigkeit von Schwellen-Werten

 

Great acceleration

 

 

 

Dr. J.D. Dahm[12] hat die Nulllinie der Nachhaltigkeit in eine Formel gebracht. So definiert sich die Sustainability Zeroline:

Internalisierung + Kompensation + gute Wirkung) – (Externalisierung negativer Effekte) ≤ 0

Wir haben zur Messung von Nachhaltigkeit große Mengen an Daten und Datenressourcen zur Verfügung. Wir können die Entwicklung des Verbrauches von Rohstoffen und anderen Ressourcen relativ genau beziffern. Der nächste Schritt einer Festlegung des Verbrauches und der damit verbundenen Schwellwerte fehlt.

Dimensionen und Komplexität werden erst bei der Benennung der Felder der ökologischen Nachhaltigkeit klar.

Rohstoffgruppen

Wir können Rohstoffe in vier Gruppen einordnen.

  • Energieliefernde Rohstoffe
  • Metalle
  • Agrarrohstoffe
  • nachwachsende Rohstoffe

Außerdem sind als Derivate Hilfs- und Betriebsstoffe, Halbfertigerzeugnisse oder Teile, einschließlich aller Arten von Materialien und Komponenten mit Ausnahme der Rohstoffe, die Bestandteile des Endprodukts sind und Verpackungsmaterialien wie Papier, Pappe und Kunststoffe zu nennen.

 

Prozesse, Stoffströme, Regeneration

Dementsprechend sind Prozesse, Stoffströme und regenerative Eingriffe zu benennen, die in der Messung der Nachhaltigkeit bedeutend sind:

  • Energien mit Herkunft und Effektivitätsgrad
  • Emissionen und THG
  • Müll / Abfälle
  • Toxische Stoffe
  • Wasser aus Meer und Land
  • Verbrauch und Abnutzung (End-Lifecycle), auch nicht erneuerbar
  • Gebrauch recycelter Ausgangsstoffe
  • Renaturierung und Schaffung von Biodiversität und Fruchtbarkeit (Humus)
  • Schaffung von Kulturlandschaften, Land- Wald- und Forst

Energie

Der Energieverbrauch innerhalb und außerhalb der Organisation, des Unternehmens muss ermittelt werden, ebenso die Energieintensität. Die Effektivität der Erzeugung, der Nutzung und die Verringerung des Energieverbrauchs können auf dieser Grundlage neu berechnet und hochgerechnet werden.

 

Emissionen

Dazu gehören direkte Treibhausgase THG, sowie indirekte energiebedingte THG -Emissionen und sonstige indirekte THG -Emissionen. Die Intensität der THG -Emissionen in ihrer zeitlichen Dimension spielt eine besondere Rolle. Maßnahmen zur Senkung THG -Emissionen wie Emissionen von Ozon abbauender Substanzen und NIx und SOx sind sehr dabei sehr bedeutend.

 

Abfall

Nach Art und Entsorgungsmethode wird entschieden, ob ein erheblicher Austritt schädlicher Substanzen vorliegt. Der Transport von gefährlichem Abfall und die Entsorgung ist von Bewandtnis.

 

Gefährliche Abfälle, toxische, schädliche Substanzen

Indikatoren sind Transport, Import, Export, Behandelt, Standort, Volumen, Art, Auswirkungen.

 

Treibhausgase (THG)

Wir unterscheiden direkte Treibhausgase THG -Emissionen von indirekten energiebedingten THG -Emissionen und sonstigen indirekten THG -Emissionen. Die häufigsten Treibhausgase sind: NIx und SOx, Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Distickstoffoxid (N2O), Fluorkohlenwasserstoffe (FKW), Perfluorkohlenwasserstoffe (PFKW), Schwefelhexafluorid (SF6), Stickstofftrifluorid (NF3)

Wie hoch vor allem zeitlich betrachtet die Intensität THG -Emissionen ist, spielt eine große Rolle. Die Senkung der THG -Emissionen in einem Zeitraum ist festzustellen wie auch die Emissionen Ozon abbauender Substanzen.

 

Wasserentnahme und Rückführung Abwasser

Grundwasser, Meerwasser, produziertes Wasser, v. Wasser von Dritten, Wasserverbrauch sind ressourcenrelevante Verbrauchsfaktoren. Wasserrückführung und Abwassereinleitung nach Qualität und Einleitungsort und / oder Oberflächenabfluss betroffene Gewässer sind rückführende Prozesse.

 

Recycling

Beim Recycling sind Kompostierung, Rückgewinnung einschließlich Energierückgewinnung, Müllverbrennung (Massenverbrennung), Salzabwasserversenkung, Mülldeponie und Lagerung am Standort maßgebliche Verfahren.

 

Biodiversität/Renaturierung

Beim Aufbau, Erhalt oder Neuerschaffung von ökologischen Werten kommt der Wirkungsverfolgung eine ganz besondere Rolle zu. Beispielhafte Faktoren und Prozesse sind hier der Bau oder Nutzung von Produktionsanlagen, Bergwerken und Transportinfrastruktur, die Verschmutzung und Einschleppung von invasiven Arten, Schädlingen und Krankheitserregern. Gemessen werden muss die Verringerung der Artenvielfalt und Veränderung von Lebensräumen.

Die Veränderungen ökologischer Prozesse außerhalb der natürlichen Variationsbreite und signifikante direkte und indirekte Auswirkungen auf betroffene Arten sind zu beobachten. Dabei spielen die Größe der betroffenen Gebiete, die Dauer der Auswirkungen, die Reversibilität oder Irreversibilität und die Größe und Lage aller geschützten oder / und renaturierten Lebensräume eine Rolle für die Renaturierungsmaßnahmen.

 

Liefer- und Wertschöpfungskette

Festzustellen ist zuerst die Zahl der Lieferanten, die auf Umweltauswirkungen bereits überprüft wurden. Wurden hierbei erhebliche tatsächliche und potenzielle negative Umweltauswirkungen ermittelt? Wurden dabei Prozesse bislang außer Acht gelassen? Wie erfassen wir diejenigen Lieferantenprodukte, die keine nachhaltige Wirtschaftsweise erkennen lässt.

 

Verfahren und Standards der Nachhaltigkeit

Eine Auswahl an Verfahren, Berichtsstandards, Rating und Rankings zur Nachhaltigkeit ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

 

European Federation of Financial Analysts Societies (EFFAS)

https://effas.net/pdf/EFFAS%20Charter%2011%20April%202014.pdf

http://effas.net

RNE Rate für Nachhaltige Entwicklung

https://www.nachhaltigkeitsrat.de

DNK – Kodex zur Nachhaltigkeit

www.deutscher-nachhaltigkeitskodex.De

Global Reporting Initiative (GRI)

www.globalreporting.org/resourcelibrary/

https://www2.globalreporting.org/standards/g4/Pages/default.aspx

Integrated Reporting <IR>

https://integratedreporting.org

Ziele für nachhaltige Entwicklung

http://unstats.un.org/sdgs/indicators/database

Research für Nachhaltigkeit

www.cdp.net

Europäische Union Rechtliche Rahmenbedingungen für Nachhaltigkeit

https://ec.europa.eu/environment/eia/eia-legalcontext.htm

Rohstoffe und Indizes

https://de.wikipedia.org/wiki/Rohstoffindex

https://www.bloomberg.com/professional/product/indices/bloomberg-commodity-index-family

https://www.boerse.de/indizes/Rohstoffe/kuRSLISTE

Global Footprint

http://data.footprintnetwork.org/?_ga=2.137997744.162106754.1574786996-1700769046.1574786996#/sustainableDevelopment?cn=all&type=earth&yr=2016

Nachhaltigkeitsinvestment

http://oekom-research.com

https://www.unpri.org

Richtlinie zur Nachhaltigkeit für global agierende Unternehmen

https://www.oecd-ilibrary.org/governance/oecd-leitsatze-fur-multinationale-unternehmen_9789264122352-de

DIN ISO 14000+ und 26000

https://www.iso.org/obp/ui/#iso:std:iso:14005:ed-2:v1:en

https://www.iso.org/iso-14001-environmental-management.html

https://www.iso.org/obp/ui/#iso:std:iso:26000:ed-1:v1:en

Nachhaltigkeitskompass

https://sdgcompass.org/business-tools

Beschleunigung der Erderwärmung

http://www.igbp.net/globalchange/greatacceleration.4.1b8ae20512db692f2a680001630.html

https://www.pnas.org/content/pnas/115/33/8252.full.pdf

https://www.slideshare.net/IGBPSecretariat/great-acceleration-2015?ref=http://www.igbp.net/

Global Overshot

https://www.overshootday.org

UNCTAD

https://isar.unctad.org/blog/2018/10/22/sustainability-reporting-and-sdgs/

Natural Capital Coalition

https://naturalcapitalcoalition.org/natural-capital-2/

http://naturalcapitalcoalition.org/wp-content/uploads/2016/07/NCC_Primer_WEB_2016-07-08.pdf

TEEB Bundesamt für Naturschutz „The Economics of Ecosystems and Biodiversity“

https://www.ufz.de/teebde/

UN Sustainable Indikators

https://unstats.un.org/sdgs/indicators/database

Sustainable Assistent SAFA

http://www.fao.org/fileadmin/templates/nr/sustainability_pathways/docs/Factsheet_SAFA.pdf

True Cost Accounting

https://www.soilandmore.com/de/accountable-by-nature

Bewertungssystem SFS Smart

https://www.sustainable-food-systems.com/smart-methode/#toggle-id-5

GEMIS Software von IINAS – Internationales Institut für Nachhaltigkeitsanalysen und -strategien

http://iinas.org/gemis-de.html

International Labor Organization

https://ilostat.ilo.org

FNG-Siegel für nachhaltige Investmentfonds

http://fng-siegel.org/de/

 

 

Fazit

Eine harte Nuss gilt es zu knacken. Die Ziele einer ökologischen Nachhaltigkeit verlangen es aufgrund der Not der Zeit. Dort, wo Schwellenwerte für Rohstoffe und den Ver- und Gebrauch von Ressourcen fehlen oder nicht gesetzlich geregelt werden, sollten Unternehmen die Notwendigkeit von Schwellen-Werten in der Nachhaltigkeit erkennen und diese festlegen. Betragsmäßig übersteigen externe Effekte die Schwellen nicht mehr die Kompensations- und Ausgleichsmaßnahmen sowie Anstrengungen zum Aufbau der Biosphäre. Dies ist durch ressourcenschonendes und sozialverträgliches Wirtschaften zu erreichen. Nachhaltigkeit beginnt beim Erreichen dieser Schwellen. Dialog zu den Schwellenwerten kann in der Wertebilanz gebucht werden. Sowohl im erweiterten Kontenplan wie auch in der Bilanz. Dort zum Beispiel, wenn über Renaturierung hinaus neue „Masse“ für die Biosphäre erzeugt wird. Wenn in Wald und Flur neuer Humus geschaffen wird, dann gilt dies als eine Investition in die Zukunft und erschafft einen natürlichen Mehrwert, der bislang nicht oder nur indirekt in der Buchhaltung auftauchte. Die Wertebilanz stellt dafür ihren systematischen und ganzheitlichen Ansatz zur Verfügung.

Fußnoten:

[1] Pörksen, U., Nachhaltigkeit (Tutzer), Versuch einer Begriffsklärung, 2009

[2] Foster, John B., https://www.marx21.de/marx-oekologie-umwelt-natur/

[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Brundtland-Bericht#cite_note-1

[4] https://www.nachhaltigkeit.info/artikel/brandt_report_1980_519.htm

[5] https://www.bundestag.de/gg

[6] http://d-nb.info/1058049879

[7] https://gutenberg.spiegel.de/buch/wilhelm-meisters-lehrjahre-3669/2

[8] https://www.nachhaltigkeit.info/artikel/definitionen_1382.htm

[9] J. Daniel Dahm Benchmark Nachhaltigkeit: Sustainability Zeroline, transscript verlag, 2018

[10] https://www.overshootday.org

[11] http://data.footprintnetwork.org/?_ga=2.137997744.162106754.1574786996-1700769046.1574786996#/sustainableDevelopment?cn=all&type=earth&yr=2016

[12] J. Daniel Dahm Benchmark Nachhaltigkeit: Sustainability Zeroline, transscript verlag, 2018

 

Wertebilanz das Buch

Wertebilanz – Werte nachhaltig bilanzieren für eine zukunftsfähige Ökonomie

Lindemanns Bibliothek – Fachbuch

ISBN 978-3-96308-110-1 · 29,80 Euro

 

monnet – Unternehmensentwicklung

Agilität

WertePost – Agilität

Agilität

 

 

Agilität

Was bedeutet Agilität als Wert mit ihren Wirkungen in der Wertebilanz – Mit anderen Worten charakterisiert sich der Wert Agilität als initiatives projekt- oder prozessorientiertes Denken und Handeln. Der Weg zum Ziel spielt eine bedeutendere Rolle als die Zielerreichung. Diese können Mitarbeiter, Führungskräfte, ganze Organisationen oder Unternehmen ausüben. Dabei hat die Arbeitsgeschwindigkeit, wie oft fälschlicherweise behauptet wird, eine weniger große Bedeutung als eher der Zeitgewinn, der sich als positive Folge einstellt. Agilität ist Antwort auf eine sich immer schneller drehende Welt mit zunehmender Digitalisierung, künstlicher Intelligenz, Robotik und globalem Wirtschaften.

 

 

Haltung und Mindset

Die Haltung oder das Mindset der Mitarbeiter und Führungskräfte spielen bei der Ausübung von Agilität eine zentrale Rolle. Der wertschätzende Umgang und die Begegnung auf Augenhöhe werden förderliche Praxis. Agilität prägte sich in den letzten Jahren zunehmend in den unternehmerischen Sprachgebrauch ein. Besonders in der Softwareentwicklung und der Organisationsentwicklung hat sie sich als nutzbringende Verfahrensweise bewährt. Allerdings existiert der Begriff bereits einige Jahrzehnte, drückt sich durch die Haltung eine Bereitschaft zur Flexibilität oder Anpassungsfähigkeit aus. Agilität ist in hierarchischen Unternehmensformen nicht unbedingt erwünscht und so steht sie im Kontrast zu alten Führungsstrukturen und Modellen. Für moderne Organisationen und Unternehmen hat sich agiles Management als eine sehr effektive und zeitgemäße Organisationsform etabliert. Agilität in Unternehmen funktioniert nicht von selbst.

 

 

Agilität im Unternehmen – für eine neue Form der Buchhaltung

Der Einführung liegt in der Regel eine Krise oder ein Change Prozess zu Grunde. Dieser bedarf im weiteren Verlauf immer wieder neuer Impulse. Agilität verlangt ein höheres Maß an Offenheit und Transparenz als in gewöhnlichen Organisationen. Dies gilt sowohl für Strukturen als auch für Prozesse, ebenso für Ziele und Entscheidungen. Transparente Zuständigkeiten verlangen klare Regelungen für alle Beteiligten. Agilität erfordert eben eine andere Art der Führung und Zusammenarbeit. Mitarbeitenden wird mehr Verantwortung zugesprochen. Qualitätssteigerung, Mitarbeiterzufriedenheit und Motivation sind oft die Folge.

 

 

KPI für Beobachtung von Wirkungen

Im Kontext der Wertebilanz nimmt Agilität einen größeren Stellenwert ein. Wandel und Veränderung sind obligatorische Grundvoraussetzungen für Wachstum auf allen Ebenen eines Unternehmens oder einer Organisation. Die Frage ist, ob und wie sich Agilität messen lässt. Dazu benötigen wir die Bestimmung von Erfolgswerten wie zum Beispiel Effektivität, Erlössteigerung, Mitarbeiterzufriedenheit, Transparenz im Sinne von Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen, flache Führungsstrukturen und Fehlerkultur, aus denen ausgewählt werden kann.  Entsprechend dieser Beispiele können Key Performance Indikators (KPI) vereinbart werden. Sie sollten in der GuV als „Marker“ gebucht werden können. Diese Marker erzeugen im Verlaufe des Geschäftsjahres ein gezieltes Augenmerk. Im ersten Schritt werden diese vor allem als Aufwendungen zu verbuchen sein. Des Weiteren können sie als Wirkungsbuchungen gebucht werden.

 

 

Werteentstehung, -minderung und Wirkungsverfolgung

Dabei muss geklärt werden, welche Wertzuwächse durch Agilität für das Unternehmen realistisch in Aussicht stehen. Diese können individueller oder organisatorischer Art als Zielperspektiven beschrieben, bewertet und in Eurobeträgen gebucht werden. Sollten die gewünschten Erlöse nicht erzielt werden, wird der Wert durch Abschreibung oder Minderung bei der nächsten Bilanz korrigiert. Diese Methode überführt die herkömmliche Budgetierung in die Bilanz. Solange keine realen Umsätze erzielt werden, bleiben diese perspektivische Buchungen. Sind sie einmal gebucht, werden sie zyklisch auch aufgefordert, ihre Ziele zu kontrollieren und entsprechend zu korrigieren.

Das obige Schaubild verdeutlicht an konkreten Beispielen, wie Werteentstehungen und Wirkungen durch Agilität erreicht werden können. Agilität als Wert mit ihren Wirkungen in der Wertebilanz.

 

Zusammenfassung:

Grundlegendes Verständnis

Agilität ist mehr als nur schnelles Handeln – sie ist eine fundamentale Organisationsfähigkeit, die sich durch folgende Kernaspekte auszeichnet:

  • Definition: Agilität bezeichnet die Fähigkeit einer Organisation, sich schnell und effektiv an Marktveränderungen anzupassen und dabei produktiv und kosteneffizient zu bleiben.
  • Strategische Bedeutung: Sie durchdringt alle Organisationsebenen, von der Führung bis zur Unternehmenskultur

    .

Wertschöpfung durch Agilität

Messung und Dokumentation

Die Wertschöpfung durch Agilität wird in der Bilanz und im Reporting durch verschiedene Mechanismen erfasst:

  1. Finanzielle Leistungsverfolgung:
  • Klare finanzielle Ziele und KPIs zur Messung der Effektivität von Agilitätsinitiativen
  • Integration in Finanzberichte durch Hervorhebung von Verbesserungen bei Gesamtaktionärsrenditen (TSR)

 

  1. Wertbasiertes Management:
  • Systematische Erfassung von Wertsteigerungspotenzialen
  • Katalogisierung von Indikatoren für erfolgreiches Wertmanagement

Haltung und Mindset

Kulturelle Voraussetzungen

Die Implementierung von Agilität erfordert spezifische kulturelle Elemente:

 

  1. Führungsansatz:
  • Förderung einer Kultur der Innovation und des Experimentierens
  • Schaffung psychologischer Sicherheit für Mitarbeiter
  1. Organisationskultur:
  • Wertschätzung von Innovation, Zusammenarbeit und kontinuierlichem Lernen
  • Unterstützung von Anpassungsfähigkeit und Reaktionsschnelligkeit

 

KPIs zur Wirkungsmessung

Zentrale Leistungsindikatoren (Beispiele)

Folgende KPIs sind besonders relevant für die Messung von Agilität:

  1. Prozessbezogene Metriken:
  • Durchlaufzeit (Cycle Time)
  • Durchsatz (Throughput)
  • Effizienz
  1. Stakeholder-bezogene Metriken:
  • Mitarbeiterzufriedenheit
  • Kundenzufriedenheit (z.B. Net Promoter Score)
  • Stakeholder-Zufriedenheit
  1. Marktbezogene Metriken:
  • Marktreaktionsfähigkeit
  • Vorhersagbarkeit
  • Qualitätskennzahlen

Werteentstehung und Wirkungsverfolgung

Implementierung und Kontrolle

Die Umsetzung von Agilität erfordert:

 

  1. Systematische Messung:
  • Verwendung des Comprehensive Agility Measurement Tool (CAMT)
  • Balanced Metrics Approach für ganzheitliche Bewertung
  1. Kontinuierliche Überwachung:
  • Regelmäßige Überprüfung der Zielerreichung
  • Anpassung der Strategien basierend auf Messergebnissen

 

Digitale Integration

Die Integration digitaler Technologien in Management-Accounting-Systeme:

  • Unterstützt bei der Navigation durch Unsicherheiten
  • Verbessert die Entscheidungsfindung in sich schnell verändernden Umgebungen

Diese strukturierte Herangehensweise an Agilität als Wert ermöglicht es Unternehmen, den Nutzen ihrer Agilitätsinitiativen systematisch zu erfassen und zu steuern, während gleichzeitig die notwendige Flexibilität für kontinuierliche Anpassungen gewährleistet bleibt.

 

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